Rund 150 Projekte mit einem Ziel: Die Bildung digitalisieren

Rund 150 Projekte mit einem Ziel: Die Bildung digitalisieren

Die Bewerbungsphase von digital.engagiert 2019 ist abgeschlossen: Ob Großstadt oder kleine Gemeinde, ob Ost oder West und ob Deutschland, Schweiz oder Österreich – rund 150 Teams aus über 50 verschiedenen Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen in den Startlöchern, um mit der Unterstützung von Amazon und Stifterverband die Chancen der Digitalisierung in die Bildungsarbeit zu bringen. Eine Jury aus ExpertInnen wird in der nächsten Woche die 12 vielversprechendsten Projekte aus allen Bewerbungen auswählen.

Über zwei Drittel der Bewerber-Teams sind Bürger- oder Studenteninitiativen, eingetragene Vereine, Verbände und andere gemeinnützige Initiativen. Das andere Drittel bilden „Social Entrepreneurs“, die ihr Engagement für Bildung als ein Unternehmen angehen.

Gefördert werden Teams, die nutzerorientiert und innovativ sind und eine clevere, digitale Lösung für einen konkreten Bedarf in der Bildungsarbeit entwickeln. Im besten Fall sollten die Ideen zudem breit anwendbar sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Teams noch an ihrer Projektidee tüfteln oder sie bereits umsetzen: Rund die Hälfte aller eingereichten Bewerbungen befindet sich noch in der Ideenfindungs-Phase – und auch das Gewinnerprojekt der letzten Runde KARL, der Ökobot zeigt eindrucksvoll, wie gerade solche Projekte von digital.engagiert profitieren können.

Die Digitalisierungsbeauftragte der Bundesregierung und Schirmherrin von digital.engagiert, Dorothee Bär, bringt die Wichtigkeit der vielen eingerichteten Projekte in einem Interview mit dem Stifterverband auf den Punkt: Anstatt uns in Bezug auf die Digitalisierung weiterhin zu lange beim „Ob“ aufzuhalten, sollten wir uns endlich das „Wie“ in Angriff nehmen – wir sind gespannt, welche 12 Teams genau diesen Ansatz bei digital.engagiert 2019 umsetzen werden! Schon Anfang April wird die Jury entscheiden und alle BewerberInnen informiert.

„digital.engagiert war ein riesiger Boost für uns!“

„digital.engagiert war ein riesiger Boost für uns!“

Gemeinsam mit ihrem Partner Hendrik Hinrichs hat Kirsten Hillebrand mit ihrem Projekt „KARL, der Ökobot“ 2018 die erste Runde digital.engagiert gewonnen. Hier erzählt sie, warum es sich lohnt, mitzumachen. Noch bis kommenden Sonntag 17. März läuft die aktuelle Bewerbungshase!

Das Projekt „KARL, der Ökobot“, ein Chatbot, soll NutzerInnen im Alltag dabei helfen, tatsächlich umweltfreundlicher zu handeln.

Kirsten, Ihr habt die erste Runde von digital.engagiert gewonnen. Wie hat die Förderinitiative von Amazon und Stifterverband Euer Projekt vorangebracht?

Wir fühlten uns wie ein kleiner Sonderfall, weil die meisten anderen Projekte sehr viel weiter waren. Viele hatten schon gegründet. Ich hingegen habe erst zwei Monate vorher meine Masterarbeit zu dem Thema abgegeben, aus der dann die erste Idee entstanden ist, wie man das Projekt wirklich umsetzen könnte. Bei uns hat das Programm besonders gut gefruchtet, weil in so einem frühen Stadium Leute, die sich damit auskannten, gesagt haben: „Wir glauben an die Idee, setzt das um, wir unterstützen Euch.” Natürlich hilft auch die Anschubfinanzierung durch das Programm – vor allem, wenn vorher überhaupt kein Geld da ist. Für uns war außerdem ausschlaggebend, in die Szene von Social Entrepreneurship reinzurutschen, andere Teams kennenzulernen und superviele hilfreiche Kontakte zu bekommen. Das war ein riesiger Boost für uns! Die Aussicht, am Ende des Programms potentiell eine weitere Finanzspritze zu erhalten, hat uns auch sehr motiviert.

Gibt es weitere Aspekte, die Euch geholfen haben?

Definitiv das Netzwerk und die Sichtbarkeit. Wir haben auch noch bei anderen Förderprogrammen teilgenommen – dass digital.engagiert uns ausgewählt hat, galt immer wie ein Siegel. Zudem hat die Presse viel über das Programm berichtet, so dass ein kleiner Schneeball-Effekt entstanden ist: Weil wir bei digital.engagiert teilgenommen haben, fanden uns auch andere interessant.

Würdest Du Projektteams eine Bewerbung bei digital.engagiert empfehlen, die sich noch in der Ideenphase befinden?

