Future of Education Hackathon #3: Bildung von morgen digital gestalten

Beim „Future of Education Hackathon“ kamen mehr als 100 Expert*innen aus Bildung, Tech und Design zwei Tage lang virtuell zusammen und lösten die Herausforderungen der Teams.

Worum es bei dem „Future of Education Hackathon“ geht, brachten die Initiator*innen und Organisator*innen auf den Punkt: „Im Mittelpunkt steht die Lösung gesellschaftlicher Probleme, nicht allein das Digitalisieren. Dafür ist die richtige Einstellung notwendig. Und der Hackathon bringt Menschen mit dieser Einstellung zusammen.“ Mit diesen Worten begrüßte Ole Wulff (Amazon) zusammen mit Laura Benning (Stifterverband), Lars Schmitz (Amazon Web Services) und Leonhard Nima (N3XTCODER) die Teilnehmer*innen. N3XTCODER, ein Berliner Start-up, das das nachhaltige Lösen gesellschaftlicher Probleme durch Technologie fördert, war federführend verantwortlich für die Organisation des Hackathons. Was den Hackathon ausmachte: herausfordernde Fragestellungen, interdisziplinäre Teams, unterschiedliche Denk-, Arbeits- und Herangehensweisen – und jede Menge Spaß an neuen Lösungen.

Startschuss für die Arbeitsphase: Das Haydee! Team ermöglicht Schüler*innen aus Nicht-Akademiker*innen-Haushalten und Familien mit Migrationsgeschichte kostenlose, digitale 1:1- Nachhilfe. Während des Hackathons arbeiteten sie daran, den Anmeldeprozess und die Kommunikation zwischen Mentees und Mentor*innen einfacher zu gestalten. Das Ergebnis: das Konzept für die Haydee!-App, über die Termine gebucht, Matches gefunden und sich ausgetauscht werden kann. „Wir freuen uns sehr über die Gelegenheit, die uns der Hackathon geboten hat, und blicken auf weitere arbeitsreiche Monate, um das Leben von Schüler*innen zu erleichtern“, berichtet das Team.

Der Verein Schule ein Gesicht geben e.V. will bestehendes Wissen für Schüler*innenvertretungen auf ihrer Website und in einer App verständlich aufbereiten und einfach zugänglich machen. Ihre Hackathon-Herausforderung? Formate und Umsetzungsmöglichkeiten, die das Wissensarchiv für Jugendliche spannend machen, finden und den neuen Websiteaufbau so aufbereiten, dass mit dem Programmieren begonnen werden kann. „Der Hackathon hat gezeigt, dass die Schwarmintelligenz – das Wissen von Expert*innen aus den verschiedensten Bereichen – ausgerichtet auf unser Projekt, enorm viel bewirken kann“, so Jonas Schmidt, Vorstand und Gründer von Schule ein Gesicht geben e.V.

Die Hacker School bietet Programmier-Projekte an, um junge Menschen für IT und Programmieren zu begeistern. Im Rahmen des Projekts Hacker School @yourschool programmieren Unternehmen gemeinsam mit Schüler*innen im Unterricht und stellen IT-Berufe vor. „Der Tag war unglaublich ergiebig. Wir haben in zwei Teams sehr intensiv und effizient gearbeitet. Wir sind viel weitergekommen, als ich dachte“, berichtet Eva Drechsler-Györkös, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Hacker School. Beschäftigt hat sich die Hacker School während des Hackathons mit der Kommunikation in Richtung Unternehmen und Schulen: Welche Kanäle erreichen die Zielgruppen und wie können sie Schulen und Unternehmen zur Kontaktaufnahme aktivieren? „Wir haben ganz neue Wege entdeckt, die wir gehen können“, fasst Drechsler-Györkös zusammen.

Innovative Methoden, Tech- und Design-Fähigkeiten sowie Wissen über die Zielgruppen: Was den Teams noch fehlte, brachten die freiwilligen Unterstützer*innen mit in den Hackathon. Viele stellten ihre Programmier- und Designexpertise zur Verfügung. So auch Helmar Stammann und Tugce Yücetürk, Unterstützer*innen im Team LOVIS: „In Tech und Design sehen wir Möglichkeiten, die Welt von morgen mitzugestalten. Das hat allen Spaß gemacht. Wir freuen uns schon auf den nächsten Hackathon!“ Florin Barbuceanu, Senior Solutions Architect bei Amazon Web Services, hat im Team LOVIS dabei unterstützt, einen Chatbot zu bauen und in die Website zu integrieren. „Dabei haben wir rückwärts von dem ausgehend gearbeitet, was für unseren Kund*innen – in diesem Falle Jugendliche verschiedener Altersgruppen – am vorteilhaftesten ist“, erklärt er Working Backwards, die Innovationsmethodik von Amazon, in der Praxis. Im „Future of Education Hackathon“ hat er die perfekte Gelegenheit gesehen, motivierte Menschen dabei zu unterstützen, den Bildungsbereich zu verändern: „Ich glaube, alle haben das Recht auf hochwertige Bildung. Wie diese leichter zugänglich und effizienter gemacht werden kann, interessiert mich sehr“, ergänzt er.

