Mit Racketmind zum olympischen Gold

Smash, Satz und Sieg für olympisches Gold? Durch das Projekt Racketmind soll dies für deutsche Teilnehmer*innen irgendwann Realität werden. Mit der Online-Plattform Racketmind vom Deutschen Badmintonverband (DBV) und dem Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen sollen Trainer*innen schnell und einfach die Möglichkeit haben, an Expert*innenwissen zu gelangen, um die Badminton-Talente des Landes bestmöglich zu fördern.

Wie in allen zivilgesellschaftlichen Bereichen – das zeigen die zwölf Teilnehmer von digital.engagiert – profitiert auch die sportliche Bildung von der Digitalisierung. Das machen sich auch der Deutsche Badmintonverband und der Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen zunutze und treiben seit 2017 digitale Sportbildungsprojekte voran. Darunter auch Racketmind. Um bei der Umsetzung noch schneller voranzukommen, haben sich die Verbände bei digital.engagiert beworben – und kommen seit Mai 2019 professionelle Unterstützung.

Racketmind Badminton ermöglicht angehenden Trainer*innen in Vereinen oder auch Lehrer*innen in Schulen, die Anwesenheitszeiten bei Präsenzlehrgängen zu reduzieren und sich noch mehr auf den Sport zu konzentrieren. Zusammen mit digital.engagiert ist das Projekt auf dem bestem Weg, im Blended-Learning-Format einen thematischen Austausch durch Videofeedback und verschiedene Prüfungsformen zu schaffen. Der Anspruch: Wissen und Lehrinhalte über Badminton online immer und überall zugänglich machen. „Zivilgesellschaftliche Organisationen, wie es auch wir Sportverbände sind, spielen eine immer größer werdende Rolle in der deutschen Bildungslandschaft. Wir verstehen es daher als unseren Auftrag, die Bildungsprozesse der im DOSB und seinen  Mitgliedsorganisationen hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierten durch den Einsatz digitaler Medien zu verbessern. Projekte wie Racketmind, aber auch alle anderen von digital.engagiert geförderten Ideen, gehen mutig voran und sind für uns sind Leuchttürme dieses digitalen Engagements“, sagt Gudrun Schwind-Gick, Ressortleiterin beim Deutschen Olympischen Sportbund e. V. (DOSB).

Durch digital.engagiert wird die Vision von Racketmind immer mehr Realität. Die Förderinitiative unterstützt das Projekt Racketmind durch ein umfangreiches individuelles Trainingsprogramm und finanziell. Johannes Müller von dem gemeinnützigen Verein CorellAid steht dem Projekt mit seiner Expertise für Datenanalyseverfahren als Coach zur Seite. Und wer weiß, vielleicht kommt dann das nächste olympische Gold in der schnellsten Rückschlagsportart der Welt vielleicht bald aus Deutschland.

Halbzeit bei digital.engagiert: Das DRK zieht eine Zwischenbilanz

Von Mai bis November fördert digital.engagiert insgesamt 12 Projekte – darunter auch „Ausbildung mit VR“ vom DRK Kreisverband Herford e.V. Pünktlich zum Bergfest zieht das DRK eine erste Zwischenbilanz: Die Projektpartner Ralf Hoffmann und Thomas Pilz haben dazu mit Doppel[t]spitze, einer Content Marketing Agentur aus Frankfurt, gesprochen – aber uns exklusive Insights gegeben, wieso digital.engagiert eine große Chance für sie und andere Projekte ist.

Warum eigentlich virtuelle anstelle von analoger Ausbildung? Wie fördert das Projekt das Ehrenamt? Wie gewinnt man Unterstützer? Und: Welche Wünsche und Visionen haben die beiden Verantwortlichen des DRK Kreisverbandes für die Zukunft? Zu diesen und weiteren Fragen haben Ralf Hoffmann und Thomas Pilz hier bereits Stellung bezogen. Aus jeder ihrer Antworten lässt sich die Begeisterung für zivilgesellschaftliche Digitalisierungsprojekte im Allgemeinen und ihr Projekt #AusbildungmitVR im Besonderen herauslesen.