Gerade diesen Teams würde ich empfehlen, sich bei digital.engagiert zu bewerben – da spreche ich ja aus Erfahrung. Denn besonders in diesem Stadium fühlt man sich oft etwas unsicher: Investiere ich meine Wochenenden umsonst? Hat das überhaupt Zukunft? Ich glaube mittlerweile, diese Unsicherheit ist das größte Hemmnis für Engagement. Zu wissen, dass andere Leute an Deine Idee glauben, ist superhilfreich. Klar: Das Programm und die finanzielle Unterstützung hat auch den vielen anderen Projekten geholfen, die schon viel weiter waren als wir. Ich glaube aber, dass man als kleines Projekt in so einer Förderinitiative einfach an jeder Ecke und bei jeder Person neue Infos erhält und Eindrücke gewinnt, die andere vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen. Für kleine Projekte bedeutet das einen großen Anschub.

Wenn jemand unsicher ist, ob er sich bei digital.engagiert bewerben soll – was ist Dein Rat?

Ich würde sagen, dass es im Bereich Social Entrepreneurship zwar viele Förderprogramme gibt, aber nur wenige, bei denen Geld, Coaching und ein großes Netzwerk so gut zusammenkommen. Das finde ich schon relativ einmalig in der Szene und würde sagen: Wenn man sich irgendwo bewerben will, dann auf jeden Fall bei digital.engagiert.

Und wie geht es jetzt mit Eurem Projekt weiter?

Wir haben durch digital.engagiert ein gewisses Budget zur Verfügung und überlegen zurzeit sehr gut, wie wir investieren, damit langfristig auch wieder Geld reinkommt – etwa über Investoren. Der nächste Meilenstein ist, an echte Kunden heranzutreten. Den Prototypen unseres Chatbots „KARL, der Ökobot” und ein Netzwerk haben wir schon – jetzt müssen wir unser Projekt technisch sauber umsetzen. Für diesen Sommer haben wir z.B. auf einer Messe einen Stand geplant und würden dort dann das Produkt testen und Feedback einholen. Ich finde, man muss sich trauen und einfach loslegen!

Sozial braucht digital – Amazon und Stifterverband fördern digitale Bildungsprojekte

Gerade in der Bildungsarbeit kann die Digitalisierung vieles bewegen. Deswegen unterstützen Amazon und Stifterverband mit ihrer Förderinitiative digital.engagiert in diesem Jahr Projekte aus und für die Zivilgesellschaft, die mit einem digitalen Ansatz die Bildung in unserer Gesellschaft voranbringen. Wir öffnen unsere Türen, teilen Know-how und unterstützen 12 Projektideen finanziell – von den ersten Planungen bis zur Umsetzung.

Expertinnen und Experten aus Digitalwirtschaft, sozialem Unternehmertum und dem Bildungsbereich beraten die Projektteams sechs Monate lang als Coaches. Unter den Coaches sind dieses Jahr zum Beispiel Markus Sauerhammer (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V.) und Johannes Müller (CorrelAid e.V). Die beiden werden ihre Erfahrungen weitergeben – und sich zugleich selbst von den spannenden Projektteams inspirieren lassen.

Am Ende des Programms werden die Arbeit und die Fortschritte aller Projektteams bei einer Abschlussveranstaltung in Berlin gewürdigt; eine hochkarätig besetzte Jury zeichnet dann drei Projekte als Gewinner aus. André Riemer aus dem Bundesministerium für Inneres freut sich, dieses Jahr schon zum zweiten Mal, aus Ideen große Projekte wachsen zu sehen. Auch Johannes Landstorfer vom Deutschen Caritasverband e.V. macht deutlich: Sozial braucht digital – und der digitale Wandel sollte von Menschen für Menschen gestaltet werden.

Ihr denkt digital und seid im Bildungsbereich engagiert? Egal ob in der Ideenfindung oder schon in der Wachstumsphase – bewerbt Euch noch bis zum 17.März mit Eurer Projektidee auf www.digitalengagiert.de/bewerben und macht die Chancen der Digitalisierung für die Zivilgesellschaft zugänglich!

Digital und engagiert für Bildung: Die nächste Bewerbungsrunde für das Förderprogramm startet

Digital und engagiert für Bildung: Die nächste Bewerbungsrunde für das Förderprogramm startet

Ab sofort können sich gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmer für das Förderprogramm digital.engagiert bewerben! Fokus der zweiten Runde des Programms ist das Thema Bildung.