Einen ganzen Tag lang konzipierten, designten und programmierten die Teams mit den freiwilligen Helfer*innen. So entstanden neue Designs, erste Prototypen und Konzepte: von Websites und Chatbots über Customer Journeys bis hin zu Social Media-Auftritten. Einige Teams feilten bis spät in die Nacht an ihren Prototypen und Präsentationen. Am nächsten Tag entschied die Jury. Darunter Lars Schmitz, Kristin Levin vom Landessportbund Niedersachsen e.V., die 2018 bei digital.engagiert Platz 3 belegte, Stephanie Frost, Mitgründerin bei Vostel Volunteering, die 2018 auch Teil von digital.engagiert war, Sabrina Goerlich, Design Strategist, Gründerin und Trainerin, und Farid Bidardel, Mitgründer von TensorParc und Vorstandsmitglied von CodeDoor.org.

Welche Fortschritte konnten die Teams erzielen? Wussten die Gruppen die Expertise ihrer Helfer*innen einzusetzen? Wie viel Potenzial sieht die Jury in den Projekten? „Die Teilnehmenden haben innerhalb kürzester Zeit tolle Leistungen erbracht. Das wird eine sehr schwere Entscheidung!“, so Lars Schmitz. Die Wahl fiel schließlich auf LOVIS. Die Gewinnerinnen machen Sexualbildung digital. Über eine Website und eine App als Sexualwissensplattformen mit integriertem Chatbot können sich Teenager altersgerecht und anonym über Themen der sexuellen Entwicklung informieren. Gemeinsam mit den freiwilligen Helfer*innen widmete sich das Team während des Hackathons zwei Herausforderungen: dem Website-Design und dem Chatbot. Innerhalb weniger Stunden erneuerten sie das gesamte Website-Design und programmierten eine erste Version ihres Chatbots. „Die Zusammenarbeit hat sehr viel Spaß gemacht! Natürlich gibt es noch viel zu tun, aber wir sind motivierter denn je: Wir haben einen Meilenstein erreicht und den Beweis erbracht, dass wir in der Lage sind, einen Sex-Ed-Chatbot praktisch umzusetzen“, so Jana Pyrek von LOVIS. Als Preis erhält das Team technische Unterstützung von N3XTCODER für einen gesamten Tag. Zudem darf das Team gemeinsam mit dem zweitplatzierten Team Haydee! und Platz drei, Hackerschool, seine Idee im August auf einem N3XTCODER Tech-Meet-up erneut vorstellen.


Rückwärts arbeiten – und Innovationen vorantreiben

„Lass uns mal ‘ne App bauen!“ Eine Produktidee ist schnell skizziert. Doch vor der Entwicklung lohnt es sich, ein paar Schritte zurückzugehen. Was ist eigentlich das Problem, das das neue Produkt lösen soll? Und wer hat das Problem eigentlich genau? Ein Beispiel: Eine App für sexuelle Aufklärung war die Idee der LOVIS-Gründerinnen Antonia Böttinger, Jana Pyrek und Sarah Holzenkamp. Gute Idee! Damit die App auch bei der jugendlichen Zielgruppe ankommt, haben sich die drei Entwicklerinnen in die Lebenswelt der Anwender*innen begeben, um die Bedürfnisse auch wirklich zu verstehen. Dazu nutzten sie Amazons Innovationsmethodik „Working Backwards“.

Diese Methodik startet am Ende des Innovationsprozesses und skizziert direkt am Anfang, was am Ende rauskommen soll – damit das Produkt nicht nur da ist, sondern tatsächliche Probleme von Menschen löst. Dieses Vorgehen ist schon lange Teil in Amazons Alltag. Für die Teams der 4. Förderrunde von digital.engagiert ist es das jetzt auch. Lars Schmitz, Digital Innovation Lead bei Amazon Web Services (AWS) und Jurymitglied von digital.engagiert zeigte den Teams in einem zweitägigen virtuellen Workshop, wie man die Methodik angeht und teilte seine Erfahrungen aus der Produktentwicklung und dem Startup-Coaching mit ihnen. Am Anfang standen einige Kernfragen: Wer sind die Anwender*innen und welche Probleme haben sie? Welchen Nutzen soll das Produkt für sie erfüllen? Und wie erfährt die Zielgruppe das Produkt? Lässt sich der Bedarf an der Produktidee durch Daten belegen?

