digital.engagiert kürt Gewinner-Teams der Bildungsinitiative

Abschluss der fünften Runde des Förderprogramms von Amazon, AWS und Stifterverband

Die Förderinitiative digital.engagiert von Amazon, Amazon Web Services (AWS) und Stifterverband fördert die Digitalisierung von Bildungsarbeit und gesellschaftlichem Engagement. Seit dem Start der Initiative im Jahr 2018 hat das Programm mehr als 50 Initiativen aus dem zivilgesellschaftlichen Bereich dabei unterstützt, ihre digitalen Projekte umzusetzen. Im Juli 2022 wurden bereits zum fünften Mal in Berlin die Gewinner-Teams gekürt.

Wie könnte ein digitales Coaching für Lehrer*innen aussehen? Lässt sich Coding im digitalen Escape-Room ganz von selbst lernen? Kann künstliche Intelligenz Kiezdeutsch lernen? Was hat ein Bienenstock mit Datenwissenschaften zu tun? Das Themenspektrum der 5. Runde von digital.enagiert war erneut beeindruckend. Zehn gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen wurden durch unsere Jury ausgewählt und während der Laufzeit des Projektes bei der Umsetzung ihrer Digitalprojekte professionell unterstützt. Eine zentrale Erkenntnis der Förderer wurde Thema der Abschlussveranstaltung in Berlin: Chancengleichheit in der digitalen Bildung kann über viele, sehr unterschiedliche Wege erreicht werden. Welche das sind darüber diskutierten Vertreter*innen der Fördermitglieder Amazon, AWS und Stifterverband, sowie Expert*innen aus Wirtschaft, Politik, Sozialunternehmertum und Bildung. Die Gespräche boten Einblicke vom Status Quo des deutschen Bildungssystems über die Ursprünge von digital.engagiert bis hin zur Diskussion um die Zukunftskompetenz Digital Literacy.

 

digital.engagiert: Förderung von digitalem Engagement

„Digitalisierung und Technologie sind in der DNA von Amazon verankert. Auch wenn wir ein Technologieunternehmen sind, ist uns bewusst, dass sich die Zukunft zuallererst um den Menschen dreht. Deshalb ist es uns wichtig, digitale Bildungsarbeit in möglichst vielen Gesellschaftsbereichen zu fördern – damit der Generation von morgen alle Türen offenstehen. Wir wollen Mutmacher*innen und Vordenker*innen fördern, die zeigen, was mit digitalem Denken möglich ist“, sagte Rocco Bräuniger, Country Manager Amazon DACH, bei der digital.engagiert-Abschlussveranstaltung. Im Gespräch mit Lars Schmitz, Digital Innovation Lead bei AWS, und Holger Krimmer, Geschäftsführer der ZiviZ gGmbH im Stifterverband, betonte Bräuniger vor allem seine Wertschätzung für die Teilnehmer*innen der diesjährigen Förderrunde: „Alle Teams haben Großartiges geleistet. Vor allem die enorme Bandbreite an Ideen, wie sich die Digitalisierung einsetzen lässt, um die gesellschaftliche Bildung voranzubringen, war unglaublich.“

 

digital.engagiert-Preisverleihung: Azubi Digital Akademie belegt Platz 1

Bei der digital.engagiert-Abschlussveranstaltung wurden  zudem die zwei Gewinner-Teams der fünften Förderrunde ausgezeichnet. Die gemeinnützige Organisation Azubi Digital Akademie gGmbH (ADA) – 2021 von Fiona von Prónay und Jennifer Nicolay gegründet – hatte die Jury während der Förderphase besonders überzeugt. ADA möchte die Einstiegs-, Entwicklungs- und Abschlusschancen von jungen Menschen im IT-Bereich mithilfe von vierwöchigen digitalen IT-Bootcamps im Peer-to-Peer-Ansatz verbessern. Digitale Kompetenzen, HTML, CSS und Python – die Camps vermitteln den Jugendlichen die wichtigsten Programmier-Basics und bereiten sie auf eine Ausbildung im IT-Bereich vor. Lars Schmitz, Jurymitglied und Laudator während der Siegerehrung, lobte die Initiative: „Das Team hat während der Förderphase keine Gelegenheit ausgelassen, sich weiterzuentwickeln. Die beiden Gründerinnen haben das Wissen und die Technik-Expertise, die digital.engagiert ihnen zugänglich gemacht hat, zu nutzen gewusst und schnell in die Praxis umsetzen können. Dadurch hat das gesamte Projekt große Schritte nach vorn gemacht!“ Begleitet wurde die Azubi Digital Akademie während der Förderphase von der Coachin Diana Knodel und dem Coach Philipp Knodel, Gründer- und Geschäftsführerteam von App Camps.
 

Der zweite Platz ging an das Start-up re:edu. Im Rahmen seines Projekts re:quest vermittelt das Team Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen digitale Kompetenzen über virtuelle Escape Games. Indem die Teilnehmenden die Rätsel und Aufgaben des Escape Games lösen, lernen sie spielerisch Daten zu explorieren und analysieren und schließlich auch zu programmieren.

Rückblick auf Runde Nr. 5: Amazon Web Services ist neu an Bord
Vier Monate lang haben die zehn teilnehmenden Teams – ausgewählt aus über 160 eingereichten Bewerbungen – ihre Ideen weiterentwickelt und umgesetzt. Dabei wurden sie von Mitarbeiter*innen von Amazon, AWS und dem Stifterverband, von persönlichen Coachinnen und Coaches sowie weiteren Design-, Tech- und Bildungsexpert*innen begleitet und haben jeweils finanzielle Unterstützung im Wert von 10.000 Euro erhalten. Die Gewinner-Teams bekamen zusätzlich ein Preisgeld von insgesamt 25.000 Euro.

In der fünften Förderrunde engagierte sich AWS erstmalig als aktives Fördermitglied. Mit diesem neuen Partner hat sich die Förderinitiative im Bereich der technischen Realisation stark weiterentwickelt – insbesondere durch die Unterstützung des Munich Center for Digital Sciences and AI (MUC.DAI) und dem Digital Transformation Lab (DTLab), dem Cloud Innovation Center von AWS an der Hochschule München. Die digitale Expertise und das technische Know-how von AWS, den IT-Studierenden der Hochschule München und Expert*innen aus den Bereichen Wirklogik, Business Modelling, Storytelling und Fundraising, die ihr Wissen in Impulsvorträgen mit den Teams teilten, halfen den Sozialunternehmen dabei, ihre Wirkung zu steigern. „Viele der Teams möchten digitalisieren, haben aber selbst nur begrenzte Möglichkeiten. Mithilfe der Unterstützung von AWS und der Hochschule München werden sie bei der technischen Umsetzung ihrer digitalen sozialen Projekte von Anfang an von tollen Expert*innen begleitet“, fasst Lars Schmitz seine Erfahrungen aus den vergangenen und der aktuellen Förderrunden zusammen.

 

Weitere Informationen zum Förderprogramm digital.engagiert und eine Liste aller teilnehmenden Projekte gibt es unter www.digitalengagiert.de.

Kick-Off der 5. Förderrunde von digital.engagiert: Die Teams stellen sich vor

Alles neu in Förderrunde Nummer fünf? Nicht alles, aber vieles! Die Förderinitiative digital.engagiert wurde 2018 von Amazon und dem Stifterverband ins Leben gerufen. Seither hat das Programm mehr als 50 Teams dabei unterstützt, ihren digitalen Ansatz für die Lösung zivilgesellschaftlicher Probleme in den unterschiedlichsten Bereichen weiterzuentwickeln und Realität werden zu lassen. Auch digital.engagiert hat von Runde zu Runde dazugelernt und sich weiterentwickelt.

Was ist neu?