Als gemeinsame Initiative von Amazon und Stifterverband bringt digital.engagiert tonangebende Akteure aus Digitalbranche und Zivilgesellschaft zusammen. Denn während in der Wirtschaft oder im Privatleben schon vieles digital funktioniert, kann soziales Engagement noch viel stärker von der Digitalisierung profitieren. In ländlichen Regionen machen es der demografische Wandel und die Abwanderung in die Städte zum Beispiel immer schwerer, Engagierte für Vereine oder Bürgerinitiativen zu gewinnen. Digitale Ansätze können helfen, neue Reichweite zu entwickeln und wieder mehr Gleichgesinnte zu finden. Besonders für soziales Engagement im Bildungsbereich besteht großes Potential durch digitalen Innovationen: Mit den richtigen Ansätzen können Lernende gestärkt, mehr Teilhabe ermöglicht und zivilgesellschaftlichen AkteurInnen und Bildungseinrichtungen geholfen werden.

digital.engagiert fördert in diesem Jahr daher Projekte, die Bildungsformate und -angebote digital ergänzen oder ganz neu denken. Die digitalen Ansätze können dabei vielfältig sein: vom sprachgesteuerten Vokabeltrainer über digitales Mentoring für Jugendliche, die neu nach Deutschland gekommen sind, bis zu einer App, die den Verwaltungsaufwand für Kitas reduziert.

Eine Jury wird aus allen Einreichungen 12 Projekte auswählen, die ein halbes Jahr unterstützt und begleitet werden: von den ersten Planungen bis zur Umsetzung der Idee. Alle Teilnehmenden erhalten individuelle Beratung und Betreuung durch eigene Coaches und ein umfangreiches Coaching-Programm mit weiteren ExpertInnen – von erfahrenen SozialunternehmerInnen, über ProgrammiererInnen bis zu BildungsexpertInnen. Als Technologiepartner von digital.engagiert stellt Amazon Web Services (AWS) den Teilnehmenden AWS Credit Codes zur Verfügung, um die Cloud-Infrastruktur für digitale Lösungen nutzen zu können; und der Stifterverband bringt seine Expertise und sein Netzwerk im Bereich Bildung ein. In der zweiten Runde ergänzen außerdem Cross-Mentoring und Peer-to-Peer Austausch mit Alumni der ersten Runde das Angebot.

Neben dem kostenlosen Coaching-Programm erhalten die Teilnehmenden finanzielle Unterstützung in Höhe von je 10.000 Euro. Am Ende des Programms werden die Arbeit und die Fortschritte aller Teilnehmenden bei einer Abschlussveranstaltung gewürdigt und drei Projekte als Gewinner ausgezeichnet. Sie erhalten ein zusätzliches Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro.

In der ersten Runde des Programms 2018 hatten Amazon und Stifterverband bereits fünfzehn vielversprechende Initiativen für die Digitalisierung der Zivilgesellschaft gefördert: Darunter etwa eine App, die mithilfe eines Chatbots einen umweltfreundlichen Lebensstil erleichtert oder ein Programm, über das Kita- und Schulgruppen digitale Tipps erhalten, um erfolgreich ein Gemüsebeet zu bewirtschaften und mehr über nachhaltige Ernährung zu erfahren.

Treffen sich eine Staatsministerin und ein Ökobot…

Treffen sich eine Staatsministerin und ein Ökobot…

„Am Ende geht es immer zuerst um die Menschen“ – so fasst Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, bei der Abschlussveranstaltung von „digital.engagiert“, der Förderinitiative von Amazon und Stifterverband, zusammen, worauf es bei der Verbindung von digitalen und analogen Ansätzen im zivilgesellschaftlichen Engagement ankommt. Am 13. November wurden im Berliner Spreespeicher in Anwesenheit von Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt, drei Gewinnerprojekte der Initiative gekürt, die diese Brücke besonders überzeugend geschlagen haben. Geschafft haben es KARL, der Ökobotdie GemüseAckerdemie von Ackerdemia e.V. und die Digitale Geschäftsstelle des LandesSportBund Niedersachsen e.V. „Die drei Gewinner-Projekte verdeutlichen eindrucksvoll, welche Chancen die Digitalisierung für die Strukturierung und Wirkung von zivilgesellschaftlichem Handeln bietet“, so die Schirmherrin der Förderinitiative Bär.

Fünfzehn Stunden vorher, am Vorabend der Preisverleihung saßen die noch ahnungslosen PreisträgerInnen der Nähe des Berliner Mauerparks mit den Teams der übrigen zwölf Projekte von „digital.engagiert“ bei ausgelassener Stimmung zusammen. Über ein halbes Jahr hatten alle Teams mit der Unterstützung von persönlichen Coaches, ExpertInnen und BeraterInnen fleißig an ihrer Idee gearbeitet und darüber hinaus auch finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro erhalten. Für Kirsten Hillebrand vom Gewinnerprojekt KARL, der Ökobot war der finanzielle Aspekt aber gar nicht so entscheidend: „Bei zivilgesellschaftlicher Arbeit geht es nicht nur um Gelder, sondern vor allem um Netzwerke“, erklärt sie dazu. „Die Initiative ‚digital.engagiert‘ setzt genau dort an – und hat uns schon jetzt viele Türen geöffnet.“ Umso mehr freut sich das Team von KARL jetzt über den ersten Platz.