Sind die zentralen Fragen beantwortet, machen die Teams einen gedanklichen Sprung in die Zukunft und entwickeln eine fiktive Pressemitteilung. Ziel ist es, den Nutzen des jeweiligen Produkts für eine ganz spezielle Zielgruppe auf den Punkt zu bringen. Ein Storyboard hält das gewünschte Erlebnis visuell fest.

Diese Erfahrung hat auch das digital.engagiert Team LOVIS gemacht. LOVIS nimmt sich dem geschilderten Problem vieler Jugendlicher an und macht Sexualbildung digital. Das Team entwickelt eine App mit Wissensplattform und Chatbot, über die sich Teenager anonym und altersgerecht über Themen der sexuellen Entwicklung informieren können. Working Backwards hat ihre Perspektive verändert: „Man setzt eine Brille auf, mit der man die Nutzer*innen plötzlich ganz anders sieht“. So hat das Team mithilfe der „Anwender-Brille“ ein weiteres Teilproblem ihrer Zielgruppe identifizieren können: Den Faktor Zeit bei der Informationsbeschaffung. Das geht digital am schnellsten. Das Hineinversetzen in die Nutzer*innen fiel ihnen leicht. Schwerer war es, deren Problem und Bedürfnisse kurz und prägnant in Worte zu fassen. Mit dem Ergebnis sind sie zufrieden: „Wir hatten plötzlich vereinfacht vor Augen, was wirklich Sache ist.“

Bestärkt durch die neuen Erkenntnisse aus dem Working-Backwards-Workshop hat sich das Team in die Vorbereitungen für den anstehenden Hackathon gestürzt. Zwei spannende Fragen bewegen das Team schon jetzt: Welche Expert*innen werden ihnen unterstützend zur Seite stehen und welche Themen werden sie gemeinsam angehen?

Der Future of Education-Hackathon geht in die 3. Runde: Seid dabei!

Digitale Bildung braucht neue Ideen. Die spannendsten findet ihr beim digital.engagiert-Hackathon! Helft den zwölf Teams dabei, mehr aus ihren Ideen zu machen! 

Am Donnerstag, 29. April 2021, veranstaltet digital.engagiert in Zusammenarbeit mit N3XTCODER den Future of Education-Hackathon #3. Egal ob Product Owner, Design- oder Bildungsexpert*innen – unterstützt, inspiriert und fordert unsere Teams mit eurer Expertise und euren Erfahrungen heraus. 

Das ganztägige Online-Event bietet euch die Möglichkeit mit inspirierenden Social Entrepreneurs und Engagierten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzuarbeiten: Teilt euer Wissen und eure Fähigkeiten und leistet einen Beitrag zur Digitalisierung der Gesellschaft. Gleichzeitig lernt ihr Experten von Amazon, AWS, dem Stifterverband und viele weitere kreative Köpfe aus dem Tech-Bereich sowie dem sozialen Sektor kennen und erweitert so euer professionelles Netzwerk. 

Freut euch auf spannende digitale Lösungen und eine bunte Gemeinschaft aus Change Makern!

Ihr wollt mehr über den Hackathon erfahren? Schaut hier vorbei!

Direkt zur Anmeldung für die Teilnahme am Hackathon geht es hier! Die Anmeldefrist ist der 25. April 2021. 

Virtuell und voller Tatendrang: der Kick-Off von digital.engagiert 2021

Ob in der Bildung, in der Musik oder beim Theater – die zwölf Teams der vierten Förderrunde von digital.engagiert engagieren sich in vielfältigen zivilgesellschaftlichen Bereichen mit digitalen Lösungen. Beim diesjährigen Kick-Off lernten sich die Teams und ihre Coaches*Coachinnen kennen – aufgrund der Covid-19-Pandemie bereits zum zweiten Mal digital. Und wie funktionierte dabei der persönliche Austausch? Ganz einfach: Mit Hilfe eines parallelen Chats und kleineren virtuellen Break-Out-Räumen, in denen sich die Teams und ihre Coaches*Coachinnen trafen. 

