„Wir wollen bald den Prototypen herausbringen“

LEE ist ein App-basiertes Mentoring Programm, das sich auf die Bedürfnisse von queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Berlin konzentriert. Das Team von LEE nimmt dieses Jahr an der Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und Stifterverband teil. Die LEE-App soll queere Jugendliche und junge Erwachsene mit erfahrenen Mentor*innen aus der Community zusammenbringen, die sie auf ihrem Weg unterstützen.

Scott Goldner ist Coach bei digital.engagiert und begleitet LEE. Er hat Erfahrung in verschiedenen Organisationen und gemeinnützigen Programmen in allen Entwicklungsstadien gesammelt und von Organisationsaufbau, -ausbau bis hin zur -leitung schon viele Rollen übernommen. Bei seiner Tätigkeit als Interim-CEO und Chief Educational Program Officer bei Kiron Open Higher Education hat er erkannt, dass er am liebsten anderen dabei hilft, gezielter und wirkungsvoller zu arbeiten.

Im Rahmen von digital.engagiert haben wir die Macher*innen von Lee gemeinsam mit ihrem Coach Scott getroffen und mit ihnen über ihre Arbeit, bisherigen Erfahrungen und Pläne gesprochen.

Worum geht es bei Eurem Projekt und warum habt Ihr Euch bei digital.engagiert beworben?

Inken (LEE): Unser Projekt ist ein App-basiertes Mentoring-Programm für queere Jugendliche und junge Erwachsene, damit jede*r die eigene sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in einer inklusiven und diskriminierungsfreien Gesellschaft leben kann. Wir wollen erstmal in Berlin starten, aber für die Zukunft haben wir auch noch größere Pläne: neben dem Mentoring soll es weitere Angebote geben und langfristig wollen wir mit der Idee über Berlin hinausgehen. Wir stehen aber noch ganz am Anfang. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, im Rahmen von digital.engagiert möglichst einen ersten Prototypen der App zu bauen, den wir dann nach und nach skalieren können.

Scott, warum engagierst Du Dich bei digital.engagiert als Coach?

Scott: Dafür gibt es zwei Gründe: ich übernehme gerne das Coaching von Teams, die eine innovative Idee verfolgen und zweitens finde ich die Idee hinter digital.engagiert extrem spannend. Die Frage, wie wir unsere Bildung durch digitale Werkzeuge verbessern können, ist mir wichtig. Und ich finde, dabei muss man vor allem die richtige Mischung treffen. Also: Wie viel soll digital passieren und wie viel offline? Hier verbinden sich mein Spaß am Coaching und mein Interesse an diesem großen Themenfeld.

Könnt Ihr uns ein bisschen zu Eurer Arbeit in den letzten Wochen seit Beginn der Initiative erzählen?

Elena (LEE): Klar! Schon nach wenigen Wochen ist einiges passiert. Erst einmal haben wir unsere Social-Media-Präsenz aufgebaut – also mit einer Website, Instagram und einem Twitter-Account losgelegt. Damit wollen wir vor allem potenzielle Teilnehmer*innen erreichen und mit ihnen in den Austausch treten. Außerdem sind wir gerade mitten in der Vereinsgründung: Momentan warten wir auf die Rückmeldung des Amtsgerichts, das uns die Eintragung des Vereins bestätigt. Intern haben wir uns unsere eigene Organisation verbessert – haben Aufgaben klar aufgeteilt und sind auch dabei, weitere Förderanträge zu schreiben, um unsere Finanzierung zu sichern. Außerdem planen wir eine Bedarfsanalyse im engen Austausch mit zukünftigen Mentor*innen und Mentees durchzuführen. Das sind momentan die Punkte, die uns am meisten beschäftigen.

Scott: Wir haben uns in den letzten sechs Wochen besser kennengelernt. Der erste Kontakt war am Telefon, mittlerweile haben wir uns persönliche kennengelernt und treffen uns regelmäßig. LEE hat jetzt schon so viel geschafft, sie haben sich schon ein stückweit etabliert. Bisher haben wir vor allem abgesteckt, wie wir gemeinsam arbeiten wollen, und ich finde, es läuft sehr gut: Ich versuche in meiner Rolle vor allem zu unterstützen und dem Team zu helfen, den eigenen Weg zu finden.

Was wollt Ihr bis zum Ende von digital.engagiert erreichen?

Inken (LEE): Das große Ziel ist, dass der Prototyp steht und wir diesen herausbringen können. Dazwischen stehen natürlich noch ganz viele kleinere Meilensteine. Bis der Prototyp fertig ist, müssen wir eine klare Bedarfsanalyse haben und dessen Auswertung. Wir wollen soweit alles inhaltlich planen, sodass wir uns schnell auf die technische Umsetzung konzentrieren können. Bis dahin wollen wir natürlich auch einige Mentor*innen an Bord holen und diese schulen. Es stehen also noch einige analoge Schritte vor dem Prototyp. Deshalb haben wir auch einen sehr ambitionierten Zeitplan, der uns ein Stück weit dazu zwingt, immer weiterzumachen.

Wie war bisher Eure Erfahrung mit Eurem Coach?