Uns haben sie darüber hinaus verraten, wieso sie sich bei digital.engagiert beworben haben und was sie an der Förderinitiative schätzen. „Mit der Teilnahme an digital.engagiert als der großen Förderinitiative von Amazon und dem Stifterverband wollten wir vor allem zeigen, wie sich zivilgesellschaftliche Digitalisierungsprojekte in der Bildungsarbeit von Verbänden und anderen Organisationen auf- und umsetzen lassen“, erklärt Ralf Hoffmann, „wir wollten einfach unbedingt dabei sein.“ Ihre Motivation dahinter: „Für uns ist es eine riesengroße Gelegenheit, Teil einer Community zu werden und von der Vernetzung, der Kompetenz, dem Austausch, der Unterstützung und der fachkompetenten Begleitung zu profitieren. Zudem wollen wir diese Chance nutzen, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und mit einem fachlichen Dialog unser Projekt weiterzuentwickeln“, so Thomas Pilz. Für beide ist die Förderung durch digital.engagiert ein Qualitätslabel für neue, digitale Projekte in der Sozialwirtschaft und hat bereits vielfach dabei geholfen, Türen zu öffnen und Unterstützung zu bekommen.

Rettung per Brille: Wie VR hilft, Leben zu retten

Rettungseinsatz in Herford: Ein 80-jähriger Mann hat zuhause einen Herzinfarkt erlitten. Die Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes sind vor Ort, jeder Handgriff muss sitzen. Was hier nur ein Szenario ist, ist bei den DRK-Einsatzkräften Realität. Umso wichtiger ist ein umfangreiches Rettungskräfte-Training. Beim DRK Herford gibt es solche Übungen regelmäßig. Das Besondere dabei: Jeder Helfer soll den Ernstfall zukünftig auch mit einer VR-Brille auf dem Kopf trainieren können.

„Ausbildung mit Virtueller Realität (VR)“ heißt das Projekt des DRK Herford. Mit Hilfe der VR-Brillen können die ehrenamtlichen Rettungssanitäter virtuell in verschiedene Übungsszenarien eintauchen. Sie sind mitten im Geschehen, das sie über die Brille hautnah erleben. Das Bild, das sie mit der VR-Brille sehen, passt sich jeder Bewegung an, als wären die Helfer real in der Situation. So können die Rettungssanitäter den Ablauf eines Erste-Hilfe-Falls üben, ohne dass die Übung aufwendig simuliert werden muss. Sie gewinnen an Routine, damit sie – egal zu welcher Situation sie gerufen werden – einsatzbereit sind.

Das Deutsche Rote Kreuz Herford möchte mit dem Pilotprojekt die Weiterbildung für Rettungskräfte insgesamt weiterentwickeln und erleichtern. Neben dem zeit- und ortsunabhängigen Training von ehrenamtlichen Sanitätern steht ein weiteres Ziel im Vordergrund. Mittels modernster Technik sollen jüngere Menschen für das Ehrenamt begeistert werden.

Mit dieser Idee überzeugte das DRK Herford auch bei der Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und dem Stifterverband. Als eines von zwölf Projekten setze es sich gegen 150 andere durch und sicherte sich eine Anfangsunterstützung von 10.000 Euro. Insgesamt haben die Projekte sechs Monate Zeit, ihre Idee voranzutreiben. Nach Abschluss dieser Zeit würdigt digital.engagiert die Arbeit und die Fortschritte aller Teilnehmenden bei einer Abschlussveranstaltung. Die drei Projekte, die sich im Verlauf besonders hervorgetan haben, werden als Gewinner ausgezeichnet und erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

Amazon & Stifterverband als Partner der ZEIT Konferenz

Was schätzen wir an unserem Leben? Wissen wir eigentlich, was wir wollen? Und wissen wir, was wir nachfolgenden Generationen gern mit auf den Weg geben würden? Was ist uns dabei wichtig? Diesen und weiteren Fragen geht die ZEIT Vermächtnisstudie auf den Grund. Mit über 3.000 Befragten untersucht die repräsentative Studie gesellschaftlichen Entwicklungen in allen Lebensbereichen – wie Arbeit, Wohnen, Liebe, Gesundheit, Kommunikation, Besitz – und leitet daraus Handlungsaufträge für die Gesellschaft ab. 2015 zum ersten Mal durchgeführt, gab es 2018 eine Neuauflage.

Die Erkenntnisse der Studie sind so zahlreich, dass jedes Jahr die ZEIT Konferenz „Der Auftrag“ stattfindet. Ziel: den Impuls dafür zu setzen, dass die Handlungsaufträge übernommen und vorangetrieben werden. Angesprochen werden vor allem Organisationen, die über die Ressourcen und Mittel verfügen, aktiv zu werden, unter anderem Unternehmen. Sie können Aufträge aus unterschiedlichen Themenfeldern wählen, sie umsetzen und auf der Konferenz darüber diskutieren. Auch digital.engagiert – die Förderinitiative von Amazon und dem Stifterverband – nimmt an dieser Veranstaltung teil. Ihr Auftrag: das gesellschaftliche Engagement für digitale Bildung fördern.