Den Startschuss gaben ZiviZ-Geschäftsführer Dr. Holger Krimmer und der Country Manager von Amazon.de Ralf Kleber in Form eines Interviews. Sie erklärten, was das Besondere an der Initiative ist. „Vor allem die Vielfalt und Kreativität der Teams zeichnet digital.engagiert aus”, so Krimmer. „Nachdem sich in der vergangenen Förderrunde vieles um das Thema Schule und Bildung gedreht hat, ist mit Rap-Musik und Impro-Theater diesmal auch der Kulturbereich dabei. Man sieht: Die Teams sind mutig und packen etwas an – darauf freue ich mich.” Anschließend lernten sich die Teams und ihre Coaches*Coachinnen kennen. Hierzu stellten die Projekt-Teams sich und ihre Ideen in kurzen Pitches vor. Zu Beginn jeder Vorstellung verrieten die Coaches*Coachinnen, womit das jeweilige Team sie überzeugt hat und wie sie es in den kommenden sechs Monaten unterstützen werden. 

Am zweiten Tag starteten auch schon die ersten Coaching-Sessions: In virtuellen Break-Out-Räumen tauschten sich die Coaches*Coachinnen mit ihren Teams über ihre Ziele und die weitere Zusammenarbeit aus. Ab sofort werden diese Coaching-Sessions regelmäßig stattfinden – plus noch weitere Workshop-Angebote sowie individuelle Beratung durch zahlreiche Expert*innen aus dem Netzwerk von digital.engagiert

Zum Ende des Kick-Offs wartete noch ein Highlight auf die Teilnehmenden: Das Team von Die Affirmative veranstaltete eine Session ihres Improvisationstheaters, bei dem alle Interessierten mitmachen konnten. Die Kostprobe des digitalen Theaters rundete die gelungene Veranstaltung noch einmal ab. Alle Teilnehmenden waren von den zwei Tagen hellauf begeistert und freuen sich auf das, was kommt – vollgepackt mit Austausch von Know-how, digitalen Innovationen und kreativen Ideen. 

Bis August 2021 bleibt es nun sechs Monate lang spannend: Dann werden die drei Gewinner-Teams bekanntgegeben, die die Jury am meisten überzeugten. Sie erhalten ein zusätzliches Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro, um auch im Anschluss an die Förderrunde weiter durchstarten zu können. 

digital.engagiert startet in die 4. Runde - mit diesen zwölf Teams

Jetzt geht’s los: digital.engagiert startet in die vierte Runde. Aus allen 230 eingereichten Projekten hat die Jury zwölf Projekte ausgewählt. Was erwartet die Teams nun? Eine ganze Menge Unterstützung: von finanzieller Förderung über umfangreiches Coaching bis hin zu einem breiten Netzwerk an Expert*innen aus Technologie, Zivilgesellschaft und Sozialunternehmen. Seit dieser Runde neu dabei in der Jury: Autorin und Unternehmerin Tijen Onaran. Sie freut sich auf die Projekte: „Digitales Engagement ist wichtiger denn je! Daher freue ich mich sehr, dass nun zwölf Teams in den kommenden sechs Monaten aktiv an Innovation und Zukunft arbeiten. Die Teams haben das, was wir in diesen Tagen mehr denn je brauchen: den Mut zum Machen!“ Am 25. und 26. Februar lernen die Teams ihre Coach*innen in einem virtuellen Kick-Off kennen. Vorab stellen wir hier schon einmal die zwölf neuen Teams vor:

 

Die Affirmative:

Im Improvisations-Theater können sich Jugendliche persönlich und kreativ weiterentwickeln. Mit dem Projekt Spotlight Spontan möchte Die Affirmative allen jungen Menschen Improvisations-Theater zugänglich machen – und das digital. Über das Online-Portal können Jugendliche digitale Improtheater-Workshops buchen und sich miteinander vernetzen.

 

Hacker School gGmbH:

Die Hacker School bietet spannende Programmier-Projekte an, um junge Menschen für IT und Programmieren zu begeistern. Nun möchte sie ihr Angebot “Hacker School@home” kurzfristig in die Schulen bringen. Das Ziel: Schüler*innen ans Programmieren heranführen, IT-Azubis zu Lehrkräften fortbilden und Lehrer*innen zeigen, wie sie dabei unterstützen können.

 

Haydee! e. V:

Viele Kinder haben es in der Schule schwerer als ihre Mitschüler*innen. Haydee! unterstützt  sie mit digitaler Nachhilfe und sorgt so für mehr Chancengerechtigkeit. Die Initiative bringt ehrenamtliche Mentor*innen und Mentees zusammen. Zudem können sich Mentor*innen vernetzen und ihr Know-how miteinander teilen.

 

LOVIS:

Das Projekt LOVIS entwickelt eine App, über die sich Teenager anonym und altersgerecht über Themen der sexuellen Entwicklung informieren können – und zwar per Chatbot. LOVIS beantwortet die Fragen der Jugendlichen auf Basis von Fachwissen, um sie in ihrer freien und individuellen Entwicklung zu unterstützen.