Neben Amazon und dem Stifterverband unterstützt der langjährige technische Umsetzungspartner Amazon Web Services (AWS) das Förderprogramm in diesem Jahr erstmals als Initiator. „Ich freue mich darüber, dass uns in diesem Jahr in unserer neuen Rolle als Initiator noch mehr Möglichkeiten offenstehen, die Teams von strategischer wie technischer Seite zu unterstützen. Und natürlich bin ich auf die kreativen Ideen der Teams gespannt“, so Lars Schmitz, Digital Innovation Lead bei AWS. Ganz neu mit dabei ist auch die Hochschule München. Im Rahmen des Digital Transformation Lab, einer Kooperation von AWS und der Hochschule München zur Förderung der Innovation im öffentlichen Sektor, unterstützt das Munich Center for Digital Sciences and AI (MUC.DAI) die Teams bei der Realisierung von Prototypen. Für eine noch effizientere Gestaltung des Programms sorgt die gleichbleibende Fördersumme von 10.000 Euro pro Team für den neuen Förderzeitraum von nur vier Monaten.

Für Diana Christov, Projektleiterin von digital.engagiert beim Stifterverband, gehören zum Kern von digital.engagiert und dem Erfolg aus den letzten Förderrunden zwei Grundannahmen. „Erstens: Die Digitalisierung kann eine disruptive Kraft sein, die die Gesellschaft positiv verändert. Und zweitens: Diese digitale Bewegung kommt auch aus der Zivilgesellschaft, die innovative und kreative Ideen nah an ihren Zielgruppen entwickelt.“

Los geht’s: Kick-Off der fünften Förderrunde

Neue Runde, neues Motto, neue Teams: Am 10. Februar 2022 hat die Jury nach einer einmonatigen Bewerbungsphase aus über 160 eingereichten Projekten zehn davon für die diesjährige Förderrunde, die den Fokus auf die digitale Bildung benachteiligter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener legt, ausgewählt. Die zehn Teams werden in den nächsten vier Monaten finanziell unterstützt, von einer Coachin oder einem Coach individuell betreut und beraten, und erhalten die Möglichkeit, an einer Vielzahl von Workshops mit Expert*innen aus Bildung, Tech und Unternehmertum teilzunehmen.

Den Startschuss der Initiative gaben Diana Christov und Rocco Bräuniger, Country Manager von Amazon Deutschland, am 22. Februar 2022 beim virtuellen Kick-Off. „Ich freue mich, dass in diesem Jahr so viele spannende Projekte mit dabei sind, und möchte ihnen mit auf den Weg geben: Innovation bedeutet etwas zu wagen, zu experimentieren, seine Komfortzone immer wieder zu verlassen und aus Rückschlägen zu lernen. Um innovative digitale Bildungschancen zu schaffen, braucht die Zivilgesellschaft Mutmacher und Vordenker wie euch!“, bestärkt Rocco Bräuniger die Teams. Neben dem Kennenlernen der Unterstützer*innen und der Coaches und Coachinnen im Speeddating-Stil, Grußworten von Klaus Bürg, General Manager für Deutschland, Österreich und die Schweiz von AWS, und ersten Coachings, haben die Teams sich und ihre Projekte im Kick-Off vorgestellt:

 

Silicon Vilstal

Silicon Vilstal ist eine gemeinnützige Innovationsplattform aus Niederbayern. Mithilfe ihres virtuellen Makerspace möchte das Team die Chancen auf digitale Bildung im ländlichen Raum erhöhen. Über eine Bildungsapp können Kinder und Jugendliche regionale Betriebe aus dem Netzwerk des Sozialunternehmens kontaktieren, um ihre Ideen und Entwürfe, die beispielsweise in MINT-Bildungsworkshops entstanden sind, auf deren Maschinen zu produzieren.

Zur Projektwebsite: https://siliconvilstal.de/

 

Pacemaker Initiative

Die Pacemaker Initiative unterstützt dabei, der Digitalisierung Zugang zu Schulen und andere Bildungsinstitutionen zu verschaffen und sie sinnvoll und zielsicher einzusetzen. Ihre Projektidee – das Lehrkräfte-Kompetenz-Mentoring, kurz LeKoM – besteht aus einer Online-Plattform, über die Lehrkräfte ihre digitalen Kompetenzen einschätzen und individuell und selbstgesteuert ausbauen können, um den Schulalltag digital zu gestalten.

Zur Projektwebsite: https://www.pacemaker-initiative.de/

 

we4bee gUG

we4bee ist ein gemeinnütziges Projekt zur Umweltbildung und -forschung. Ziel ist der Aufbau eines weltweiten Netzwerks aus mit HighTech-Sensorik ausgestatten Bienenstöcken in Bildungseinrichtungen. Diese ermöglichen einen spannenden und praxisnahen Unterricht. Gleichzeitig sammeln die Bienenstöcke Daten, die die Forschung bei der Prognose von Naturereignissen wie Erdbeben unterstützen. Nutzer*innen können die Daten via App einsehen.

Zur Projektwebsite: https://we4bee.org/

 

JOBLINGE gAG Berlin

Um jungen Menschen mit schwierigeren Startbedingungen den Berufseinstieg zu erleichtern, vermittelt JOBLINGE ihnen digitale Skills. Ihre JOBLINGE-Appzubi unterstützt Auszubildende von der Bewerbung bis zum Ausbildungsabschluss fachlich und persönlich, indem sie den Austausch zwischen Auszubildenden, Betrieben, Berufsschulen und den JOBLINGEN fördert und digitale Lerninhalte sowie Vernetzungsmöglichkeiten bietet.

Zur Projektwebsite: https://www.joblinge.de/ueber-uns/programm/digitalkonzept

 

Crisis Simulation for Peace e.V. (CRISP)

CRISP ist ein gemeinnütziger Verein, der Planspiele für die politische Bildung von benachteiligten Jugendlichen entwickelt. In dem bisher analogen Planspiel „Wer regiert Neuland?“ werden die Teilnehmenden zu Politiker*innen und führen Koalitionsverhandlungen. Das Planspiel soll nun digitales Neuland betreten: Die Web-App fördert neben dem Verständnis für demokratische Prozesse den spielerischen Umgang mit digitalen Bildungsformaten.

Zur Projektwebsite: https://crisp-berlin.org/simulations/simulation-games/wer-regiert-deutschland-2021/

 

Azubi Digital Akademie gGmbH

Die Azubi Digital Akademie (ADA) denkt berufliche Weiterbildung digital. Das Team möchte gering qualifizierten Jugendlichen mithilfe von vierwöchigen IT-Bootcamps im Peer-to-Peer-Ansatz einen einfacheren Zugang zur Arbeitswelt ermöglichen. Die Camps holen die Jugendlichen auf ihrem individuellen Niveau ab und stärken und qualifizieren sie so, dass sie sich Themen selbst erschließen und ihren Weg gehen können – im Camp wie danach.

Zur Projektwebsite: https://www.azubi.digital/

 

re:edu

Das Team re:edu verbindet die Vermittlung von digitalen Skills – mit starkem IT-Fokus – mit den Themen Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Partizipation. Im Rahmen ihres Projekts re:quest findet die Vermittlung von Programmier- und Datenkompetenzen über digitale Escape Games statt. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene lösen die Rätsel und Aufgaben des Escape Games, indem sie programmieren und Daten explorieren und analysieren.

Zur Projektwebsite: www.reedu.de

 

wirfürschule gUG

#wirfürschule ist eine gemeinnützige Einrichtung, die bundesweite Hackathons zur Entwicklung von Lösungen für die digitale Schulentwicklung in Deutschland umsetzt. Um den Schulalltag besser an die spezifischen Bedürfnisse vor Ort anzupassen, sollen Schulen nun virtuelle Schulhackathons selbst durchführen. Dabei erlernen Schüler*innen den Umgang mit digitalen Tools und beschäftigen sich inhaltlich mit der Digitalisierung von Schule und Gesellschaft.