Elena (LEE): Wirklich super! Scott unterstützt uns wirklich sehr, schon jetzt hat uns das Coaching sehr vorangebracht. Und er hat uns mit weiteren Menschen vernetzt, die uns ebenfalls weiterhelfen konnten. Besonders gut gefällt uns bisher, dass Scott uns immer wieder zu Fokus und klaren Verantwortlichkeiten ermahnt: „focus, focus, focus“ und „accountability“ hören wir ständig von ihm. Er setzt uns auch Deadlines und das hilft sehr dabei, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Mit einem Ziel im Blick, kleinen Schritten und klaren Fristen geht vieles besser.

Scott: Ich lerne auch viel und finde ihre Idee wirklich super. Deshalb mache ich das gern!

Scott, wenn es nur eine Sache gäbe, die Du Deinem Team mitgeben könntest: was wäre das?

Scott: (lacht) Da haben die drei schon gut zugehört: „focus, focus, focus“! Das andere ist die richtige interne Kommunikation – aber sie kommunizieren schon ziemlich gut miteinander: Einfach um zu wissen, was die anderen tun, wer für was verantwortlich ist und was die Ziele sind. Dieser Austausch ist wirklich wichtig, auch um den Überblick zu behalten, wie es den anderen geht und wer woran arbeitet.

„Manchmal geht es erst einen Schritt zurück, bevor Ihr vorwärtskommt“

Wäre ein aufmerksamer Beobachter Anfang letzter Woche durch die sonnige Harzer Straße in Berlin-Neukölln geschlendert und hätte die richtige Person angesprochen, so hätte er spontan etwas darüber lernen können, was Hackathons und digitale Lernplattformen für Inklusion miteinander zu tun haben. Oder darüber, wie sich mit einem innovativen Mechanismus das freiwillige Engagement steigern lässt. Denn genau damit beschäftigen sich die Teams hinter Hacky Days und Facilita, die am Montag gemeinsam mit 10 anderen von der Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und Stifterverband ausgewählten Projekten zur Digitalisierung in der Bildung zu einem zweitägigen Trainingstreffen im Berliner betahaus zusammenkamen.

Montagmorgen um 10 trafen nach und nach die Teilnehmer ein, tauschten sich mit neuen Bekannten vom Kick-off-Treffen aus und fanden sich schließlich zusammen, um der herzlichen Begrüßung durch das Projektteam von digital.engagiert zu lauschen. In einem Impulsvortrag zur Förderlandschaft für digitales Engagement wandte sich dann Holger Krimmer von Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) im Stifterverband an die Teilnehmenden: „Vernetzt Euch nicht nur in eurer Bubble, sondern sucht Anschluss in mindestens zwei Richtungen: ins politische Feld und in die Zivilgesellschaft“, appellierte er. Und wer sich schon immer gefragt hatte, wie ein Team in nur 111 Tagen den Amazon Service Prime Now in die Welt gesetzt hat, konnte das im Anschluss von Ole Wulff von Amazon erfahren, der in seinem Vortrag die Innovationskultur von Amazon zusammenfasste. Nach einem gemeinsamen Mittagessen kam auch eine digital.engagiert-Alumna zu Wort: „Wenn Ihr entschlossen seid, eine Organisation zu gründen, um sozialen Wert zu schaffen, dann haltet Euch nicht zu viel mit der exakten Definition auf, sondern kümmert Euch lieber um Geschäftsidee und -modell“, dazu riet Juliane Kronen, die Gründerin und Geschäftsführerin der innatura gGmbH den anwesenden Projekten.

Weiter ging es mit einer geballten Ladung Expertenwissen zu Themen rund um Bildung und Digitalisierung. An fünf Thementischen konnten die Teilnehmenden ihre Eindrücke in einer „Sprechstunde“ vertiefen – dort saßen neben Holger Krimmer und Juliane Kronen noch Rupert Antes von der Haniel Stiftung, Peter Kreutter von der Stiftung der WHU und Anne Lützelberger von der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Kurze Zeit später wurde die vertraute Runde für weitere Gäste geöffnet – denn als nächstes Highlight stellten Andreas Stiehler von fibonacci & friends und Peter Kreutter exklusiv ihre neue Studie „Lernen.Verstehen.Vernetzen – Perspektiven des digitalen Wandels in etablierten sozialen Organisationen“ zum digitalen Wandel vor. Nach einer intensiven Networking-Session ließen die Teilnehmer den Abend schließlich bei wohlverdienten Snacks und Drinks in der Villa Neukölln ausklingen.

Am zweiten Tag des Trainingstreffens beehrte ein besonderer Gast die Runde: „KARL der Ökobot“ mit seinen Erfindern Kerstin Hillebrand und Hendrik Hinrichs. Die beiden hatten mit ihrem Bot, der für umweltfreundlicheres Verhalten im Alltag sorgen soll, die letzte Runde von digital.engagiert für sich entschieden. „Habt Geduld. Manchmal geht es erst einen Schritt zurück, bevor Ihr vorwärtskommt. Dafür sind wir heute fokussierter als in der Vergangenheit“, gab das Erfinderteam einen Blick hinter die Kulissen ihrer eigenen Reise von der Idee bis zum Fortschritt. Auch sonst stand der Tag ganz im Zeichen der Alumni: nach Tipps der ehemaligen digital.engagiert-Teilnehmerin Mariam Schwartz von tatkräftig e.V. ging es ins Peer-to-Peer-Feedback und den Erfahrungsaustausch mit den anwesenden Ehemaligen der Förderinitiative. Gut gestärkt durchs Mittagessen hatten die teilnehmenden Projekte dann die Gelegenheit, sich auch einmal von den Coaches ihrer Mitstreiter beraten zu lassen – beim Cross-Mentoring unter anderem mit Anne Pahl von Youvo, Jonas Deister von den Sozialhelden und Scott Goldner von der DO School.