 

MEIN MUTIGER WEG GbR:

Um Ausbildungs- und Studienabbrüche zu verhindern, kommt es auf eine moderne und nachhaltige Berufsorientierung an Schulen an. Die digitale Plattform TRAUMJOB CAMPUS vermittelt Schüler*innen altersgerecht und interaktiv, worauf es in bei der Berufswahl ankommt. Ausgewählte Coaches unterstützen dabei individuell.

 

naklar.io GmbH & Co. KG:

Viele Schüler*innen benötigen mindestens einmal während ihrer Schullaufbahn Nachhilfe in einem Fach – doch die außerschulische Lernhilfe ist für viele Familien schlicht zu teuer. Die App naklar.io vernetzt Schüler*innen mit geprüften ehrenamtlichen Tutor*innen: ob per Audiochat, Videochat oder einer virtuellen Tafel.

 

Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.:

Antisemitismus ist noch immer ein großes gesellschaftliches Problem. Das Netzwerk für Demokratie und Courage digitalisiert nun sein interaktives Bildungsangebot für Jugendliche: Durch Austausch, Online-Fortbildungen und Online-Veranstaltungen lernen die Jugendlichen Kompetenzen, um sich couragiert gegen Antisemitismus im Alltag einzusetzen.

 

Novaheal:

In Pflege-Ausbildungen liegen Theorie und Praxis oft weit auseinander. Die Folge: viel zu viele Ausbildungsabbrüche. Novaheal entwickelt eine digitale Lernplattform für Pflege-Azubis, um diesem Trend entgegenzuwirken. Auf interaktive und spielerische Art vermittelt die Plattform Lerninhalte, um die Pflege-Ausbildung nachhaltig zu verbessern.

 

Rapper* ohne Grenzen:

Rapper* ohne Grenzen möchte Kindern weltweit helfen, die englische Sprache zu lernen – und zwar mit Rap. In Form von Online-Workshops planen sie, den Kindern das Schreiben von Texten und das Erstellen von Instrumentalmusik beizubringen – mit gegenseitiger Unterstützung und angeleitet von Rapkünstler*innen auf der ganzen Welt.

 

Schule ein Gesicht geben e.V.:

Schulen sollten für Kinder demokratische Orte sein, an denen sie mitgestalten und mitbestimmen können. Um das große Potenzial von Schülervertretungen zu nutzen, hat sich der Verein “Schule ein Gesicht geben” etwas ausgedacht: Das Team stellt Klassensprecher*innen und Schüler*innenvertretungen Know-how durch eine App zur Verfügung: barrierefrei, interaktiv und intuitiv bedienbar.

 

Vote Rookie:

Politische Teilhabe bildet für junge Menschen oft eine große Hemmschwelle. Vote Rookie möchte das ändern: Auf ihrer digitalen Plattform können junge Menschen Bürgerinitiativen oder Abstimmungen zu eigenen Themen starten – und so gleichzeitig politische Medienkompetenz lernen.

 

WOHN:SINN:

Inklusive Wohnformen für Menschen mit Behinderungen zu schaffen ist keine einfache Aufgabe. WOHN:SINN will eine barrierefreie Lernplattform entwickeln, auf der Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen, Fachkräfte und Beratungsstellen voneinander lernen. Die interaktive Community beantwortet alle Fragen rund um inklusive Wohnformen schnell und einfach.

Die Jury hat entschieden: Das sind die drei Gewinner-Teams

Ob beim virtuellen Lernen, bei der Organisation des Unterrichts von zu Hause oder bei der ehrenamtlichen Weiterbildung: Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern stoßen hier oft an ihre Grenzen – gerade während der COVID-19-Pandemie. Die 12 Teams der dritten Förderrunde von digital.engagiert entwickeln in ihren Projekten digitale Lösungen, um diese Herausforderungen zu meistern. Nun wurden die drei Gewinner-Teams ausgezeichnet. Sie erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

Bei der Auswahl der Gewinner-Teams wurde die Bedeutung von neuen Bildungsangeboten in Zeiten von Home-Schooling deutlich. „Wir erleben leider gerade in den Zeiten der Coronakrise, dass wir im Bereich der digitalen Bildung nicht dort stehen, wo wir stehen müssten“, sagte Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung in ihrer Willkommensbotschaft. Bär betonte die Bedeutung von außerschulischen Impulsen: „Da leistet die Zivilgesellschaft einen ganz herausragenden Beitrag.“