Zur Projektwebsite: https://wirfuerschule.de/schulhackathons/

 

aureka

Das Startup aureka entwickelt KI-gestützte Tools zur Spracherkennung in audio(visuellen) Medien. Die meisten Spracherkennungssysteme transkribieren die Ausdrucksform von Jugendlichen und Migrant*innen nicht korrekt. Damit auch diese Sprechweisen in audiovisuelle Medien einfließen können, entwickelt aureka den SheeshCheck. Über eine App lassen sich Videos hochladen, automatisch transkribieren und die Untertitel korrigieren.

Zur Projektwebsite: https://aureka.ai/

 

HANDS on TECHNOLOGY e.V.

HANDS on TECHNOLOGY e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Forschungs- und Roboterwettbewerbe – u.a. die FIRST LEGO League Challenge – für benachteiligte Kinder und Jugendliche organisiert. Der Wettbewerb soll um ein Mentoringprogramm ergänzt werden: Ein*e Mentor*in aus einem Unternehmen begleitet die Klassen oder Teams, vermittelt Wissen und gibt Tipps. Die Vernetzung findet über eine eigens entwickelte Online-Plattform statt.

Zur Projektwebsite: www.hands-on-technology.org

digital.engagiert geht in die 5. Runde: Startschuss für die Bewerbungsphase

Seid Ihr Teil eines Projekts, das die digitalen Fähigkeiten von jungen Menschen stärken will? Engagiert Ihr Euch mit digitalen Ansätzen für die Gesellschaft? Dann seid Ihr bei digital.engagiert genau richtig! Zum fünften Mal suchen Amazon, Amazon Web Services und Stifterverband zehn Projekte, um sie im Rahmen der Förderinitiative zu unterstützen. Egal ob ihr noch an Eurer Idee tüftelt oder bereits gegründet habt: Das Team von digital.engagiert freut sich auf Eure Bewerbung.

Im Fokus stehen Initiativen, die an digitalen Lösungen arbeiten, welche den Alltag junger Menschen verändern, neue Zugänge zu Bildung schaffen und den Erwerb digitaler Fähigkeiten fördern. Neben finanzieller Förderung erhalten die ausgewählten Teams vier Monate lang individuelles Coaching, Zugang zu einem breiten Netzwerk bestehend aus Fachleuten aus Tech, Bildung und Zivilgesellschaft und spannende Workshops – von Innovationsmethodiken über Fundraising-Wissen bis hin zu Tipps für die eigene Vermarktung.

Zwischen dem 15. Dezember 2021 und dem 23. Januar 2022 könnt Ihr Eure Bewerbung über die Website von digital.engagiert einreichen. Zusätzlich erhält jedes Team mindestens € 10.000 finanzielle Förderung und hat Chancen auf Preisgelder in Höhe von insgesamt € 25.000.

Von Vereinen über Bürgerinitiativen bis hin zu Start-ups – alle können dabei sein. Das zeigt die große Bandbreite unserer Alumni-Projekte: 2021 belegte die Hacker School mit ihren Online-Coding-Kursen für Kids den ersten Platz. In der vorangehenden Förderrunde überzeugte das Düsseldorfer Start-up Sharezone die Jury mit einem digitalen Hausaufgabenheft das Schüler:*innen, Eltern und Lehrkräften eine Plattform bietet, um den digitalen Schulalltag zu organisieren

Seid dabei und stellt uns Eure Idee vor! Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit euch digital engagiert durchzustarten!

Ihr seid nicht sicher, ob Euer Projekt für die Teilnahme an der Förderinitiative in Frage kommt? Wir beantworten Eure Fragen gerne persönlich unter digital.engagiert@stifterverband.de.

Gewinner*innen von digital.engagiert gekürt

Amazon und der Stifterverband prämieren Projekte für mehr digitale Bildungschancen

Die Digitalisierung bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Herausforderungen, die uns im Alltag begegnen, zu bewältigen. Doch häufig bleibt dieses Potenzial ungenutzt. Die Initiative digital.engagiert von Amazon und dem Stifterverband fördert die Digitalisierung von Bildungsarbeit und gesellschaftlichem Engagement. Es werden Projekte unterstützt, die es (jungen) Menschen ermöglichen, sich auf digitalem Wege und im Umgang mit digitalen Anwendungen weiterzubilden. Nun wurden die drei Gewinner-Teams ausgezeichnet. Sie erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

In der vierten Förderrunde von digital.engagiert wurde zwölf Teams die Chance gegeben, digitale Lösungen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen zu entwickeln. Mit Erfolg: Ob digitale Nachhilfe per Mausklick, Online-Improvisationstheater oder virtuelle Sexualaufklärung – die Teams haben bewiesen, dass die Digitalisierung die Zugänge zu Bildung vervielfältigen kann. „Digitalisierung ist viel, viel mehr als ein rein technischer Prozess. Digitalisierung beginnt in unser aller Köpfe. Sie beginnt mit Offenheit, Neugier und Mut, aber vor allem mit digitaler Kompetenz und Resilienz. Eine solche Entwicklung muss strategisch unterstützt werden. Dabei gibt digital.engagiert unseren Teams Starthilfe“, sagte Dorothee Bär, geschäftsführende Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, im Rahmen der Siegerehrung. In ihrer Keynote bringt Bär außerdem ihre Wertschätzung den Teams gegenüber zum Ausdruck: „Ich bin sehr stolz auf diese jungen Teams, die mit ihren Ideen die gesellschaftliche Bildung vorantreiben. Ich danke ihnen herzlich für ihr Engagement, das beispielgebend für ganz viele junge Menschen in unserem Land ist.“

Das Hamburger Start-up Hacker School – bereits 2014 gegründet und mittlerweile unter der Leitung von Julia Freudenberg – hat die Jury während der Förderphase besonders überzeugt. Mit ihren Online-Coding-Kursen begeistert die Hacker School Kinder und Jugendliche ohne Informatik-Vorkenntnisse bereits in jungen Jahren für das Programmieren. In Zusammenarbeit mit IT-Spezialist*innen aus Unternehmen arbeiten Kids an eigenen Coding-Projekten und lernen IT-Berufsbilder kennen. Jurymitglied Michael Vollmann, verantwortlich für das gesellschaftliche Engagement von Amazon in Deutschland, lobte das Team in der Jurysitzung: „Die Stärke der Hacker School steckt nicht nur in ihren Fokusthemen – dem Coden und der IT-Bildung. Auch ihr Ansatz, Freiwillige aus Unternehmen einzubeziehen, ihr einzigartiges Team und die Menschen, die dahinterstecken, machen die Hacker School aus. Das Team wird nie müde, neue Wege einzuschlagen.“ Begleitet wurde die Hacker School während der Förderphase von Coach Markus Kressler, Gründer des Social Start-ups Kiron Open Higher Education.

 

Hack the world a better place: Anne Diedrich und Julia Freudenberg freuen sich mit ihrem Coach Markus Kressler über den ersten Platz.

 

Auf den zweiten Platz schaffte es das Team MEIN MUTIGER WEG. Mit Seminaren an Schulen und der virtuellen Austausch- und Inspirationsplattform „Traumjob Campus“ denkt das Karlsruher Start-up Berufsorientierung neu. Durch persönliche Geschichten über Erfolge, Unsicherheiten und Fehltritte bei der beruflichen Selbstfindung nehmen die ausgebildeten Mutmacher*innen den Schüler*innen die Zukunftsangst.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Mutmacher Alwin Pianka und Frederic Keller nehmen den Preis für das Team MEIN MUTIGER WEG entgegen. Auch dabei: Coachin Franziska Ziep, Co-Founderin des Forum Kulturwandel Bildung.