Einfach ausdrücken lässt sich die Idee hinter dem Gewinnerprojekt so: KARL hilft einem, den inneren Schweinehund bei einem umweltbewussten Verhalten zu überwinden. Ist an einem kalten Wintertag die Verlockung groß, statt dem Fahrrad doch lieber das Auto zu nehmen? Der fröhliche Chatbot erinnert einen an die umweltschonendere Alternative. KARL soll Nutzern im Alltag dabei helfen, dass es nicht bei Vorsätzen bleibt, sondern ihr Verhalten tatsächlich umweltfreundlich wird. Die Handlungsempfehlungen des digitalen Assistenten sollen dabei zu den persönlichen Vorlieben und Überzeugungen der NutzerInnen passen. Wer also doch lieber das Auto nehmen möchte kann das angeben – und kriegt von KARL stattdessen zum Beispiel Tipps zu nachhaltigen Lebensmitteln. „Mit einer guten Idee im Gepäck ist das Team von KARL im März gestartet – und hat besonders eindrücklich bewiesen, wie weit man mit viel Leidenschaft und der richtigen Unterstützung in einem halben Jahr kommen kann“, so Jurymitglied Dr. Thomas Leppert, stellvertretender Leiter im Themenbereich Gesellschaft der Robert Bosch Stiftung in seiner Laudatio zur Arbeit des Teams.

Das Team von Ackerdemia e.V. verbindet hingegen die analoge Welt mit digitalen Lernangeboten, so zum Beispiel im Rahmen des zweitplatzierten Projektes GemüseAckerdemie für Kitas und Schulen. Die Kinder bepflanzen und bewirtschaften gemeinsam mit ihren Lehren analoge Gemüsebeete – individualisierte Anbauanleitungen, passend zu Wetter- oder Bodenbedingungen vor Ort, erhält jede Gruppe jedoch digital. So werden die Kinder ganz natürlich an Themen wie nachhaltige Ernährung und Konsumverhalten herangeführt – und das so überzeugend, dass der Verein Ackerdemia e.V. allein im Jahr 2018 an rund 300 Standorten in 15 Bundesländern, der Schweiz und Österreich mehr als 8.500 Kinder erreicht hat.

Auf den dritten Platz hat es ein Projekt geschafft, das Aktenordner schleppen und Unterlagen sortieren aus dem Repertoire ehrenamtlicher Vereinsmitarbeiter streichen möchte. Mit diesen unliebsamen Aufgaben haben sich viele Ehrenamtliche, die im LandesSportBund Niedersachsen e.V. organisiert sind, bisher viel Zeit aufgewendet. Mit der Unterstützung von „digital.engagiert“ haben sie an einer Digitalen Geschäftsstelle gearbeitet – damit sich die Mitglieder wieder ganz auf ihren Lieblingssport konzentrieren können und der Nachwuchs Lust auf Vereinsarbeit bekommt. „Der LandesSportBund liefert mit seiner Digitalen Geschäftsstelle ein Vorbild dafür, wie das Vereinsleben der Zukunft aussehen könnte“, meint auch Norbert Kunz, Geschäftsführer von Social Impact, in seiner Laudatio.

Amazon und Stifterverband kündigten an, das Programm mit neuen Teilnehmenden im nächsten Jahr fortsetzen zu wollen. Die zweite Förderrunde von „digital.engagiert” wird Anfang 2019 mit einem Fokus auf dem Thema Bildung starten. Holger Krimmer, Geschäftsführer von ZiviZ im Stifterverband: „Die erste Runde von ‚digital.engagiert‘ hat klar gezeigt, dass wir mit dieser Förderinitiative einen Nerv der Zeit getroffen haben. Jetzt ist langfristiges Engagement gefragt. Wir freuen uns daher, in Kürze die zweite Runde starten zu können.”

„Unser Ziel ist es, die Digitalisierung verstärkt in die Bildung zu tragen – damit der Generation von Morgen alle Türen offenstehen. Hierzu wollen wir einen Beitrag leisten, indem wir unsere Türen öffnen und technisches Know-how und finanzielle Unterstützung zur Verfügung stellen”, so Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de.

Digitale Zivilgesellschaft: Amazon und Stifterverband küren GewinnerInnen der Initiative „digital.engagiert”

Digitale Zivilgesellschaft: Amazon und Stifterverband küren GewinnerInnen der Initiative „digital.engagiert”
  • Die Initiative „digital engagiert“ von Amazon und Stifterverband unterstützt Projektideen von gemeinnützigen Organisationen und Sozialunternehmen, die die Chancen der Digitalisierung für ihr zivilgesellschaftliches Engagement nutzen.
  • Schirmherrin der Förderinitiative ist Dorothee Bär, Mitglied des Bundestages und Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt. 
  • Die drei Gewinner von „digital.engagiert“, die heute im Berliner Spreespeicher gekürt wurden, erhalten insgesamt 30.000 Euro.
  • Das Projekt KARL, der Ökobot (Bremen) belegt den ersten Platz, gefolgt von den Projekten von Ackerdemia e.V. (Potsdam, Platz 2) und dem LandesSportBund Niedersachsen e.V. (Hannover, Platz 3).
  • Die zweite Ausschreibung von „digital engagiert“ startet Mitte Januar 2019, mit Schwerpunkt auf dem Thema Bildung.