Das Düsseldorfer Start-up Sharezone, gegründet von den zwei 19-jährigen Studierenden Nils Reichardt und Jonas Sander, hat die Jury während der Förderphase besonders überzeugt. Mit einem digitalen Hausaufgabenheft, Video-Konferenzen und vielen weiteren nützlichen Funktionen bietet Sharezone Schüler:*innen, Eltern und Lehrkräften eine Plattform, um den digitalen Schulalltag zu organisieren. Jurymitglied Lars Schmitz, Digital Innovation Lead bei Amazon Web Services (AWS), lobte die beiden Gründer: „Die größte Stärke der Plattform Sharezone ist, dass sie von jungen Menschen entwickelt wurde – inspiriert von ihren ganz persönlichen Erfahrungen aus dem Schulalltag. Diese Nähe zur Zielgruppe, die große Relevanz während des Lockdowns und das unternehmerische Denken der jungen Gründer hat die Jury überzeugt.“ Begleitet wurde Sharezone von Coach Jonas Deister, Geschäftsführer des Vereins Sozialhelden.

Auf den zweiten Platz schaffte es der Verein Corona School aus Bonn. Aus der besonderen Situation des Home-Schoolings während der COVID-19-Pandemie entstanden, vermittelt das Projekt den Kontakt zwischen Schüler*innen und Studierenden für eine kostenlose, digitale Lernbetreuung per Video-Chat. Außerdem bietet der Verein kostenlose digitale Kurse zu zukunftsrelevanten Themen für Schüler*innen an.

Den dritten Platz erreichte das Projekt juleica.digital mit einer App zur digitalen Ausbildung ehrenamtlicher Betreuer*innen von Kinder- und Jugendgruppen. Die App vermittelt Teilnehmenden das nötige Wissen, um die bundesweit einheitliche Qualifikation der „Jugendleiter*innen-Card“ (JuLeiCa) zu erlangen.

„Alle 12 Teams der nun abgeschlossenen Förderrunde adressieren in ihrer Arbeit höchst aktuelle Herausforderungen. Mit der COVID-19-Pandemie ist der Bedarf an digitalen Ansätzen, die klassische analoge Formate ergänzen, noch einmal dramatisch gestiegen – nicht nur in der Bildung, sondern zum Beispiel auch im Bereich der Qualifizierung von Ehrenamtlichen in Vereinen und Verbänden“, sagte Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands, bei der Preisverleihung.

Über ein halbes Jahr hatten die 12 teilnehmenden Teams – ausgewählt aus 172 Bewerbungen – ihre Ideen weiterentwickelt und umgesetzt. Dabei wurden sie von Mitarbeiter*innen von Amazon, AWS und dem Stifterverband sowie von persönlichen Coaches und weiteren Expert*innen begleitet und haben finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro erhalten. Die Gewinner bekommen zusätzlich ein Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro.  

Die vierte Förderrunde des Programms steht bereits in den Startlöchern: 230 Bewerbungen sind bei den Initiatoren eingegangen, aus denen die Jury nun 12 neue Projekte zur Förderung auswählt. „In der Zivilgesellschaft und im Bildungsbereich schlummert ein unglaubliches Potenzial für digitale Ideen. Die 230 neuen Bewerbungen bei digital.engagiert zeigen uns erneut, wie hoch die Relevanz ist – gerade während der Pandemie. Wir wollen helfen, dieses Potenzial zu entfalten”, so Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de.

IT4Kids: Vom lokalen Projekt zur deutschlandweiten Bewegung

Programmieren in der Grundschule? Bislang stehen dort nur Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Stundenplan. IT4Kids aus Aachen will das ändern und bringt Informatikunterricht an Grundschulen in ganz Deutschland. Das Konzept: Studierende gehen als Kursleiter*innen in die Klassen und erarbeiten mit den Kindern spielerisch die Grundlagen des Programmierens. Außerdem zeigen sie Lehrkräften, wie IT-Unterricht auch mit jungen Schüler*innen funktionieren kann. digital.engagiert unterstützt das IT4Kids-Team dabei.

„Programmieren klingt erstmal sehr abstrakt – nicht unbedingt etwas, das man einer Viertklässlerin oder einem Viertklässler zutraut. Doch wenn ich mit den Schülerinnen und Schülern ihr eigenes Spiel programmiere, sind sie sofort begeistert und mit Feuereifer dabei“, sagt Johanna Tolzmann. Die 22-jährige Informatik-Studentin ist bei IT4Kids für das Lehrkonzept verantwortlich und geht auch selbst als Kursleiterin in Grundschulklassen. Insgesamt engagieren sich bei der Initiative rund 120 Studierende. Sie bieten in vielen Regionen Deutschlands IT-Kurse für die Klassen 3 bis 5 an. „Von Informatik selbst muss man keine Ahnung haben, um als Kursleitung bei uns mitzumachen. Stattdessen sind viel Kreativität und Geduld im Umgang mit den Kindern wichtig“, sagt Johanna. Alles weitere ist Teil der Ausbildung, die jede*r neue Kursleiter*in vom IT4Kids-Team erhält.