Und schon waren zwei spannende Trainingstage zu Ende – mit einem Ausblick auf die nächsten Schritte und spürbarer Vorfreude auf die nächsten Monate von digital.engagiert!

Digitale Bildung mit Ausblick

Wo finde ich Ideen, wie mein Kleinkind die Welt spielerisch entdecken kann? Wie sorgen wir durch digitale Bildung für mehr Inklusion in unserem Miteinander? Mit welchen Bildungsangeboten fördern wir Erste Hilfe im 21. Jahrhundert? Digitale Antworten auf diese und viele weitere drängende Bildungsfragen soll digital.engagiert zutage bringen, eine Förderinitiative von Amazon und Stifterverband. Ganz analog aber trafen sich am 9. und 10. Mai erstmals alle ausgewählten Projekte, Coaches und Experten aus Bildung und Sozialunternehmertum in Berlin für den Kick-off der zweiten Förderrunde.

„Wir freuen uns auf die nächsten Monate – und darauf zu sehen, wie diese spannenden Ideen zum digitalen Engagement für Bildung weiter wachsen“ so begann der erste Tag mit einer Einführung von Dr. Holger Krimmer von ZiviZ im Stifterverband und Ole Wulff von Amazon mit Blick aufs Grüne im silent green Kulturquartier. Passend zum Thema schaltete sich Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, per Videobotschaft ein: „Es geht um neue Kompetenzen“, richtete sich die Schirmherrin von digital.engagiert an die 12 teilnehmenden Projekte und fügte hinzu: „notwendig ist eine ganz andere Art von Flexibilität – und zwar vor allem geistige Flexibilität.“

In einer Runde von Bildungsexpertinnen – bestehend aus Dr. Theresa Züger, Leiterin der Geschäftsstelle Dritter Engagementbericht am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Jana Priemer, ZiviZ im Stifterverband, und Gudrun Schwind-Gick vom Deutschen Olympischen Sportbund –wurde anschließend angeregt über die Rolle der Digitalisierung für die Bildung diskutiert. Die Botschaften an alle Engagierten: Ihr seid Leuchttürme des digitalen Engagements – habt Mut, macht Fehler und vernetzt euch.

Das nahmen sich die Projektteams, die aus allen Teilen Deutschlands und aus der Schweiz angereist waren, sichtlich zu Herzen. Mit Videos, Sketches und viel Begeisterung stellten sie nacheinander ihre Visionen und bisherigen Fortschritte vor. Dabei wurde schnell klar: nicht nur thematisch ist die Bandbreite dieses Jahr besonders groß, auch die Aufgaben, vor denen die Projekte stehen, sind vielseitig und je nach Entwicklungsstadium ganz unterschiedlich. Für vielfältige Herausforderungen gibt es bei digital.engagiert jedoch auch vielfältige Unterstützung – allen voran von den persönlichen Coaches, die je ein Teilnehmerteam nun für sechs Monate eng begleiten werden.

Nach einem sonnigen Mittagessen ging es mit zwei Vorträgen von Simon Stegemann von N3XTCODER und Marius Müller-Minde von Amazon Web Services weiter – beide hatten Tipps und Denkanstöße im Gepäck, wie die Teilnehmer die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich nutzen können. Diese konnten die Teilnehmenden dann in der ersten Coaching-Session mit ihren persönlichen Coaches direkt verarbeiten – und beim ausgelassenen Abendessen im Biergarten.

Mit Kaffee und Erinnerungsfotos auf dem Balkon mit Blick aufs Brandenburger Tor ging es am zweiten Tag im Hauptstadtbüro des Stifterverbands weiter. Lange Zeit blieb aber nicht für Fotos: Im Peer-to-Peer-Gespräch tauschten die Projektteams Erfahrungen zu unterschiedlichsten Fragen aus, wie Geschäftsmodell, Rechtsform, Finanzierung oder Öffentlichkeitsarbeit – und konnten so bereits einander helfen, potenzielle Klippen zu umschiffen.

Zwei Tage voll von Eindrücken, Austausch und digitaler Kompetenz: War‘s das? Nein! Denn jetzt geht es für die Teilnehmer von digital.engagiert erst richtig los – wenn sie das Gelernte in den nächsten sechs Monaten mithilfe ihrer Coaches umsetzen.

Kick-off für die digitale Bildung – digital.engagiert startet in Berlin in die zweite Runde

Kick-off für die digitale Bildung – digital.engagiert startet in Berlin in die zweite Runde

Digitales Engagement für die Bildung – unter diesem Stichwort startet die Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und dem Stifterverband morgen offiziell in die zweite Runde. 12 von einer hochkarätigen Jury ausgewählte Teams stehen in den Startlöchern und treffen beim morgigen Kick-off Event im Berliner silent green Kulturquartier erstmals auf ihre individuellen Coaches. Dazu gibt es spannende Vorträge von ExpertInnen aus Bildung und Sozialunternehmertum.