Berlin, 13. November 2018 – Die Förderinitiative „digital.engagiert“ von Amazon und Stifterverband hat heute im Spreespeicher in Berlin die drei Gewinnerteams der ersten Förderrunde gekürt. Die Initiative unterstützt Projektideen von gemeinnützigen Organisationen und Sozialunternehmen, die die Chancen der Digitalisierung für ihr zivilgesellschaftliches Engagement nutzen.

Besonders überzeugt hat die Jury während der Förderphase das Projekt KARL, der Ökobot aus Bremen. Der Chatbot soll NutzerInnen im Alltag dabei helfen, dass es nicht beim Umweltbewusstsein bleibt, sondern ihr Verhalten tatsächlich umweltfreundlich wird. Der digitale Assistent soll dafür Handlungsempfehlungen geben, die zu den persönlichen Vorlieben und Überzeugungen der NutzerInnen passen. Jurymitglied Dr. Thomas Leppert, stellvertretender Leiter im Themenbereich Gesellschaft der Robert Bosch Stiftung, lobte in seiner Laudatio das Engagement des Gewinnerteams: „Mit einer guten Idee im Gepäck ist das Team von KARL im März gestartet – und hat besonders eindrücklich bewiesen, wie weit man mit viel Leidenschaft und der richtigen Unterstützung in einem halben Jahr kommen kann.“ Begleitet wurde das Projekt von Coach Bea Polei, Vorstandsreferentin der Stiftung Bürgermut.

Auf den zweiten Platz schaffte es das Bildungsprogramm GemüseAckerdemie des Vereins Ackerdemia aus Potsdam. Das Projekt verbindet die analoge Welt mit digitalen Lernangeboten: Kitas und Schulen bepflanzen gemeinsam ein Gemüsebeet und erhalten von Ackerdemia online individuelle wetter- und bodenabhängige Tipps.

Den dritten Platz erreichte der LandesSportBund Niedersachsen e.V. mit dem Projekt einer digitalen Geschäftsstelle, die die Verwaltung von Vereinen und Verbänden vereinfachen soll.

„Die drei Gewinner-Projekte verdeutlichen eindrucksvoll, welche Chancen die Digitalisierung für die Strukturierung und Wirkung von zivilgesellschaftlichem Handeln bietet“, sagte Schirmherrin Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, bei der Preisverleihung.

Über ein halbes Jahr hatten 15 teilnehmende Teams – ausgewählt aus 160 Bewerbungen – ihre Ideen geplant und umgesetzt. Sie wurden hierbei von ExpertInnen von Amazon, Amazon Web Services und dem Stifterverband sowie von persönlichen Coaches und externen BeraterInnen begleitet und haben finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro erhalten. Die Gewinner bekommen zusätzlich ein Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro.

Amazon und Stifterverband kündigten an, das Programm mit neuen Teilnehmenden im nächsten Jahr fortsetzen zu wollen. Die zweite Förderrunde von „digital.engagiert” wird Anfang 2019 mit einem Fokus auf dem Thema Bildung starten. Holger Krimmer, Geschäftsführer von ZiviZ im Stifterverband: „Die erste Runde von ‚digital.engagiert‘ hat klar gezeigt, dass wir mit dieser Förderinitiative einen Nerv der Zeit getroffen haben. Jetzt ist langfristiges Engagement gefragt. Wir freuen uns daher, in Kürze die zweite Runde starten zu können.”

„Unser Ziel ist es, die Digitalisierung verstärkt in die Bildung zu tragen – damit der Generation von morgen alle Türen offen stehen. Hierzu wollen wir einen Beitrag leisten, indem wir unsere Türen öffnen und technisches Know-how und finanzielle Unterstützung zur Verfügung stellen”, so Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de.

„digital.engagiert“ zeichnet Engagement für die Digitalisierung gemeinnütziger Arbeit aus

„digital.engagiert“ zeichnet Engagement für die Digitalisierung gemeinnütziger Arbeit aus

Am 13. November findet die Preisverleihung für die drei überzeugendsten Projekte von „digital.engagiert“ statt. Mit dabei: Dorothee Bär MdB (Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Schirmherrin von „digital.engagiert“), Ralf Kleber (Country Manager Amazon.de), Prof. Dr. Andreas Schlüter (Generalsekretär Stifterverband), Dr. Holger Krimmer (Geschäftsführer ZiviZ im Stifterverband) und Dr. Joana Breidenbach (Gründerin betterplace lab). Hier gibt es vorab schon mal das Programm:

Programm 13.11.2018

11:00 Uhr           Empfang und Networking

12.20 Uhr           Begrüßung

  • Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes

12.25 Uhr           „digital.engagiert“ – die Förderinitiative von Amazon und Stifterverband

  • Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de

12.30 Uhr           Keynote Speech

  • Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales

12. 50 Uhr          Panel Diskussion

  • Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes
  • Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de
  • Dr. Joana Breidenbach, Gründerin betterplace lab

13.25 Uhr           Zukunftsausblick

  • Dr. Holger Krimmer, Geschäftsführer, ZiviZ im Stifterverband

13.30 Uhr           Preisverleihung

14.00 Uhr           Urkundenübergabe

  •  An alle Teilnehmenden und Coaches von „digital.engagiert“

14.15 Uhr           Kulinarischer Ausklang

In ländlichen Regionen droht vielen Vereinen das Aus

In ländlichen Regionen droht vielen Vereinen das Aus
  • Eine neue Sonderauswertung des ZiviZ Survey 2017 – der einzig repräsentativen Befragung zivilgesellschaftlicher Organisationen in Deutschland – zeigt, dass sich zwischen 2006 und 2016 in ländlichen Regionen über 15.500 Vereine aufgelöst haben, jeder Neunte.
  • Vereine in Dörfern, Gemeinden und Kleinstädten haben demnach zunehmend Schwierigkeiten, Engagierte zu gewinnen und zu binden. Die Digitalisierung kann helfen, die Probleme zu überwinden.
  • Auftraggeber der Studie ist die Förderinitiative "digital.engagiert" von Amazon und Stifterverband, die Vereine und gemeinnützige Organisationen bei ihren Projektideen zur Digitalisierung der Zivilgesellschaft unterstützt.
  • Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt, übernimmt die Schirmherrschaft der Initiative.

Berlin, 5. September 2018 – Das Vereinsleben im ländlichen Raum aufrecht zu erhalten, wird durch den demografischen Wandel erschwert: Die Bevölkerung altert und Menschen wandern ab. Hinzu kommen Nachwuchsprobleme: „Gerade jüngere Menschen verbinden mit ehrenamtlichen Positionen nicht länger hohes Prestiges, binden sich auch nicht mehr lebenslang an einzelne Organisationen“, sagt Holger Krimmer, Geschäftsführer der ZiviZ im Stifterverband. So verzeichnet mittlerweile nahezu jeder vierte Verein in ländlichen Regionen erhebliche Rückgänge bei den Engagierten-Zahlen (22 Prozent), weil Engagierte fehlen oder Vereine ihre Ehrenamtlichen nicht langfristig binden können. In den Städten fällt diese Zahl mit rund 14 Prozent weitaus geringer aus. Insbesondere in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind Vereine in Gefahr. Gut schneidet hingegen Baden-Württemberg ab.

Diese Entwicklung gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt in dünn besiedelten Landkreisen: „Schon heute können Kommunen und Staat vielerorts nicht mehr dieselben Leistungen der Daseinsvorsorge wie in der Stadt bieten und sind auf das Engagement der Bürgerinnen und Bürger angewiesen“, sagt Holger Krimmer. „Damit droht immer mehr Menschen, von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben abgeschnitten zu werden.“

Die Studie „Vereinssterben im ländlichen Raum – Digitalisierung als Chance“ macht deutlich, dass die verstärkte Nutzung digitaler Technologien dem Vereinssterben auf dem Land entgegenwirken kann: Cloud-Lösungen und Video-Konferenzen beispielsweise ersparen lange Wege zur Vereinsarbeit. Optimierte Arbeitsprozesse durch moderne Kommunikationswege können es erleichtern, neue Engagierte zu gewinnen. Hier seien vor allem die Kommunen, Bund und Länder, aber auch Unternehmen gefordert:

„Digitaler Fortschritt erleichtert es Ehrenamtlichen, sich zu engagieren und Mitstreiter zu gewinnen. Es ist wichtig, dass Vereine die Chancen digitaler Technologien für gute Zwecke nutzen können – gerade auch um junge Menschen besser zu erreichen“, sagt Dorothee Bär, Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung. Als Schirmherrin begleitet sie fortan die Förderinitiative "digital.engagiert" von Stifterverband und Amazon, in deren Kontext die aktuelle Studie veröffentlicht wurde. Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de und Mitinitiator der Initiative, betont: „Digitalisierung soll nicht nur Unternehmen zu Gute kommen. Wir wollen, dass auch die Zivilgesellschaft davon profitiert. Dafür öffnen wir unsere Türen und stehen mit Technologie-Expertise sowie finanzieller Unterstützung bereit.“

Wie genau sich digitale Ansätze im Ehrenamt nutzen lassen, zeigt die Studie anhand von Fallbeispielen: So reagierte die Tafel Ginsheim-Gustavsburg e.V. in Hessen auf sinkende Engagierten-Zahlen zum Beispiel mit einer Online-Plattform, die Sachspenden vermittelt. Und der LandesSportBund Niedersachsen e.V. hat eine „Digitale Geschäftsstelle“ ins Leben gerufen und nutzt Cloud-Lösungen für Aufgaben des Vorstandes. Mit den unterschiedlichen Ansätzen konnten beide Vereine den Verwaltungsaufwand deutlich reduzieren.