Mit ihrem Angebot schließen die Studierenden von IT4Kids eine Lücke in der deutschen Bildungslandschaft: „Informatikunterricht an Grundschulen ist in Deutschland zwar politisch gewollt, an vielen Schulen fehlt aber eine Lehrkraft, die sich das zutraut und dem Thema annimmt“, erklärt Projektleiter Fynn Mazurkiewicz. Hier setzt das Konzept von IT4Kids an: Partnerschulen erhalten nicht nur kostengünstige Programmierkurse für ihre Grundschulklassen, sondern auch Unterstützung bei der Erarbeitung eines Konzepts, mit dem die Lehrkräfte langfristig selbst den IT-Unterricht fortführen können. Welche Lernmethoden funktionieren in welchem Alter? Welche Geräte und Programme sollte die Schule anschaffen? Das IT4Kids-Team liefert Antworten auf drängende Fragen. In virtuellen Workshops bietet das Team zudem auch Lehrkräften aus ganz Deutschland an, die IT4Kids-Kursleitungs-Ausbildung zu durchlaufen, um selbstständig IT-Kurse anbieten zu können.

Mithilfe von digital.engagiert will das Team von IT4Kids weiter expandieren. „Mit der Teilnahme an digital.engagiert haben sich unser Selbstbewusstsein und Blick in die Zukunft grundlegend verändert. Wir sehen uns nicht mehr als Projekt aus Aachen, sondern als deutschlandweite Bewegung“, sagt Fynn. Das Team plant, weitere Standorte in ganz Deutschland zu etablieren, und sucht dafür Studierende, die als soziale Gründer die Standortleitung übernehmen wollen. Sogar internationale Kooperationen in Belgien und den Niederlanden kann sich das Team in Zukunft vorstellen. Doch nicht nur das Selbstbewusstsein der Initiative wurde durch digital.engagiert gestärkt, auch ihre technische Infrastruktur bekam dank Hilfe von Amazon Web Services (AWS) ein Update. Das ist wichtig, damit in Zukunft alle virtuellen Angebote reibungslos funktionieren. Lars Schmitz, Digital Innovation Lead bei AWS, lobt das IT4Kids-Team: „Es macht großen Spaß, mit dieser hochmotivierten Truppe zusammenzuarbeiten. Sie haben Großes vor, und ich bin sicher, dass sie ihre Ziele erreichen werden.”

Zum Abschluss des sechsmonatigen Förderzeitraums zieht Fynn Bilanz: „Die Bewerbung bei digital.engagiert war super einfach, und für den geringen Aufwand bekommen die ausgewählten Teams wahnsinnig viel Unterstützung. Wir haben sowohl im Bereich Technik als auch beim Thema Business einen großen Schritt nach vorne gemacht und unheimlich viel gelernt.“

Mehr Infos zum Lehrkonzept und den Expansionsplänen von IT4Kids gibt es auch auf dem IT4Kids-Instragram-Kanal.

Rekord! So viele Bewerbungen gab's noch nie

Gerade endete die Bewerbungsfrist für die vierte Förderrunde von digital.engagiert. 230 Bewerbungen sind bei uns eingegangen. Damit habt ihr den Rekord aus der vergangenen Förderrunde von 170 Bewerbungen mehr als deutlich gebrochen.

Wie geht es jetzt weiter? Am 9. Februar 2021 wählt unsere Jury die 12 teilnehmenden Projekte für die neue Förderrunde aus. Im Anschluss daran werden wir sie euch bekannt geben.

Wir bedanken uns bei allen Teams für die Bewerbungen und wünschen euch viel Erfolg!