 

Den dritten Platz belegte die Novaheal-Lern-App. Um die Pflege-Ausbildung nachhaltig zu verbessern, hat das Team aus Bochum eine digitale Plattform für Pfleger*innen entwickelt, die Wissen bündelt, Lerninhalte interaktiv, spielerisch und praxisnah vermittelt und Perspektiven für Gestaltungsmöglichkeiten im Berufsfeld Pflege aufzeigt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Samuel Bongartz und Turan Tahmas aus dem Novaheal-Team gemeinsam mit ihrem Coach Jan Holzhauer, Integral Business/Leadership Coach & Innovation Strategist.

 

Über ein halbes Jahr haben die zwölf teilnehmenden Teams – ausgewählt aus 230 eingereichten Bewerbungen – ihre Ideen weiterentwickelt. Begleitet wurden sie dabei von Mitarbeiter*innen von Amazon, Amazon Web Services (AWS) und dem Stifterverband sowie von persönlichen Coaches und weiteren Design-, Tech- und Bildungsexpert*innen. Zudem haben sie finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro erhalten. Anhand der Kriterien Innovation, Performance, Wirksamkeit und Skalierbarkeit hat eine hochkarätige Jury die Sieger-Projekte bestimmt. In der Jury herrschte Einigkeit: Alle Teams der vierten Förderrunde adressieren brisante gesellschaftliche Probleme und haben während des Förderzeitraums große Fortschritt gemacht. Die Ergebnisse der vierten Förderrunde zeigen, dass sich der Schritt in die digitale Welt vor allem in den Bereichen Bildung und zivilgesellschaftlichem Engagement lohnt – gerade in Zeiten, in denen digitale Lösungen für den Fortbestand des gesellschaftlichen Lebens unerlässlich sind. „Der digitale Wandel in allen Bereichen unseres Lebens ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam als Gesellschaft meistern können. Dazu braucht es zivilgesellschaftliche Akteure, die innovative Ideen aus der Perspektive der Lernenden entwickeln. Wie vielfältig und innovativ diese Ideen sind, sehen wir bei den Teams der Förderinitiative“, berichtet Diana Christov, Projektleiterin digital.engagiert.

Im nächsten Jahr geht digital.engagiert in die fünfte Förderrunde – mit einem neuen Partner: AWS wird die Förderinitiative zukünftig mit einem hohen Maß an Tech-Expertise unterstützen und bei der Weiterentwicklung des Konzepts mitwirken. „Wir verstehen uns als Teil der Gesellschaft und möchten Verantwortung übernehmen. Deswegen wollen wir mit kreativen, jungen Köpfen, die sich der Lösung der gesellschaftlichen Probleme Deutschlands widmen, zusammenarbeiten. Speziell bei digital.engagiert ist es uns wichtig, Impulse zu setzen und zu zeigen, dass und vor allem wie Ideen umgesetzt werden können. Einen Beitrag dazu leisten wir nicht nur mit der Amazon-Innovationsmethodik Working Backwards und der Begleitung der Teams bei der Ideenfindung, sondern durch unsere technische Expertise und die Bereitstellung von Technologien“, erklärt Lars Schmitz, Digital Innovation Lead bei AWS, bei der Preisverleihung.

Diejenigen, die die digital.engagiert-Abschlussveranstaltung nicht live verfolgen konnten, können im Video ab Minute 48 dabei zusehen, wie sich über die Ursprünge und die Zukunft der Förderinitiative ausgetauscht wird, wie die Preise verliehen und Laudationen auf die Teams gehalten werden. Viel Spaß beim Zuschauen!

Weitere Informationen zur fünften Förderrunde und zur Bewerbung folgen unter www.digitalengagiert.de. Fest steht: Das gesamte Team hinter digital.engagiert freut sich bereits auf viele innovative und kreative Projektideen und eine spannende gemeinsame Zeit!

 

In der vierten Förderrunde von digital.engagiert haben die zwölf Teams höchst aktuelle gesellschaftliche Probleme adressiert und digitale Lösungen entwickelt – mit großem Erfolg.

Hacker School: Hack the world a better place

Wenn es um Quellcodes, Operatoren oder Debugger geht, verstehen viele nur Bahnhof – selbst Kinder und Jugendliche, die mit Computern, Internet und Smartphones groß geworden sind. Von den Arbeitnehmer*innen von Morgen wird jedoch erwartet, dass sie dieses Wissen bereits in jungen Jahren erwerben und anwenden können. Je früher junge Menschen mit IT in Berührung kommen, desto besser sind sie auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Was hilft besser dabei, in die Welt des Programmierens einzutauchen, als es selbst auszuprobieren?

Dabei unterstützt die Hacker School. Das digital.engagiert-Team bietet Coding-Kurse an, um junge Menschen ohne IT-Vorkenntnisse für das Programmieren zu begeistern.

 

Kinder und Jugendliche betreten Neuland – für ihre Zukunft

Viele Kinder und Jugendliche glauben, dass sie kein Talent für das Thema IT mitbringen. Wenn überhaupt, gewinnen sie erst spät im Rahmen ihrer Schulausbildung Einblicke in die Informatik und wissen deshalb kaum, wie die digitale Welt funktioniert. Denn: In vielen Bundesländern ist Informatik kein Pflichtschulfach. Um Jugendliche früh für IT zu begeistern und ihnen die Möglichkeit zu geben, die Digitalisierung zu entdecken, zu verstehen und selbst zu gestalten, wurde 2014 die Hacker School gegründet. „Ziel ist es, dass jedes Kind in Deutschland – unabhängig von Geschlecht und Herkunft – wenigstens einmal programmiert haben soll“, erklärt Julia Freudenberg, Leiterin der Hacker School in Hamburg. Gemeinsam mit ihrem Team ermöglicht sie Programmierkurse für junge Menschen – online und vor Ort in Schulen. Damit erleichtert das Team Kindern und Jugendlichen den Zugang zu IT, gibt ihnen Einblicke in die vielfältigen Facetten des Programmierens und bestärkt sie durch praktische Erfahrungen darin, an sich selbst und die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Ermöglicht werden die Kurse durch das ehrenamtliche Engagement von Unternehmen aus der IT-Branche und ihren Mitarbeiter*innen.

 

Coding erleben, Begeisterung wecken

Junge Menschen zwischen elf und 18 Jahren können in den Kursen an Wochenenden kleine Coding-Projekte online oder vor Ort in Unternehmen mit den dortigen IT-Spezialist*innen erarbeiten und IT-Berufe kennenlernen. Im März 2020 hat das Team sein Angebot vollständig digitalisiert. Durch Hacker School@home haben mehr als 2.000 Teilnehmer*innen an über 250 Online-Kursen und Sonderprogrammen wie der GIRLS Hacker School teilgenommen. Das Programm gibt Mädchen und Frauen jeden Alters einmal im Monat die Gelegenheit, ihrer Kreativität in einem geschützten Raum freien Lauf zu lassen und zu beweisen, dass in ihnen mindestens genauso viel IT-Knowhow steckt wie in Jungs und Männern. Eine weitere Säule ist das Projekt Hacker School @yourschool. Hier geben IT-Studierende und Auszubildende ihr Wissen ehrenamtlich an Schulklassen weiter. „Wir nennen sie ‚Inspirer‘, denn sie inspirieren die Kids dazu, neue Erfahrungen zu machen und Möglichkeiten zu entdecken“, berichtet Julia. Sie programmieren gemeinsam mit Schüler*innen im Unterricht und stellen IT-Berufe vor.