Rund 150 Projekte aus über 50 verschiedenen Regionen hatten sich im Vorfeld bei digital.engagiert beworben – darunter war von Sozialunternehmen, über Vereine und Ehrenamtliche alles mit dabei. Überzeugen konnten unter anderem die intuitive Videoplattform Labosium, über die Kinder naturwissenschaftliche Projekte nachbauen können, Teoleo, eine App, mit der Eltern und andere Bezugspersonen Inspirationen finden, wie sie den natürlichen Entdeckungsdrang ihrer Kinder spielerisch fördern können, und #oderdojo, ein gemeinsames Projekt von Neuland 21 e.V. und CoderDojo Deutschland e.V. für offene Programmierwerkstätten in ländlichen Gebieten.

Holger Krimmer, Geschäftsführer von Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) im Stifterverband ist jetzt schon gespannt: „Nach der erfolgreichen ersten Runde von digital.engagiert freuen wir uns jetzt auf die nächsten Monate – und darauf zu sehen, wie diese spannenden Ideen zum digitalen Engagement für Bildung weiter wachsen und Gestalt annehmen.“

Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de, fügt hinzu: „Unser Ziel in der zweiten Runde ist es, die Digitalisierung verstärkt in die Bildung zu tragen – damit der Generation von Morgen alle Türen offenstehen. Hierzu wollen wir einen Beitrag leisten, indem wir unsere Türen öffnen und technisches Know-how und finanzielle Unterstützung zur Verfügung stellen.“

„Es gibt wenig, was mich so begeistert wie Menschen, die ihre Ideen mit Leidenschaft in die Realität umsetzen“, freut sich Markus Sommerhammer, Vorstand des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. und schon zum zweiten Mal Coach bei digital.engagiert. Auch Jeanette Gusko von Gofundme und ebenso zum zweiten Mal als Coachin mit dabei findet: „Um gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen, müssen soziale und kulturelle Barrieren durchbrochen werden. Deswegen brauchen wir mehr Experimentierfreude für neue Formen des Engagements – ich bin gespannt auf die Ideen der digital.engagiert Teams!“

Neben individuellem Coaching erhalten die Projekt-Teams außerdem finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro und Zugang zu einem Netzwerk aus ExpertInnen und Gleichgesinnten, unter anderem altbekannte Gesichter aus der ersten Runde von digital.engagiert sowie Profis von N3XTCODER und Amazon Web Services.

Bis November 2019 bleibt es spannend: dann werden bei einer Preisverleihung in Berlin drei Gewinnerteams bekannt gegeben, die durch ihre Arbeit und ihren Fortschritt die Jury von digital.engagiert am meisten von sich überzeugen. Sie erhalten zusätzlich ein Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro, um ihre Vorhaben auch nach dem Programm weiterhin erfolgreich umsetzen zu können.

“Projekte sollen von digital.engagiert profitieren – nicht nur finanziell!”

“Projekte sollen von digital.engagiert profitieren – nicht nur finanziell!”

Schon zum zweiten Mal ist Dr. Joana Breidenbach, Gründerin des betterplace lab, Jurymitglied von digital.engagiert. Im Interview berichtet sie von der ersten Jurysitzung, den wirklich diversen eingereichten Projektideen und intensiven Diskussionen über die Auswahl der Teilnehmer*innen, die Anfang Mai bekannt gegeben werden.

Wie war die erste Jurysitzung von digital.engagiert 2019 für Sie?

Es war wie immer sehr spannend! Ich finde es unglaublich interessant zu sehen, welche Organisationen, Projekte und Initiativen sich dieses Jahr bei digital.engagiert beworben haben – und wie die Bandbreite an digitalen Innovationen im Bildungswesen in Deutschland zurzeit aussieht. Auf der einen Seite haben sich etablierte Unternehmen und gemeinnützige Organisationen beworben, auf der anderen Seite aber auch ganz junge Initiativen – unter anderem aus dem studentischen Bereich. Diese Vielfalt zu sehen und in der Jury von Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen umgeben zu sein, macht mir immer sehr viel Spaß. Durch den Blick der anderen Jurymitglieder und die intensiven Gespräche über jede einzelne Bewerbung lerne ich auch selbst immer wieder Neues dazu.

Woher kamen die Bewerbungen?

Aus den unterschiedlichsten Regionen. Manchmal ist man im Innovationsbereich ja nur umgeben von Berliner Projekten – das ist bei digital.engagiert nicht der Fall. Wir haben in diesem Jahr wirklich eine große Bandbreite an regionalen Projekten. Überraschend war für mich, dass in technologischer Hinsicht kaum ein Projekt eine wirklich bahnbrechende Erneuerung vorschlägt. Ich habe eher das Gefühl, dass viele Organisationen nach einem sinnvollen Einsatz von digitalen Mitteln suchen – und nicht nach der innovativen Technologie an sich, die uns nach vorne bringt. Das muss aber gar nicht negativ sein, da Technologie ja kein Selbstzweck sein sollte.

Auf was hat die Jury bei der Auswahl der Teilnehmer*innen besonders geachtet?