Den Schulalltag per App organisieren – mit Sharezone

Digitaler Unterricht und Home-Schooling – im Lockdown stehen Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern vor der großen Herausforderung, das Lernen zu Hause zu organisieren. Die App Sharezone schafft Abhilfe: mit einem digitalen Hausaufgabenheft, Video-Konferenzen und vielen weiteren nützlichen Funktionen, um den digitalen Schulalltag zu organisieren. Mit Sharezone sind die beiden Gründer Nils Reichardt und Jonas Sander Teil der aktuellen Förderrunde von digital.engagiert

Im Unterricht nicht alles notiert oder diesen einen Zettel nicht zur Hand, auf dem alle wichtigen Informationen stehen: ganz alltägliche Probleme für Schüler*innen. Schnell im Klassenchat um Hilfe bitten? Das führt nicht immer zum Erfolg: „Oft sind nicht alle in der gleichen Gruppe oder es antwortet einfach niemand“, sagt Nils Reichardt. Der 19-jährige Düsseldorfer nahm sich noch während des Abiturs vor, eine Lösung für dieses Problem zu finden. Er war sich sicher: „Alle haben mittlerweile ein Smartphone. Damit muss es doch möglich sein, den Schulalltag zu organisieren.“ Gesagt, getan: Zusammen mit Jonas Sander gründete Nils vor etwa zwei Jahren die Plattform Sharezone. „Wir haben früher zusammen Badminton gespielt, haben uns dann aber aus den Augen verloren. Als Nils gerade die Idee für Sharezone hatte, liefen wir uns zufällig über den Weg – im Internet“, sagt Jonas. Nils überzeugte Jonas von seiner Idee und davon, sein IT-Wissen bei der Programmierung von Sharezone einzubringen. 

Seitdem ist viel passiert. Zunächst startete Sharezone mit einem digitalen Klassenplaner, in dem Hausaufgaben und Klausurtermine eingetragen werden. Mittlerweile bietet die Plattform noch einige Funktionen mehr, um den Schulalltag digital zu organisieren. Ob Video-Konferenzen, eine Dateiablage für Materialien aus dem Unterricht oder eine Erinnerungsfunktion – mit der App hat die ganze Schulklasse Zugriff auf alles Wichtige. Auch Lehrkräfte und Eltern sollen in Zukunft die Plattform stärker nutzen, damit keine Informationen mehr verloren gehen können. Ob Arbeitsblätter oder Einladungen zum Elternabend – alles wird digital abrufbar sein. 

Die digitale Organisation des Schulalltags kommt gut an: Bis Anfang 2020 konnten Nils und sein Team bereits 50.000 registrierte Nutzer*innen verzeichnen, mittlerweile sind es schon über 175.000. Denn mit dem Beginn der Covid-19-Pandemie nahm die Bedeutung digitaler Tools in der Bildung noch einmal deutlich zu. Und gerade für das Homeschooling bietet Sharezone als „digitaler Klassenraum“ eine echte Hilfe. „An manchen Tagen hatten wir mehr als 1.500 neue Anmeldungen, das war ein tolles Gefühl“, sagt Jonas. 

Zusammen mit digital.engagiert bauen die beiden Gründer Sharezone weiter aus. Ihr Coach Jonas Deister von Sozialhelden e.V. unterstützt sie dabei: „Wir sprechen uns fast jede Woche und diskutieren, wie wir unser Geschäftsmodell weiterentwickeln oder weitere Unterstützer*innen für Sharezone gewinnen. Jonas und das ganze Netzwerk von digital.engagiert haben uns sehr weiter geholfen“, erzählt Nils. Auf die Unterstützung von Amazon Web Services (AWS) konnten die jungen Gründer ebenfalls zählen. „Gerade bei dem wichtigen Thema Datenschutz konnten wir auf die Expertise von AWS bauen.” Dieses Fachwissen ist umso wertvoller, da die beiden Gründer nun den nächsten Schritt mit ihrer Plattform machen wollen: Sie planen eine Schullizenz, mit der Schulen über alle Klassen hinweg den Lernalltag organisieren können. Nils erklärt: „Mit diesem Geschäftsmodell wollen wir uns so aufstellen, dass Sharezone sich in Zukunft selbst finanziert.“ 

Digitales Meet-up: Teams der aktuellen Förderrunde stellen sich vor

Trefft drei unserer Teams beim digitalen Meet-up von N3XTCODER am 14. Januar 2021!

Ihr habt Fragen zu digital.engagiert oder wollt von teilnehmenden Teams aus erster Hand erfahren, wie die Förderinitiative ihnen geholfen hat? Dies ist eure Chance!

Beim digitalen Meet-up von N3XTCODER am 14. Januar 2021 von 14.00 bis 15.00 Uhr stellen sich ApplicAid, IT4Kids und Dare2Care vor und erzählen, was sie in den vergangenen sechs Monaten Förderzeitraum erreicht haben. Anschließend beantworten wir eure Fragen zur Bewerbung und Teilnahme an digital.engagiert.

Die Teilnahme am Meet-up steht allen offen und ist kostenlos. Ihr könnt das Event live über Youtube verfolgen.

Für weitere Infos besucht die N3XTCODER Website.

Wir freuen uns auf euch!