Besonders in diesem Jahr ist, dass die gesamte Konferenz in Partnerschaft mit digital.engagiert stattfindet. „Es ist eine Auszeichnung für unsere Initiative, Partner der ZEIT Konferenz zu sein. Mit ‚Der Auftrag‘ treiben wir genau die Themen voran, die uns und für die Gesellschaft wichtig sind“, erzählt Andreas Schlüter, Generalsekretär vom Stifterverband. „digital.engagiert steht dabei nicht nur für die Förderung von Wissenschaft und Forschung. Wir setzen uns auch für die Berufs- und Weiterbildung ein. Vor allem wollen wir aber bürgerschaftliches Engagement zugunsten gemeinnütziger Zwecke unterstützen und mit der Förderinitiative einen Beitrag zum zivilgesellschaftlichen Miteinander leisten.“ Auch Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, erklärt: „Amazon hat eine digitale DNA. Deshalb ist es uns wichtig, digitale Bildungsarbeit in möglichst vielen Gesellschaftsbereichen zu fördern – damit der Generation von Morgen alle Türen offenstehen. Durch die Partnerschaft mit DIE ZEIT können wir dem Thema die Aufmerksamkeit verleihen, die es verdient.“

Auf der ZEIT Konferenz, am 20. November 2019, ist digital.engagiert mit einer Paneldiskussion zu ihrem Thema – also zu zivilgesellschaftlichen Digitalisierungsprojekten für die Bildungsarbeit – vertreten, die von einem ZEIT-Redakteur moderiert wird. Gemeinsam mit Andreas Schlüter und Ralf Kleber werden dabei aktuellste Fragestellungen diskutiert. Ein weiteres Highlight der Konferenz: die Preisverleihung, bei der drei der zwölf Projekte von digital.engagiert für ihre Fortschritte im sechsmonatigen Förderzeitraum ausgezeichnet werden. Die Förderinitiative stellt zwölf verschiedenen Projekten aus ganz Deutschland für ein halbes Jahr Coaches zur Seite, die sie bei den ersten Planungen bis hin zur Umsetzung ihrer Projektidee fördern und unterstützen. Alle Teilnehmenden erhalten individuelle Beratung und Betreuung, umfangreiche Trainings und zusätzlich finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro. Drei Projektteams haben die Chance auf mehr: Die Teams, die besonders große Fortschritte gemacht haben, können sich noch einmal Preisgelder in einer Höhe von insgesamt 30.000 Euro sichern.

Welche Projekte sich durchsetzen, erfahren Interessierte am 20. November auf Twitter, Facebook.

Hackathons für eine bessere Gesellschaft

Die beiden Berliner Initiativen Junge Tüftler und be.able entwickeln im Rahmen der Förderinitiative digital.engagiert ein Workshop-Format für Kinder und Jugendliche. Als Programmierer*innen, Entwickler*innen, Kreative arbeiten die Kids und Teens während sogenannter Hacky Days (altersgerechte Hackathons) an Prototypen, die Menschen mit körperlicher Behinderung helfen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das Motto der Berliner Initiativen: „Für ein besseres Wir im Kiez!“

Jonas Deister ist schon zum zweiten Mal bei digital.engagiert als Coach dabei. Er ist Geschäftsführer bei den Sozialhelden e.V., die seit über zehn Jahren mit Leidenschaft und Spaß lösungsorientierte Projekte entwickeln, um damit auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und sie im besten Fall zu beseitigen. Und deshalb passt Jonas als Coach so gut zu den Hacky Days.

Für digital.engagiert haben wir Giulia und Julia von Junge Tüftler gemeinsam mit ihrem Coach Jonas über ihre Arbeit, Ziele und die Motivation von Kindern, Menschen zu helfen, gesprochen.

Hacky Days – Worum geht es bei eurem Projekt genau? Und warum macht ihr bei digital.engagiert mit?