 

Lernen durch das Lehrkonzept und aktuelle Inhalte

In den Kursen lernen die Jugendlichen Programmier-Basics und bisher unbekannte Codes auf spielerische Art kennen – in der Theorie wie in der Praxis. Außerdem wird ihnen das algorithmische Denken nahegelegt: Solange man etwas lernt, sind Fehler okay und ebenso wichtig wie Erfolge. Nicht alle Kinder werden dadurch zu Informatiker*innen, sie lernen jedoch mit Herausforderungen umzugehen und entdecken das in ihnen schlummernde Potenzial, auf das sie weiter aufbauen können. Die Themenschwerpunkte der Kurse richten sich nach aktuellen Trends und den Wünschen der Teilnehmer*innen. Ob einfache Programmiersprache, künstliche Intelligenz, Spielprogrammierung oder Klimaschutz – die Hacker School IT-Profis haben für eine Vielzahl an Themen altersgerechte Konzepte entwickelt.

 

digital.engagiert: Weiterentwicklung Hacker School @yourschool

„Durch die Unterstützung von Amazon, Amazon Web Services, Stifterverband und den Coaches haben wir wichtige Anregungen für unser weiteres Vorgehen erhalten, viele Kontakte knüpfen können und große Fortschritte gemacht“, blickt Julia auf den digital.engagiert-Förderzeitraum zurück. Im Rahmen der Initiative hat das Team vor allem an dem Projekt Hacker School @yourschool gearbeitet. Damit einher ging die Neustrukturierung des Teams und die Etablierung des Schulprojekts als gleichwertige Säule innerhalb des Gesamtangebots. Am Ende haben sich die Mühen gelohnt:  Das Team belegte den dritten Platz beim digital.engagiert-Hackathon und ist startsocial-Preisträger. Beste Voraussetzungen für weitere Entwicklungen und Erfolge!

 

Pflege durch digitale Bildung stärken: Die Novaheal-Lern-App

In Deutschland gibt es nicht genügend Fachkräfte in der Pflege.  Nicht zuletzt der rasante Anstieg der Anzahl stationärer Patient:innen und Pflegebedürftigen infolge  der Corona-Pandemie haben das deutlich gemacht. Hinzu kommt: Der demografische Wandel wird den Fachkräftemangel zuspitzen. Wie aber soll dieses Problem behoben werden, wenn immer mehr junge Menschen die Pflegeausbildung abbrechen? Schwer greifbare Inhalte, zu wenig Begleitung in der Praxis, dafür aber ein hohes Maß an Frustration – das ist die Situation, in der sich viele Pflege-Azubis befinden. Eine Lösung für sie bietet Novaheal mit seiner Lernplattform.

Unterstützt wurde das Start-up bei der Weiterentwicklung seiner Lern-App für angehende Pfleger:innen von der Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und dem Stifterverband.

 

Auf Demotivation folgt Abbruch

„Die Abbruchquote in der Pflegeausbildung liegt im bundesweiten Durchschnitt ungefähr bei 30 Prozent“, sagt Valentin Johannsen, einer der drei Gründer des Bochumer Start-ups Novaheal.  „Für die Zukunft der Pflege bedeutet das: Der akute Fachkräftemangel wird sich verschärfen. Und woran liegt das? Unter anderem an der Art und Weise, wie die Ausbildung konzipiert ist.“Valentin ist – ebenso wie der Mitgründer Samuel Bongartz – examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit Berufserfahrung in der Intensiv- und Anästhesiepflege. Komplettiert wird das Gründer-Trio durch den Betriebswirtschaftler Turan Tahmas, der den Pflegeberuf im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres (FSJ) kennenlernte.

Alle drei kennen das Problem aus eigener Erfahrung: Die Pflegeausbildung und die Versorgung mit relevanten Informationen im Berufsalltag sind an vielen Stellen alles andere als zeitgemäß. Auszubildende werden in der Praxis häufig mit Pflegesituationen konfrontiert, denen sie in frühen Stadien ihrer Ausbildung nicht gewachsen sind. Hauptursachen sind zu kurze Anleitungszeiten oder Personalmangel. Viele beginnen auf eigene Faust zu recherchieren – meist online. Doch wer sichert die Qualität der Web-Inhalte, auf die zurückgegriffen wird? Leicht gerät falsches Wissen in Umlauf und im schlimmsten Falle kommt es zu groben Fehlern in der Patient:innenversorgung.

 

Digital, mobil, praxisnah

Die Novaheal-Lern-App bündelt das Wissen der gesamten generalistischen Pflegeausbildung. Einerseits ist die App ein digitales Nachschlagewerk: Feststehende Lerninhalte und aktuelles Wissen sind kompakt aufbereitet, einfach erklärt und können schnell abgerufen werden auch im Arbeitsalltag. Pflegespezifische News zeigen den Auszubildenden zudem, wie und wo sie sich berufspolitisch engagieren und ihren Berufsalltag mitgestalten können. Die Qualität der Lerninhalte sichert ein Team aus Lehrkräften unterschiedlicher Kliniken. Außerdem reichert das Novaheal-Team das Lernmaterial in Zusammenarbeit mit den Expert:innen mit konkreten Praxisbezügen an. Mit Fallgeschichten zu Pflegesituationen, interaktiven Lehrvideos, Quizzen und verschiedenen Abfrageformaten wie Multiple-Choice, Bild-zu-Text-Fragen oder Lernkarten lernen die Azubis spielerisch, worauf es im Berufsalltag ankommt. Vervollständigt wird der Gamification-Ansatz mit der Möglichkeit, gegeneinander in Quizduells anzutreten – eine Motivationsspritze für jede:n Nutzer:in. „Die Realisierung des Projekts ist uns eine Herzensangelegenheit, denn wir glauben, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung und der Zugang zu Bildung eine ganz zentrale Rolle für eine funktionierende Gesellschaft spielen. Die Verbesserung des Gesundheitssystems muss bereits in der Ausbildung von Pflegekräften beginnen. Durch unser digitales Angebot können sich Azubis flexibel, einfach und multidimensional Wissen aneignen und so Sicherheit für ihre Arbeit und Klausuren gewinnen,“ so Samuel.

 

digital.engagiert: Netzwerken, austauschen, weiterentwickeln

„Der Kontakt mit Menschen, die beim Aufbau ihres Start-ups mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, und der Austausch mit den Expert:innen von Amazon, Amazon Web Services und Stifterverband hat uns dabei geholfen, wichtige Meilensteine zu erreichen,“ berichtet Turan. Das Novaheal-Team wurde größer, die Idee und das Angebot sind mittlerweile durch repräsentative Umfrageergebnisse gestützt und die App ist technisch einsatzbereit. Ein ganz besonderer Meilenstein: die Förderung durch das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Fest steht: Die Zukunft hält für das Team einiges bereit – das verrät nicht nur die Vielzahl an Kooperationen und Partnern, mit denen das Start-up bereits zusammenarbeitet. Auch die Ausweitung der Lernplattform auf weitere Gesundheitsberufe oder die Laienpflege ist denkbar. Es bleibt spannend!

 

Haydee! – Los geht’s mit digitaler Nachhilfe

In der Schule den Anschluss verloren? Keine Lust, alleine Hausaufgaben zu machen? Du hast Fragen, die dir zu Hause niemand beantworten kann? Bleibt nur Nachhilfe. Doch viele Familien aus ärmeren Haushalten können sich diese nicht leisten. Wissenslücken werden größer und Frustration macht sich breit. Das Ergebnis: Die Lernbereitschaft sinkt. Schulischer Erfolg wird abhängig von dem sozioökonomischen Hintergrund.

Für mehr Chancengerechtigkeit sorgt die Nachhilfe-Plattform des digital.engagiert-Teams Haydee!. Sie ermöglicht Schüler*innen kostenlose 1:1-Nachhilfe – pro Schüler*in ein*e Mentor*in.