Als erstes schauen wir natürlich, welche Projekte uns inhaltlich überzeugen – und bei welchen Projekten digitale Ansätze wirklich einen Unterschied machen und sinnvoll eingesetzt werden können. Im zweiten Schritt überlegen wir uns, wie plausibel die Ziele der Projekte sind und ob digital.engagiert die richtige Unterstützung für sie ist: Es kann vorkommen, dass ein Projekt eine spannende Idee mit einem tollen Team dahinter anbietet – wir aber trotzdem das Gefühl haben, das Projekt profitiert nicht unbedingt von dem, was wir anbieten. Der Knackpunkt von digital.engagiert ist nicht das Preisgeld, sondern die Kombination aus Knowhow-Transfer von Expert*innen und sehr individuellem Coaching. Schließlich achten wir bei der Auswahl der Teilnehmer*innen auch immer auf Diversität: Idealerweise wünschen wir uns einen bunten Mix aus kleinen und großen Organisationen aus unterschiedlichen Regionen, die sich mit ganz verschiedene Arten von Bildung befassen – von frühkindlicher Bildung bis zur beruflichen Ausbildung.

Gab es innerhalb der Jury viele Diskussionen oder wart Ihr meistens einer Meinung?

Bei vielen Projekten waren wir uns tatsächlich schnell einig. Weil wir in der Jury alle aus so unterschiedlichen Bereichen kommen und dadurch verschiedene Ansichten vertreten, haben wir teilweise aber auch wirklich hart diskutiert. Das war für mich insofern sehr interessant, als ich zum Beispiel überhaupt keine Expertin für frühkindliche Bildung bin – und wenn jemand anderes mir mit seinem Hintergrund erläutern kann, weshalb ein Ansatz gut ist oder nicht, dann finde ich das bereichernd.

Sie sind ja schon zum zweiten Mal Jurymitglied bei digital.engagiert – was hat Sie dazu bewogen, nochmal mitzumachen?

Bei der ersten Runde im letzten Jahr habe ich gesehen, dass einige der Teilnehmer*innen immens von digital.engagiert profitiert haben – sowohl was die Sichtbarkeit ihrer Organisation angeht, als auch was die inhaltliche Entwicklung ihres Projekts betrifft. Deutschland ist in vielen Bereichen immer noch ein digitales Entwicklungsland: Wir sind weder sonderlich mutig, noch überaus experimentierfreudig. Deswegen braucht Deutschland Initiativen wie digital.engagiert – und bei allem, was Mut und Experimentierfreude fördert, mache ich gerne mit!

Rund 150 Projekte mit einem Ziel: Die Bildung digitalisieren

Rund 150 Projekte mit einem Ziel: Die Bildung digitalisieren

Die Bewerbungsphase von digital.engagiert 2019 ist abgeschlossen: Ob Großstadt oder kleine Gemeinde, ob Ost oder West und ob Deutschland, Schweiz oder Österreich – rund 150 Teams aus über 50 verschiedenen Regionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen in den Startlöchern, um mit der Unterstützung von Amazon und Stifterverband die Chancen der Digitalisierung in die Bildungsarbeit zu bringen. Eine Jury aus ExpertInnen wird in der nächsten Woche die 12 vielversprechendsten Projekte aus allen Bewerbungen auswählen.

Über zwei Drittel der Bewerber-Teams sind Bürger- oder Studenteninitiativen, eingetragene Vereine, Verbände und andere gemeinnützige Initiativen. Das andere Drittel bilden „Social Entrepreneurs“, die ihr Engagement für Bildung als ein Unternehmen angehen.

Gefördert werden Teams, die nutzerorientiert und innovativ sind und eine clevere, digitale Lösung für einen konkreten Bedarf in der Bildungsarbeit entwickeln. Im besten Fall sollten die Ideen zudem breit anwendbar sein. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Teams noch an ihrer Projektidee tüfteln oder sie bereits umsetzen: Rund die Hälfte aller eingereichten Bewerbungen befindet sich noch in der Ideenfindungs-Phase – und auch das Gewinnerprojekt der letzten Runde KARL, der Ökobot zeigt eindrucksvoll, wie gerade solche Projekte von digital.engagiert profitieren können.

Die Digitalisierungsbeauftragte der Bundesregierung und Schirmherrin von digital.engagiert, Dorothee Bär, bringt die Wichtigkeit der vielen eingerichteten Projekte in einem Interview mit dem Stifterverband auf den Punkt: Anstatt uns in Bezug auf die Digitalisierung weiterhin zu lange beim „Ob“ aufzuhalten, sollten wir uns endlich das „Wie“ in Angriff nehmen – wir sind gespannt, welche 12 Teams genau diesen Ansatz bei digital.engagiert 2019 umsetzen werden! Schon Anfang April wird die Jury entscheiden und alle BewerberInnen informiert.

„digital.engagiert war ein riesiger Boost für uns!“

„digital.engagiert war ein riesiger Boost für uns!“

Gemeinsam mit ihrem Partner Hendrik Hinrichs hat Kirsten Hillebrand mit ihrem Projekt „KARL, der Ökobot“ 2018 die erste Runde digital.engagiert gewonnen. Hier erzählt sie, warum es sich lohnt, mitzumachen. Noch bis kommenden Sonntag 17. März läuft die aktuelle Bewerbungshase!

Das Projekt „KARL, der Ökobot“, ein Chatbot, soll NutzerInnen im Alltag dabei helfen, tatsächlich umweltfreundlicher zu handeln.