Julia (Junge Tüftler): In unserem Projekt geht es darum, Workshop-Formate für Kinder und Jugendliche zu erstellen, in denen sie Lösungen für Menschen mit Behinderungen entwickeln und eigene Prototypen erarbeiten. Auf Basis der Kreativtechnik Design-Thinking möchten wir altersgerechte Hackathons konzipieren und damit für inklusive Themen sensibilisieren. Dafür haben wir von Junge Tüftler, und be.able uns als Initiativen extra zusammengeschlossen - um unsere Kompetenzen und Expertisen aus verschiedenen Bereichen nutzen zu können. Wenn wir sagen, wir wollen eine Gesellschaft schaffen, an der alle Menschen gleichermaßen teilhaben können und sollen, dann ist es auch wichtig, alle wirklich einzubeziehen und eine Umwelt zu gestalten, die niemanden ausgrenzt. Hacky Days gibt uns die Möglichkeit, prototypisch erste Wege zu gehen.

digital.engagiert passt zu uns, da auch wir mithilfe digitaler Werkzeuge die Gesellschaft verändern möchten. Online und Offline geht heute Hand in Hand. Digitales Engagement allein löst oft keine Probleme: Aber es hilft, Menschen zu erreichen oder Engagement leichter zu machen. Die Offline-Komponente ist aber weiter wichtig. Dank der Unterstützung von digital.engagiert können wir das Thema jetzt dezidiert angehen und haben die Möglichkeit, mit dem Projekt erste Schritte zu gehen.

Wie läuft denn so ein Hackathon ab?

Julia (Junge Tüftler): Die Workshops finden jeweils zwei Tage im „Real Life“ statt. Am ersten Tag geht es darum, Vertrauen und Empathie aufzubauen und den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wo mögliche Probleme liegen. Dazu greifen wir auf die „Empathie-Tools“ von be.able zurück. Die Teilnehmenden laufen zum Beispiel mit Blindenbinde und -stock durch die Stadt und merken, wie die Gesellschaft blinde Menschen behindert. Oder sie fahren im Rollstuhl durch ihren „Kiez“ und finden Stellen, an denen sie nicht weiterkommen. Gewappnet mit einer Karte ihres Kiez – meist Schule oder Stadtteil – markieren sie solche Orte und sammeln Ideen, wie die Situation verbessert werden kann. Bevor diese Ideen dann umgesetzt werden, gibt es von uns Inspirationen für digitale Werkzeuge, die die Kinder und Jugendlichen nutzen können. Egal ob Mikrocontroller, Programmier-Codes oder Roboter. Am zweiten Tag konkretisieren die Teilnehmenden dann ihre Ideenskizzen und entwickeln Prototypen, die sie am Ende präsentieren. Die Hacky Days werden anschließend dokumentiert und als OER Material (Open Educational Resources, offene Bildungsinhalte) verbreitet und auf bereits etablierten OER-Plattformen (wie die TüftelAkademie) veröffentlicht. Somit wird der innovative Ansatz des Projektes Lehrer sowie Multiplikatoren digital deutschlandweit zur Verfügung gestellt.

Jonas, du nimmst schon zum zweiten Mal als Coach bei digital.engagiert teil. Was ist deine Motivation, dich hier einzubringen?

Jonas: Es macht Spaß, mit Teams zu arbeiten, die intrinsisch motiviert sind und gesellschaftlich etwas bewegen wollen. Sozialhelden e.V. stellt solchen Teams gerne Expertise und Netzwerke zur Verfügung. Auch wir haben damals von solcher Unterstützung profitiert. Sparringspartner sind wichtig, um seinem Ziel näher zu kommen. Und auch für mich ist es schön, mal aus meiner bekannten Umgebung herauszukommen und neue Impulse mitzunehmen.

Die von einer Jury aus fast 150 Bewerbungen ausgewählten Projekte wurden von digital.engagiert mit Coaches und Coachinnen gematcht. Was war deine Reaktion als du auf dem Kick-Off Treffen erfahren hast, dass Du Hacky Days coachen wirst?

Jonas: Ich habe mich sehr gefreut. Wir von den Sozialhelden hatten mit Junge Tüftler bereits vor digital.engagiert Kontakt. Das Coaching macht absolut Sinn, weil wir uns thematisch überschneiden und uns gegenseitig inspirieren können: Mit unserem Projekt „Wheelmap macht Schule“ unterstützen wir beispielsweise ebenfalls Lehrerinnen und Lehrer, die mehr mit dem Thema Inklusion/Diversity arbeiten wollen. Und das ist eben auch das Schöne an den Hacky Days: Mit Workshops Kinder zu sensibilisieren und zu befähigen, etwas zu entwickeln kann wirklich helfen. Das Thema Behinderung schwingt zwar mit, aber es geht eigentlich darum, Innovationskraft, Empathie und auch Digitalkompetenzen von Kindern zu fördern und so Teilhabemöglichkeiten für alle zu entwickeln.