Ausführliche Informationen zur Studie „Vereinssterben im ländlichen Raum – Digitalisierung als Chance“ finden sie hier. Bei Fragen oder Anmerkungen zu den Studieninhalten haben, melden Sie sich jederzeit bei Patrick Gilroy (Patrick.Gilroy@stifterverband.de).

Tech for Good: Vostel und KARL, der Ökobot diskutieren bei der CeBIT über digitales Engagement

Tech for Good: Vostel und KARL, der Ökobot diskutieren bei der CeBIT über digitales Engagement

Die Chancen der Digitalisierung standen auf der CeBIT in Hannover im Zentrum – und das keineswegs nur fürs Geldverdienen, sondern auch für die Zukunft des sozialen Engagements. Das repräsentierten insbesondere zwei Teilnehmerinnen von „digital.engagiert“, der Förderinitiative von Amazon und Stifterverband: Stephanie Frost von vostel, einer Online-Plattform zur Vermittlung von ehrenamtlichem Engagement, und Kirsten Hillebrand von KARL, der Ökobot, der Nutzern mit Hilfe von Bot-Technologie personalisierte Handlungsempfehlungen und Tipps zum Umweltschutz zur Verfügung stellt.

Auf einer Panel-Diskussion zum Thema „Tech for Good“ tauschten sich die beiden Teilnehmerinnen mit Simon Stegemann von N3XTCODER, das digitale Produkte zur Lösung sozialer Probleme nutzt, und Anika Ochsenfahrt von Rehago – einer Virtual Reality App, die Menschen mit halbseitiger Lähmung Trainings anbietet – über die enormen Chancen digitaler Technologien für Sozialunternehmen aus. Zugleich sprachen sie aber auch über die zwei größten Hürden für soziale Start-ups: finanzielle Förderung und mangelnde Sichtbarkeit. Tatsächlich wandte sich die Moderatorin Katrin Elsemann von Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland (SEND) gleich zu Beginn der Veranstaltung spontan ans Publikum und fragte: Wer hat sich schon einmal mit sozialem Unternehmertum in der Digitalwelt auseinandergesetzt? Nur drei Hände schossen nach oben.

 „Die Begeisterung für digitales Engagement wächst – und doch gibt es da noch viel Luft nach oben“, meint Stephanie Frost von vostel und erklärt: „Viele Menschen in Deutschland wissen bislang nicht, dass sich Freiwilligenarbeit und Engagement auch ganz einfach über das Netz organisieren lassen – und sind dann positiv überrascht, wenn sie von unseren Initiativen hören. Manchmal vergessen wir eben, dass nicht alle ‚Digital Natives‘ sind – und wir deshalb noch einiges erklären müssen.“ Ihre Organisation nutzt moderne Technologien, um ehrenamtliches Engagement zu digitalisieren: Auf der Online-Plattform von vostel können Freiwillige mit ein paar Klicks Aufgaben und Projekte finden, für die sie sich engagieren wollen – und sich schnell und unkompliziert mit Organisationen vernetzen. Dabei profitieren die Freiwilligen von automatisierten Funktionen wie zum Beispiel dem digitalen Buchungssystem oder dem „vostel-o-mat“, der Angebote nach ihren Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten herausfiltert.

Neben der Sichtbarkeit von digitalem Sozialengagement war auch die Frage der Förderung ein wichtiges Thema der rund einstündigen Panel-Diskussion. Denn gerade für soziale Start-ups ist es noch immer sehr schwierig, finanzielle und technische Unterstützung sowie Investoren zu finden – vor allem im Vergleich zu profitorientierten Start-ups. „Dabei geht es nicht nur um Gelder, sondern vor allem um Netzwerke“, erklärt Kirsten Hillebrand: „‚digital.engagiert‘ setzt genau dort an – und hat uns schon jetzt viele Türen geöffnet.“ Ihr Start-up KARL, der Ökobot soll Konsumenten mit Hilfe einer sogenannten Chatbot-Technologie dabei unterstützen, sich umweltfreundlich zu verhalten. Das selbstlernende System soll sich dabei auf Basis von Datenstrukturen den Bedürfnissen des Users anpassen – und beantwortet ihnen ihre drängendsten Fragen zu nachhaltigem Handeln oder schickt personalisierte Tipps und Tricks.