Kirsten, Ihr habt die erste Runde von digital.engagiert gewonnen. Wie hat die Förderinitiative von Amazon und Stifterverband Euer Projekt vorangebracht?

Wir fühlten uns wie ein kleiner Sonderfall, weil die meisten anderen Projekte sehr viel weiter waren. Viele hatten schon gegründet. Ich hingegen habe erst zwei Monate vorher meine Masterarbeit zu dem Thema abgegeben, aus der dann die erste Idee entstanden ist, wie man das Projekt wirklich umsetzen könnte. Bei uns hat das Programm besonders gut gefruchtet, weil in so einem frühen Stadium Leute, die sich damit auskannten, gesagt haben: „Wir glauben an die Idee, setzt das um, wir unterstützen Euch.” Natürlich hilft auch die Anschubfinanzierung durch das Programm – vor allem, wenn vorher überhaupt kein Geld da ist. Für uns war außerdem ausschlaggebend, in die Szene von Social Entrepreneurship reinzurutschen, andere Teams kennenzulernen und superviele hilfreiche Kontakte zu bekommen. Das war ein riesiger Boost für uns! Die Aussicht, am Ende des Programms potentiell eine weitere Finanzspritze zu erhalten, hat uns auch sehr motiviert.

Gibt es weitere Aspekte, die Euch geholfen haben?

Definitiv das Netzwerk und die Sichtbarkeit. Wir haben auch noch bei anderen Förderprogrammen teilgenommen – dass digital.engagiert uns ausgewählt hat, galt immer wie ein Siegel. Zudem hat die Presse viel über das Programm berichtet, so dass ein kleiner Schneeball-Effekt entstanden ist: Weil wir bei digital.engagiert teilgenommen haben, fanden uns auch andere interessant.

Würdest Du Projektteams eine Bewerbung bei digital.engagiert empfehlen, die sich noch in der Ideenphase befinden?

Gerade diesen Teams würde ich empfehlen, sich bei digital.engagiert zu bewerben – da spreche ich ja aus Erfahrung. Denn besonders in diesem Stadium fühlt man sich oft etwas unsicher: Investiere ich meine Wochenenden umsonst? Hat das überhaupt Zukunft? Ich glaube mittlerweile, diese Unsicherheit ist das größte Hemmnis für Engagement. Zu wissen, dass andere Leute an Deine Idee glauben, ist superhilfreich. Klar: Das Programm und die finanzielle Unterstützung hat auch den vielen anderen Projekten geholfen, die schon viel weiter waren als wir. Ich glaube aber, dass man als kleines Projekt in so einer Förderinitiative einfach an jeder Ecke und bei jeder Person neue Infos erhält und Eindrücke gewinnt, die andere vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen. Für kleine Projekte bedeutet das einen großen Anschub.

Wenn jemand unsicher ist, ob er sich bei digital.engagiert bewerben soll – was ist Dein Rat?

Ich würde sagen, dass es im Bereich Social Entrepreneurship zwar viele Förderprogramme gibt, aber nur wenige, bei denen Geld, Coaching und ein großes Netzwerk so gut zusammenkommen. Das finde ich schon relativ einmalig in der Szene und würde sagen: Wenn man sich irgendwo bewerben will, dann auf jeden Fall bei digital.engagiert.

Und wie geht es jetzt mit Eurem Projekt weiter?

Wir haben durch digital.engagiert ein gewisses Budget zur Verfügung und überlegen zurzeit sehr gut, wie wir investieren, damit langfristig auch wieder Geld reinkommt – etwa über Investoren. Der nächste Meilenstein ist, an echte Kunden heranzutreten. Den Prototypen unseres Chatbots „KARL, der Ökobot” und ein Netzwerk haben wir schon – jetzt müssen wir unser Projekt technisch sauber umsetzen. Für diesen Sommer haben wir z.B. auf einer Messe einen Stand geplant und würden dort dann das Produkt testen und Feedback einholen. Ich finde, man muss sich trauen und einfach loslegen!

Sozial braucht digital – Amazon und Stifterverband fördern digitale Bildungsprojekte

Gerade in der Bildungsarbeit kann die Digitalisierung vieles bewegen. Deswegen unterstützen Amazon und Stifterverband mit ihrer Förderinitiative digital.engagiert in diesem Jahr Projekte aus und für die Zivilgesellschaft, die mit einem digitalen Ansatz die Bildung in unserer Gesellschaft voranbringen. Wir öffnen unsere Türen, teilen Know-how und unterstützen 12 Projektideen finanziell – von den ersten Planungen bis zur Umsetzung.

Expertinnen und Experten aus Digitalwirtschaft, sozialem Unternehmertum und dem Bildungsbereich beraten die Projektteams sechs Monate lang als Coaches. Unter den Coaches sind dieses Jahr zum Beispiel Markus Sauerhammer (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V.) und Johannes Müller (CorrelAid e.V). Die beiden werden ihre Erfahrungen weitergeben – und sich zugleich selbst von den spannenden Projektteams inspirieren lassen.