 

Nachhilfe 2.0

Haydee! ist eine digitale Nachhilfe-Plattform, über die man Termine buchen, Matches zwischen Nachhilfelehrer*innen und Schüler*innen finden und sich austauschen kann. Meldet sich ein*e Schüler*in bei Haydee! an, gibt es ein erstes Online-Kennenlerntreffen, um sicherzustellen, dass der oder die Bewerber*in und das Konzept von Haydee! zusammenpassen. Denn: Das Angebot soll ausschließlich bedürftigen Kindern zugutekommen. Im Anschluss findet das Matching statt: Es werden feste Lernpaare gebildet. In der Regel tauschen sich die Mentees – die betreuten Schüler*innen – mindestens einmal in der Woche für 60 Minuten mit ihren Mentor*innen aus, bei Bedarf auch häufiger. Gemeinsam erarbeiten sie tagesaktuelle Schulaufgaben oder bereiten sich auf anstehende Prüfungen vor. Alles online – über Smartphone, Laptop oder Tablet.

Die Mentor*innen sind ehrenamtliche Studierende, Lehrer*innen, Senior*innen – alle, die ihr Wissen teilen und somit anderen helfen möchten. Das Haydee!-Team betreut die Lernpaare durchgehend, sodass sichergestellt ist, dass die Nachhilfe effektiv und für beide Seiten angenehm verläuft. Darüber hinaus gibt es weitere Bildungsangebote und ein Netzwerk für Mentor*innen.

 

Eigene Erfahrungen inspirierten zu Haydee!

„Wir wissen aus persönlichen Erfahrungen, welchen Hindernissen und welchen schulischen Herausforderungen Schüler*innen aus Familien mit Migrationsgeschichte, aus Nicht-Akademiker*innen- oder ärmeren Haushalten begegnen. Wir wollen Vorbilder für andere junge Erwachsene mit untypischen Vornamen oder unaussprechlichen Nachnamen sein“, berichtet Lizge Yikmis, die die Idee zu Haydee! hatte und im Frühjahr 2020 gemeinsam mit sieben weiteren jungen Frauen mit Migrationsgeschichte – studierend und berufstätig – die Plattform Haydee! gegründet hat. Oftmals sind es Sprachbarrieren, mangelndes Fachwissen und die finanzielle Situation der Familie, die es Eltern nicht möglich machen, ihre Kinder in ihrer Bildungslaufbahn zu unterstützen. Haydee! will gemeinsam mit diesen Kindern lernen, sie motivieren, sie bei dem Erlernen der deutschen Sprache unterstützen und ihnen den notwendigen Rückenwind geben, um in der Schule erfolgreich zu sein.

Es geht aber nicht nur um das Teilen von Wissen. Dem Team ist der Austausch zwischen Schüler*in und Nachhilfelehrer*in sehr wichtig. Die Mentees können ihre persönlichen Sorgen jederzeit mit den Mentor*innen teilen – ohne Angst davor haben zu müssen, auf Unverständnis für ihre jeweilige Situation zu stoßen.

 

Noch einfacher mit mehr Mentor*innen und der Haydee!-App

Was das Team aktuell beschäftigt? Weitere ehrenamtliche Mentor*innen finden, um allen interessierten Schüler*innen eine*n Nachhilfelehrer*in zuteilen zu können. Neue Ehrenamtliche sind herzlich willkommen!

Nichtsdestotrotz hat das Team während des Förderzeitraums von digital.engagiert bereits einige Meilensteine erreicht – nicht zuletzt den zweiten Platz beim digital.engagiert-Hackathon. Während des Hackathons arbeiteten sie daran, den Anmeldeprozess und die Kommunikation zwischen Mentees und Mentor*innen einfacher zu gestalten. Das Ergebnis: das Konzept für die Haydee!-App. Ein vielversprechender Blick in die Zukunft des jungen Projekts.

 

Kreativ, explosiv, intensiv: Improvisationstheater digital spielen lernen

Was machst du, wenn alle Aufmerksamkeit schlagartig auf dich gerichtet ist – im Freundeskreis, im Schulunterricht oder in anderen Alltagssituationen? Trittst du selbstbewusst auf und weißt mit der Situation umzugehen oder wünschst du dir, im Erdboden zu versinken?

Wie du spontan und souverän reagierst, kann dir Spotlight Spontan beibringen. Das Projekt, welches von Amazon und dem Stifterverband im Rahmen der Förderinitiative digital.engagiert unterstützt wird,  möchte mehr junge Menschen für Improvisationstheater begeistern und bietet aus diesem Grund eine von überall zugängliche, kostenlose digitale Bühne für theaterbegeisterte Jugendliche an.

Dabei steht fest: Wer improvisieren kann, ist klar im Vorteil. Denn in den Online-Impro-Sessions wird ohne Skript, ohne Proben, aber mit viel Kreativität Kunst gemacht.

 

Die persönliche Entwicklung von Jugendlichen fördern

Improvisationstheater ist Theater, das in dem Moment entsteht, wenn das Spotlight spontan auf den oder die Schauspieler*in gerichtet ist. Meistens sind es Impulse oder Inspirationen aus dem Publikum, die die Schauspielenden aus dem Nichts in verschiedene Rollen und Szenen schlüpfen lassen. „Viele Stars wie Emma Stone, Childish Gambino und Jimmy Fallon begannen ihre Karriere als Improspieler*innen! Für viele Jugendliche sind sie große Vorbilder. Das motiviert. Was viele Jugendliche zusätzlich darin bestärkt, Improtheater zu spielen ist, dass sie dadurch selbstbewusster, schlagfertiger und souveräner im Umgang mit Herausforderungen werden“, erklärt Elisabeth Roth, Theaterwissenschaftlerin, freiberufliche Schauspielerin und Schauspiellehrerin bei der Affirmative, einem Ensemble aus Mainz. Gemeinsam mit dem Kernteam um Thomas Geier und Caro Spörer – ebenfalls aktiv bei der Affirmative – hat sie im Frühjahr 2021 das Projekt Spotlight Spontan ins Leben gerufen. Was das Improvisationstheater anbelangt, sind sich die drei einig: Etwas Besseres hätte ihnen als Teenager*innen nicht passieren können. Durch das Improtheater haben sie als Jugendliche in einer entscheidenden Phase ihres Lebens gelernt, auf andere zuzugehen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und positiv mit dem Scheitern umzugehen. Für die persönliche Entwicklung von jungen Menschen ist der Erwerb dieser Eigenschaften wegweisend. Und sie haben Spaß dabei!

 

Eine digitale Bühne für Jugendliche schaffen

Spotlight Spontan ist ein Webportal, über das man kostenlose digitale Improtheater-Workshops für Jugendliche buchen kann. Geleitet werden die monatlich stattfindenden Online-Impro-Sessions vom Team selbst sowie von anderen Theaterpädagog*innen und Improspieler*innen. Mit einem Klick auf das Smartphone, das Tablet oder den Laptop wird jungen Menschen eine eigene Bühne und gleichzeitig ein geschützter Raum zum Kreativsein geboten. Es wird gemeinsam geübt, gespielt und gelacht. Außerdem geben die Online-Kurse den jungen Schauspieler*innen die Möglichkeit, sich unabhängig von ihrem Wohnort oder ihrem Hintergrund mit anderen Theaterbegeisterten zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und zum erneuten digitalen Theaterspiel zu verabreden.

Bei den monatlichen Sessions gibt das Team jungen, aufstrebenden Improspieler*innen zudem die Chance, Erfahrungen als Workshopleiter*in zu sammeln, sodass sie auf langfristige Sicht andere Jugendliche anleiten können: Improtheater-Kurse von Jugendlichen für Jugendliche.