Trotz bestehender Herausforderungen für Sozialunternehmen, sind Stephanie Frost und Kirsten Hillebrand positiv gestimmt. Bei der CeBIT hat sie besonders das ehrliche Interesse und die große Unterstützung innerhalb der Community überrascht. Kirsten Hillebrand fasste diese Erfahrung so zusammen: „Schlussendlich verfolgen wir eben alle dasselbe Ziel – gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und die Hürden für digitales Engagement abzubauen.“

Wir sind „digital.engagiert“: Digitalisierungstage für die Zivilgesellschaft

Wir sind „digital.engagiert“: Digitalisierungstage für die Zivilgesellschaft

Sie gehen mit großen Schritten voran: Zwölf Wochen nach dem Start von „digital.engagiert“ – einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband zur Digitalisierung der Zivilgesellschaft – trafen sich die Vertreter der 15 teilnehmenden Projekte in Berlin zu einem intensiven Training. Die beiden Tage hatten es in sich: Im Kreuzberger Ambiente des Social Impact Labs lieferte Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de, gleich zu Beginn Einblicke in Amazons Maschinenraum – und erzählte, mit welchen Kniffs Amazon versucht, ständig innovativ zu bleiben . Seine Begeisterung für die Projekte war spürbar: „Die Zivilgesellschaft braucht Mutmacher wie Euch!“

Auch Norbert Kunz, CEO der Social Impact gGmbH, betonte – in großer Übereinstimmung mit seinem Vorredner – die wichtigste Komponente eines jeden Projekts oder Geschäftsmodells: die Zielgruppe. Deswegen sollten Unternehmen und Geschäftsmodelle agil bleiben und sich stets daran orientieren, was die Bedürfnisse der Zielgruppe sind und wie sie sich verändern. Darauf aufbauend widmete sich Dr. Joana Breidenbach, Gründerin von betterplace, dem Thema Organisationsentwicklung und präsentierte die holokratische, hierarchiefreie Arbeitskultur als ein Beispiel für einen modernen Weg professioneller Teamarbeit. In der Mittagspause war spürbar, dass sie mit ihrem Vortrag einen Nerv bei den teilnehmenden Projektteams getroffen hatte.

Den Nachmittag eröffnete Carolin Keupp von Amazon Web Services mit Tipps, wie gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmer von einer passenden und clever integrierten IT-Infrastruktur profitieren können. Sie schloss ihren Vortrag mit einem motivierenden Fazit: Selbst ohne ausgeprägte technische Vorkenntnisse kann jeder innerhalb weniger Wochen ein digitales Angebot starten – das wichtigste sei eine inhaltliche Vision.

Den inhaltlichen Abschluss des ersten Trainingstages bildete ein Beitrag von Markus Sauerhammer, Erster Vorstand Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, der sich mit dem sprichwörtlichen Brot und Butter-Geschäft auseinandersetzte: der Finanzierung von Projekten. Neben einer umfassenden Einführung in die vielfältigen Möglichkeiten des Crowdfundings gab er auch Einblicke in weitere Möglichkeiten der Finanzierung, wie öffentliche Fördermittel und klassische Kredite.

In der Kreuzberger Abendsonne wurden die Eindrücke des Tages bei einem Grillabend diskutiert und vertieft. Hier tauschten die Teilnehmer und Coaches auch Erfahrungen und Tipps zu verschiedenen Phasen in ihren Projekten aus: von der Konkretisierung der eigenen Ideen über die Rekrutierung von Mitstreitern bis hin zu Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit – die Peers vernetzten sich und gaben sich gegenseitig wertvolle Hinweise.

Der zweite Tag ging direkt mit Schwung weiter – dieses Mal in Berlin Mitte und Blick auf das Brandenburger Tor. Zunächst gab Dr. Holger Krimmer, Geschäftsführer ZiviZ im Stifterverband, den Teilnehmern einen Überblick über den deutschen philanthropischen Sektor und die relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure in Deutschland. Direkt im Anschluss folgte Arne Kasten, Gründer AKB Fundraising und Dozent bei der Fundraising Akademie, der unterschiedliche Strategien für ein erfolgreiches Fundraising vorschlug.

Den Abschluss des intensiven Trainingstreffens bildeten die Inputs aus den eigenen Reihen: Die Organisation innatura, die Sachspenden an gemeinnützige Organisationen vermittelt, erläuterte die eigenen Methoden zur Wirkungsanalyse. Die vostel volunteering, die ehrenamtliches Engagement vermittelt, präsentierte Möglichkeiten zur Kooperation mit Unternehmen – und wann diese sinnvoll sind. Mit diesen Erkenntnissen schloss das Trainingstreffen. In den kommenden Wochen werden die Projekte mit der Umsetzung ihrer Implementierungsvorhaben fortfahren, bis im Herbst die Abschlussveranstaltung stattfindet. 

„digital.engagiert“ unterstützt die Digitalisierung gemeinnütziger Projekte – damit auch gemeinnützige Organisationen mehr von den Möglichkeiten einer digitalen Zukunft profitieren. 160 Projekte hatten sich 2017 beworben, eine Jury hatte daraus 15 Teilnehmer ausgewählt, die nun finanziell unterstützt und von Experten-Coaches begleitet werden. Dabei steht die individuelle Beratung und Betreuung durch die Coaches im Zentrum der Initiative, so auch an den beiden Trainingstagen.

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