Am Ende des Programms werden die Arbeit und die Fortschritte aller Projektteams bei einer Abschlussveranstaltung in Berlin gewürdigt; eine hochkarätig besetzte Jury zeichnet dann drei Projekte als Gewinner aus. André Riemer aus dem Bundesministerium für Inneres freut sich, dieses Jahr schon zum zweiten Mal, aus Ideen große Projekte wachsen zu sehen. Auch Johannes Landstorfer vom Deutschen Caritasverband e.V. macht deutlich: Sozial braucht digital – und der digitale Wandel sollte von Menschen für Menschen gestaltet werden.

Ihr denkt digital und seid im Bildungsbereich engagiert? Egal ob in der Ideenfindung oder schon in der Wachstumsphase – bewerbt Euch noch bis zum 17.März mit Eurer Projektidee auf www.digitalengagiert.de/bewerben und macht die Chancen der Digitalisierung für die Zivilgesellschaft zugänglich!

Digital und engagiert für Bildung: Die nächste Bewerbungsrunde für das Förderprogramm startet

Digital und engagiert für Bildung: Die nächste Bewerbungsrunde für das Förderprogramm startet

Ab sofort können sich gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmer für das Förderprogramm digital.engagiert bewerben! Fokus der zweiten Runde des Programms ist das Thema Bildung.

Als gemeinsame Initiative von Amazon und Stifterverband bringt digital.engagiert tonangebende Akteure aus Digitalbranche und Zivilgesellschaft zusammen. Denn während in der Wirtschaft oder im Privatleben schon vieles digital funktioniert, kann soziales Engagement noch viel stärker von der Digitalisierung profitieren. In ländlichen Regionen machen es der demografische Wandel und die Abwanderung in die Städte zum Beispiel immer schwerer, Engagierte für Vereine oder Bürgerinitiativen zu gewinnen. Digitale Ansätze können helfen, neue Reichweite zu entwickeln und wieder mehr Gleichgesinnte zu finden. Besonders für soziales Engagement im Bildungsbereich besteht großes Potential durch digitalen Innovationen: Mit den richtigen Ansätzen können Lernende gestärkt, mehr Teilhabe ermöglicht und zivilgesellschaftlichen AkteurInnen und Bildungseinrichtungen geholfen werden.

digital.engagiert fördert in diesem Jahr daher Projekte, die Bildungsformate und -angebote digital ergänzen oder ganz neu denken. Die digitalen Ansätze können dabei vielfältig sein: vom sprachgesteuerten Vokabeltrainer über digitales Mentoring für Jugendliche, die neu nach Deutschland gekommen sind, bis zu einer App, die den Verwaltungsaufwand für Kitas reduziert.

Eine Jury wird aus allen Einreichungen 12 Projekte auswählen, die ein halbes Jahr unterstützt und begleitet werden: von den ersten Planungen bis zur Umsetzung der Idee. Alle Teilnehmenden erhalten individuelle Beratung und Betreuung durch eigene Coaches und ein umfangreiches Coaching-Programm mit weiteren ExpertInnen – von erfahrenen SozialunternehmerInnen, über ProgrammiererInnen bis zu BildungsexpertInnen. Als Technologiepartner von digital.engagiert stellt Amazon Web Services (AWS) den Teilnehmenden AWS Credit Codes zur Verfügung, um die Cloud-Infrastruktur für digitale Lösungen nutzen zu können; und der Stifterverband bringt seine Expertise und sein Netzwerk im Bereich Bildung ein. In der zweiten Runde ergänzen außerdem Cross-Mentoring und Peer-to-Peer Austausch mit Alumni der ersten Runde das Angebot.

Neben dem kostenlosen Coaching-Programm erhalten die Teilnehmenden finanzielle Unterstützung in Höhe von je 10.000 Euro. Am Ende des Programms werden die Arbeit und die Fortschritte aller Teilnehmenden bei einer Abschlussveranstaltung gewürdigt und drei Projekte als Gewinner ausgezeichnet. Sie erhalten ein zusätzliches Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro.

In der ersten Runde des Programms 2018 hatten Amazon und Stifterverband bereits fünfzehn vielversprechende Initiativen für die Digitalisierung der Zivilgesellschaft gefördert: Darunter etwa eine App, die mithilfe eines Chatbots einen umweltfreundlichen Lebensstil erleichtert oder ein Programm, über das Kita- und Schulgruppen digitale Tipps erhalten, um erfolgreich ein Gemüsebeet zu bewirtschaften und mehr über nachhaltige Ernährung zu erfahren.

Treffen sich eine Staatsministerin und ein Ökobot…

Treffen sich eine Staatsministerin und ein Ökobot…

„Am Ende geht es immer zuerst um die Menschen“ – so fasst Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, bei der Abschlussveranstaltung von „digital.engagiert“, der Förderinitiative von Amazon und Stifterverband, zusammen, worauf es bei der Verbindung von digitalen und analogen Ansätzen im zivilgesellschaftlichen Engagement ankommt. Am 13. November wurden im Berliner Spreespeicher in Anwesenheit von Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt, drei Gewinnerprojekte der Initiative gekürt, die diese Brücke besonders überzeugend geschlagen haben. Geschafft haben es KARL, der Ökobotdie GemüseAckerdemie von Ackerdemia e.V. und die Digitale Geschäftsstelle des LandesSportBund Niedersachsen e.V. „Die drei Gewinner-Projekte verdeutlichen eindrucksvoll, welche Chancen die Digitalisierung für die Strukturierung und Wirkung von zivilgesellschaftlichem Handeln bietet“, so die Schirmherrin der Förderinitiative Bär.