 

Zugang zur Theaterwelt für alle

Elisabeth und Thomas geben bereits seit mehreren Jahren kostenlose Präsenz-Improvisationskurse für Jugendliche. Die Kurse finden in Mainz statt und richten sich vor allem an Jugendliche aus der Region. Jede*r kann daran teilnehmen – ganz ohne Vorkenntnisse oder Impro-Erfahrung. Sie proben mit den jungen Schauspieler*innen wöchentlich und treten regelmäßig mit ihnen vor Publikum auf – wenn die Theatersäle nicht gerade aufgrund einer Pandemie geschlossen bleiben. Doch nicht nur die Corona-Pandemie hat das Team dazu veranlasst, digitale Kurse anzubieten. „Wir wollen Improvisationstheater für alle Jugendlichen zugänglich machen. Deshalb richtet sich Spotlight Spontan vor allem an Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, die wenig oder gar keinen Zugang zu Theaterangeboten haben, etwa Jugendliche aus Familien mit niedrigerem Bildungsabschluss oder weniger Einkommen, mit Sprachbarrieren oder im ländlichen Raum. Mit Jugendlichen, die wir beispielsweise aus logistischen Gründen nicht erreichen, können wir über das Internet einen direkten Draht aufbauen“, berichtet Thomas. Ein Vorteil: Es ist keinerlei Theatererfahrung notwendig – es muss nicht einmal dieselbe Sprache gesprochen werden. Auch für Schulen, Vereine oder Jugendarbeits-Einrichtungen gibt es ein digitales Impro-Angebot, bei dem sich junge Menschen gemeinsam kreativ ausleben können.

 

digital.engagiert: Neuer Online-Auftritt für neue Online-Kurse
Während des Förderzeitraums von digital.engagiert hat das Team intensiv an der Weiterentwicklung seines Online-Auftritts gearbeitet. Im Juli ging dann die neue Website online: Mit neuem Fotomaterial, vielen aktuellen Informationen und mit der Möglichkeit, Kurse mit einem Klick online zu buchen. Nicht nur der Website-Relaunch war ein wichtiger Meilenstein während des digital.engagiert-Förderzeitraums. Die erste Online-Session, eine Vielzahl an neuen Mitgliedern und sogar die ersten Buchungen von Schulklassen waren für das Team eine Motivationsspritze. „Mit der Hilfe von digital.engagiert konnten wir unser Projekt viel mehr Jugendlichen nahebringen – auch außerhalb unseres regionalen Kreises“, blickt Elisabeth auf die vergangenen Monate zurück.

Die Zukunft hält weitere Meilensteine für das Team bereit und man darf gespannt sein, wer spontan ins Spotlight tritt!

 

Freund*innen, Foren oder Pornografie zur Sexualaufklärung? Frag lieber LOVIS

„Peinlich, peinlicher, Sexualkunde.” So nehmen viele Jugendliche die sexuelle Aufklärung in der Schule wahr. Unbehagen und Scham hindern sie daran, im Klassenzimmer die Fragen zu stellen, die ihnen wirklich unter den Nägeln brennen. Die Folge: Sie fühlen sich alleingelassen. Klar ist, dass die Aufklärung für eine positive und verantwortungsvolle Haltung jedes*r Einzelnen gegenüber Sexualität und für eine tolerante und respektvolle Gesellschaft unentbehrlich ist. Aber wie gelangen Teenager*innen an seriöse, altersgerecht aufbereitete Informationen in einem Raum frei von Peinlichkeit? FragLovis ist die Antwort.

Das digital.engagiert-Team FragLovis macht Sexualbildung digital. Es entwickelt eine Wissensplattform mit integriertem Sex-Ed-Chatbot, über den sich junge Menschen anonym und altersgerecht über Themen der sexuellen Entwicklung informieren können.

#SexEducation: Aufklärung, die ankommt

„Viele Fragen, die Teenager rund um ihre eigene Sexualität haben, werden von Eltern oder Lehrkräften nicht beantwortet“, beschreibt Jana Pyrek, eine der Gründerinnen von FragLovis, die Situation. Zufluchtsort junger Menschen ist das Internet. Doch auch hier finden Jugendliche nicht immer seriöse Hilfe. Das bestätigt auch der Blick zurück auf die eigene Schullaufbahn: „Wir haben uns gefragt, mit welchen Themen wir uns im Stich gelassen gefühlt haben und wo es Lücken gab. Das war für uns definitiv die Sexualbildung“, erklärt Jana. Nicht nur Einzelerfahrungen, auch Studien decken diese Lücke auf: Jede*r zehnte Teenager*in kann das eigene Wissen zur sexuellen Entwicklung nicht richtig einschätzen. Insbesondere der Schulunterricht schneidet als Informationsquelle schlecht ab.

„Was vielen Schüler*innen fehlt, ist ein geschützter Raum, in dem offen gefragt und geantwortet werden kann, in dem man nicht ausgelacht oder bloßgestellt wird“, ergänzt Jana. Es ist aber nicht nur die Art der Informationsvermittlung. Auch die Anforderungen an die thematische Ausrichtung der Sexualbildung haben sich geändert. Schüler*innen wünschen sich andere Themen: sexuelle Orientierung, Gender, Identität. Themen, die auf den öffentlichen Agenden zu finden sind, aber kaum im Lehrplan. „Diese Themen brennen auch uns unter den Nägeln. Wie muss es Jugendlichen gehen, wenn selbst ich mich nicht traue, alles zu fragen?“, überlegt Jana.

FragLovis antwortet: 24/7

Für dieses Problem hat das Team eine Lösung gefunden: Ein Chatbot, der mithilfe von künstlicher Intelligenz automatisch auf individuelle Fragen von Nutzer*innen zum Thema Sexualität eingeht. Der Vorteil von LOVIS – wie sie den geschlechtsneutralen, fiktiven, aber dennoch personalisierten Bot nennen – ist seine Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit. „Jugendliche bekommen Informationen in Echtzeit, zum Beispiel mitten in der Nacht, wenn Sorgen sie am Schlafen hindern“, so Antonia Böttinger, Mitgründerin von FragLovis. Integriert ist LOVIS in eine Website, die gleichzeitig als digitale Wissensplattform dient.

„Einige Chatbots erlauben es ihren Nutzer*innen, frei formulierte Fragen zu stellen, andere lenken sie, indem sie ihnen Fragen stellen und so das Themengebiet immer weiter eingrenzen“, erklärt Sarah Holzenkamp, die das Gründerinnen-Trio komplett macht. Dafür sind große Datenmengen, etwa vorformulierte Fragen und Antworten, notwendig. Um den Bot auf die Fragen der Nutzer*innen vorzubereiten, ist das Team sowohl mit Jugendlichen, Lehrkräften als auch mit Ärztinnen und Ärzten im Austausch. Noch ist der Chatbot ein Prototyp – gemeinsam mit ihren Unterstützer*innen beim digital.engagiert-Hackathon haben sie diesen entwickelt. Eine neue Design-DNA zeichnet sich auch schon auf der Website und auf Social Media ab – vor allem auf Instagram nimmt die Aktivität des Teams an Fahrt auf. Denn über diesen Kanal ist die junge Zielgruppe besonders gut zu erreichen.

Dank Förderung richtig durchstarten

Den Weg ins Unternehmertum haben die drei Oldenburgerinnen mit BWL-Hintergrund nicht zufällig eingeschlagen. Ab Herbst wird das Team durch das Innovationsprogramm für Geschäftsmodelle und Pionierlösungen (IGP) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und durch das Jugend-Budget des Bundesjugendministeriums gefördert. „Wir sind überglücklich, dass wir gegründet haben und zwei Finanzierungen in Aussicht haben. Tatsache ist aber, dass die Vorbereitungen mehr Ressourcen beanspruchen als gedacht“, berichtet Jana. Zu den organisatorischen Aufgaben zählen vor allem die weitere Meilensteinplanung, die Ausschreibung von Stellen in den Bereichen Marketing und Tech und die Vorbereitung der Arbeitspakete, die mit den jeweiligen Finanzierungssträngen angegangen werden sollen.