Fünfzehn Stunden vorher, am Vorabend der Preisverleihung saßen die noch ahnungslosen PreisträgerInnen der Nähe des Berliner Mauerparks mit den Teams der übrigen zwölf Projekte von „digital.engagiert“ bei ausgelassener Stimmung zusammen. Über ein halbes Jahr hatten alle Teams mit der Unterstützung von persönlichen Coaches, ExpertInnen und BeraterInnen fleißig an ihrer Idee gearbeitet und darüber hinaus auch finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro erhalten. Für Kirsten Hillebrand vom Gewinnerprojekt KARL, der Ökobot war der finanzielle Aspekt aber gar nicht so entscheidend: „Bei zivilgesellschaftlicher Arbeit geht es nicht nur um Gelder, sondern vor allem um Netzwerke“, erklärt sie dazu. „Die Initiative ‚digital.engagiert‘ setzt genau dort an – und hat uns schon jetzt viele Türen geöffnet.“ Umso mehr freut sich das Team von KARL jetzt über den ersten Platz.

Einfach ausdrücken lässt sich die Idee hinter dem Gewinnerprojekt so: KARL hilft einem, den inneren Schweinehund bei einem umweltbewussten Verhalten zu überwinden. Ist an einem kalten Wintertag die Verlockung groß, statt dem Fahrrad doch lieber das Auto zu nehmen? Der fröhliche Chatbot erinnert einen an die umweltschonendere Alternative. KARL soll Nutzern im Alltag dabei helfen, dass es nicht bei Vorsätzen bleibt, sondern ihr Verhalten tatsächlich umweltfreundlich wird. Die Handlungsempfehlungen des digitalen Assistenten sollen dabei zu den persönlichen Vorlieben und Überzeugungen der NutzerInnen passen. Wer also doch lieber das Auto nehmen möchte kann das angeben – und kriegt von KARL stattdessen zum Beispiel Tipps zu nachhaltigen Lebensmitteln. „Mit einer guten Idee im Gepäck ist das Team von KARL im März gestartet – und hat besonders eindrücklich bewiesen, wie weit man mit viel Leidenschaft und der richtigen Unterstützung in einem halben Jahr kommen kann“, so Jurymitglied Dr. Thomas Leppert, stellvertretender Leiter im Themenbereich Gesellschaft der Robert Bosch Stiftung in seiner Laudatio zur Arbeit des Teams.

Das Team von Ackerdemia e.V. verbindet hingegen die analoge Welt mit digitalen Lernangeboten, so zum Beispiel im Rahmen des zweitplatzierten Projektes GemüseAckerdemie für Kitas und Schulen. Die Kinder bepflanzen und bewirtschaften gemeinsam mit ihren Lehren analoge Gemüsebeete – individualisierte Anbauanleitungen, passend zu Wetter- oder Bodenbedingungen vor Ort, erhält jede Gruppe jedoch digital. So werden die Kinder ganz natürlich an Themen wie nachhaltige Ernährung und Konsumverhalten herangeführt – und das so überzeugend, dass der Verein Ackerdemia e.V. allein im Jahr 2018 an rund 300 Standorten in 15 Bundesländern, der Schweiz und Österreich mehr als 8.500 Kinder erreicht hat.

Auf den dritten Platz hat es ein Projekt geschafft, das Aktenordner schleppen und Unterlagen sortieren aus dem Repertoire ehrenamtlicher Vereinsmitarbeiter streichen möchte. Mit diesen unliebsamen Aufgaben haben sich viele Ehrenamtliche, die im LandesSportBund Niedersachsen e.V. organisiert sind, bisher viel Zeit aufgewendet. Mit der Unterstützung von „digital.engagiert“ haben sie an einer Digitalen Geschäftsstelle gearbeitet – damit sich die Mitglieder wieder ganz auf ihren Lieblingssport konzentrieren können und der Nachwuchs Lust auf Vereinsarbeit bekommt. „Der LandesSportBund liefert mit seiner Digitalen Geschäftsstelle ein Vorbild dafür, wie das Vereinsleben der Zukunft aussehen könnte“, meint auch Norbert Kunz, Geschäftsführer von Social Impact, in seiner Laudatio.

Amazon und Stifterverband kündigten an, das Programm mit neuen Teilnehmenden im nächsten Jahr fortsetzen zu wollen. Die zweite Förderrunde von „digital.engagiert” wird Anfang 2019 mit einem Fokus auf dem Thema Bildung starten. Holger Krimmer, Geschäftsführer von ZiviZ im Stifterverband: „Die erste Runde von ‚digital.engagiert‘ hat klar gezeigt, dass wir mit dieser Förderinitiative einen Nerv der Zeit getroffen haben. Jetzt ist langfristiges Engagement gefragt. Wir freuen uns daher, in Kürze die zweite Runde starten zu können.”

„Unser Ziel ist es, die Digitalisierung verstärkt in die Bildung zu tragen – damit der Generation von Morgen alle Türen offenstehen. Hierzu wollen wir einen Beitrag leisten, indem wir unsere Türen öffnen und technisches Know-how und finanzielle Unterstützung zur Verfügung stellen”, so Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de.

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