„Am Anfang des Förderzeitraums hatten wir die Idee, Sexualbildung zu verbessern. Von der Gründung waren wir noch weit entfernt. Jetzt sind wir ein Social Start-up – das ist unglaublich! Die Förderung im Rahmen von digital.engagiert – sowohl finanziell als auch durch das Coaching, Workshops und den Hackathon – war ein tolles Sprungbrett“, fasst Jana zusammen.

Schule ein Gesicht geben

Mitdenken, mitreden, mitgestalten: Schüler*innenvertretungen gibt es schon viele Jahre. Denn Demokratie muss im Kleinen anfangen, um im Großen verstanden und gelebt zu werden. Daran glaubt die Initiative Schule ein Gesicht geben e.V. Aber können Schüler*innenvertretungen etwas bewegen? Lohnt sich das Engagement im deutschen Schulsystem überhaupt? Ihre Antwort ist: Ja, wenn die Arbeit von Schüler*innenvertretungen Mitwirkung möglich macht, Schüler*innen-Stimmen in die Gestaltung des Schulalltags einfließen und Veränderungen sichtbar werden.

Schule ein Gesicht geben e.V., eins von zwölf digital.engagiert-Teams der aktuellen Förderrunde, unterstützt die Arbeit von Schüler*innenvertretungen mit Wissen und Beratung in Form von Fortbildungen, Netzwerkmöglichkeiten und einer App als Wissensplattform.

 

Schüler*innen eine Stimme geben

„In meiner Schulzeit habe ich mich selbst als Schülervertreter engagiert. Von da an lief es viel entspannter im Schulalltag: Ich hatte Spaß, habe Leute getroffen, mir ein großes Netzwerk aufgebaut,“ erzählt Jonas Schmidt, Gründer des Vereins. Jonas‘ Schilderung zeigt: Schüler*innenvertretungsarbeit verbindet, weil man für eine gemeinsame Sache kämpft. Aber nicht nur das: „Selbstwirksamkeit im eigenen Alltag zu erfahren, prägt sehr stark. Diese Erfahrung möchte ich Schüler*innen mit meinem Engagement auch ermöglichen,“ ergänzt Tanja Hoss, Referentin für politische Bildung im Verein.

Die Idee für Schule ein Gesicht geben entstand aus einem großen Bedarf heraus: Schüler*innen wissen oft nicht, wie sie ihre Rechte einfordern können. Laut Schulgesetz ist das Heranführen an demokratische Abläufe Aufgabe der Schulen. In der Realität sieht das nicht selten anders aus – und genau hier knüpft die Arbeit von Schule ein Gesicht geben an. Schule soll ein Ort der Mitgestaltung und der Gemeinschaft sein – kein anonymer Ort zum Lernen. Wichtig ist, dass Schüler*innen sich in ihrem Schulalltag wiederfinden und damit identifizieren können.  Für Jonas ist klar: „Es gibt Schulgesetze. Diese sollen den Jugendlichen zugutekommen.“ Aus diesem Grund hilft das Team – eine Gruppe von ehemaligen Schülervertreter*innen, Dozent*innen aus der politischen Bildung und weiteren Ehrenamtlichen– den jungen Engagierten dabei, die Arbeit von Schüler*innenvertretungen (SV-Arbeit) zielführend und nachhaltig zu gestalten, sodass Schüler*innen mitreden und von ihren Rechten Gebrauch machen können.

 

Demokratie im Schulalltag: analog und digital

In den Fortbildungen gibt das Team Input zu den Hintergründen der SV-Arbeit und Tipps zu effektiven Arbeitsweisen.   Gemeinsam mit den Teilnehmenden entwickelt es Pläne für die eigene Schüler*innenvertretung. Kommen Schüler*innen bei Konflikten nicht zu ihrem Recht, können sie bei der Beratungsstelle des Teams Unterstützung anfragen. Das A und O ist der Austausch im Netzwerk. Dieser findet in Regionalgruppen statt: SV-Aktive, die sich zusammentun, um Wissen und Erfahrungen zu teilen. Eine App soll diese Inhalte auch digital zugänglich machen.

Die Web-App „Mein SV-Wissen“ ist eine Sammlung von relevanten Informationen und Materialien für den SV-Alltag sowie Beispiel-Projekten und Lösungen, die andere Schüler*innenvertretungen für ihre Probleme gefunden haben – jugendgerecht, praxisorientiert und interaktiv. Für Interaktion und die spielerische Auseinandersetzung mit der Thematik sorgen Videos, Prezis, Checklisten, Grafiken und Quizzes. Aufgegriffen werden alle Themenfelder rund um die SV-Arbeit: Was ist SV-Arbeit? Welche Rechte haben wir? Wen können wir ansprechen, wenn wir Unterstützung brauchen? Mithilfe von Feedback werden die Themen regelmäßig aktualisiert. Das Besondere: Ein solches Angebot gibt es bisher nicht. „Es wurde immer wieder nach einer App gefragt – letztlich haben wir die Umsetzung einfach gewagt,“ erklärt Tanja.

 

Wachstum? Ja – aber koordiniert

Was das Team aktuell bewegt: das Wachstum ihres Vereins. „Unser Angebot wird immer gefragter und es wollen sich uns immer mehr Menschen anschließen. Das ist toll, allerdings müssen wir unsere internen Strukturen noch an das stetige Wachstum anpassen,“ schildert Jonas. Gleichzeitig braucht das Team bei der Vielfalt seiner Aufgaben Unterstützung. Neuzugänge sind deshalb herzlich willkommen: kontakt@schuleeingesichtgeben.de. Die Herausforderung liegt darin, das schnelle Wachstum zu koordinieren. „Wir haben einige Herausforderungen, aber wir sind drauf und dran, Lösungen für diese zu finden und umzusetzen,“ sagt Tanja.

Das Team von Schule ein Gesicht geben hat schon einige Meilensteine erreicht. Vor allem die Wochen um den digital.engagiert-Hackathon waren aufregend: Entwürfe für die App erstellen und finalisieren, eine*n Programmierer*in finden – der erste Prototyp war direkt ein voller Erfolg für das Team. Genauso wie die Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung hatte das Team die Kapazitäten, intensiv an der Weiterentwicklung seiner Inhalte zu arbeiten. Die Arbeit lohnt sich: „Wir sehen jeden Tag so viele inspirierende Projekte von Schüler*innenvertretungen. Ob ein eigenes Gremium zur Mitwirkung bei Disziplinarverfahren, Schul-Demos gegen Rassismus oder ein LGBTIQ+-Café. All diese Projekte zeigen, was SV-Arbeit bewegen kann,“ erzählt Tanja.

 

digital.engagiert brachte einen Stein ins Rollen

Das größte Projekt des Teams während des Förderzeitraums von digital.engagiert ist die Digitalisierung der Bildungsarbeit: die Web-App. „Ohne die Initiative wäre die App dieses Jahr nicht möglich gewesen. Das hätten wir nicht geschafft. digital.engagiert hat einen Stein ins Rollen gebracht,“ berichtet Jonas. Vor allem die Coachings und der Austausch mit den Expert*innen von Amazon, Amazon Web Services und Stifterverband haben Schule ein Gesicht geben rund um die Themen Fundraising, Pitching und Social Impact sehr geholfen. Mit der Entwicklung der App hat das Team einen großen Schritt nach vorne gemacht. Parallel zur Finalisierung der App und der Aufbereitung von Inhalten und Tutorials für diese hat Schule ein Gesicht geben einen Instagram-Kanal eingeführt, baut die Zielgruppenansprache auf diesem aus und experimentiert weiterhin bei den Möglichkeiten zum Austausch zwischen den Regionalgruppen. Die deutschlandweite Ausbreitung des Angebots nimmt ebenso einen Platz auf der To-do-Liste des Teams ein – so sollen Schüler*innenvertretungen aus allen Bundesländern relevante Informationen digital wie analog nutzen können.