Welche Meilensteine habt ihr mit Eurem Projekt bisher bei digital.engagiert erreicht?

Giulia (Junge Tüftler): Wir haben die ersten zwei Meilensteine erreicht: Unser Workshop-Konzept sowie die gemeinsame Arbeitsweise und die dazugehörigen Methoden stehen fest. Im Juli haben wir einen ersten Test-Hackathon erfolgreich durchgeführt. Jetzt arbeiten wir an der Iteration der Arbeitsmaterialien mit weiteren Test-Workshops in zwei Berliner Schulen, um unser Konzept zu finalisieren. Außerdem haben wir in den vergangenen Monaten ein gutes Netzwerk aufgebaut und viel positives und konstruktives Feedback bei der Vorstellung unserer Hacky Days beim N3xtcoder Meetup am 6. August sammeln können. Natürlich sind wir aber immer auf der Suche nach Schulen und Interessierten, mit denen wir in Zukunft zusammenarbeiten können.

Welches Projektziel habt ihr vor Augen?

Julia (Junge Tüftler): Unser Ziel ist, dass unsere Hackathons skalierbar werden. Das heißt, dass die Workshops auch ohne unsere Anwesenheit stattfinden können. Das geht nur, wenn Lehrerinnen und Lehrer gutes Material haben, das sie befähigt, die Workshops eigenständig umzusetzen. Wir möchten eine Plattform entwickeln, auf der unsere Methoden und Materialien als E-Learning-Formate allen zur Verfügung stehen. Mit einer Art „digitalem Werkzeugkoffer“ ausgestattet, können Schulen dann in ganz Deutschland die Hacky Days veranstalten.

In eurem Projekt sollen Kinder Ideen für eine bessere Inklusion entwickeln. Was können wir eurer Meinung nach von Kindern lernen?

Julia (Junge Tüftler): Die Unbefangenheit, mit der Kinder an Themen herangehen! Deshalb macht uns unsere Arbeit auch so viel Spaß. Kinder können und wollen lernen, das haben wir als Erwachsene oft verlernt. Und sie stellen sich gerne Herausforderungen – in ihnen steckt einfach so viel Motivation und Energie.  

Jonas: Diese Motivation, die Julia beschreibt, kommt vor allem dadurch, dass Kinder ein hohes Gerechtigkeitsempfinden haben. Wenn sie sehen: „Hey, eine Stufe am Eingang schließt Menschen, vielleicht sogar Schulkameradinnen und -kameraden, aus und es gäbe doch Lösungen, da etwas dran zu ändern!“ Dann setzen sie sich auch dafür ein. Und Kinder und Jugendliche können sehr überzeugend sein.  

Jonas, was wünschst Du Hacky Days?

Ich wünsche Ihnen, dass sie ein Produkt schaffen, das Lehrerinnen und Lehrern bei ihrer Arbeit unterstützt und sie selbst leicht ohne große Vorkenntnisse anwenden können. Und dass die Hackathons möglichst bundesweit stattfinden und irgendwann Bestandteil von Lehrplänen werden. Wenn das Potenzial erkannt wird, dann kann die Methode der altersgerechten Hackathons auch für die Produktinnovation in anderen Bereichen genutzt werden.

„Future of Education“ auf dem Spielfeld

Welche Rolle spielt Digitalisierung für die Bildungsarbeit in Zukunft? Welche Kompetenzen benötigen Menschen in den nächsten zehn Jahren? Wie stellen wir uns die Zukunft des digitalen und nicht-digitalen Lernens vor? Kann die Digitalisierung der Bildung Chancengleichheit für alle schaffen? Über diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmer*innen auf dem N3XTCODER Meet-up Anfang August im Spielfeld Digital Hub in Berlin.

Die „Social Enabler“ von N3XTCODER, die Brücken zwischen verschiedenen Wissensträgern bauen, luden gemeinsam mit digital.engagiert – einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband – zum Dialog und Netzwerken ein. Gemeinsam mit Tekkies, Designer*innen, Marketer*innen, Produktmanager*innen und Entrepreneurs arbeiteten verschiedene Bildungs-Start-ups bei diesem Event daran, die deutsche Bildungslandschaft fit für die Zukunft zu machen. Mit dabei waren natürlich auch „Social Innovators“, die an digital.engagiert teilnehmen. Das Event gab den Teilnehmenden 13 Wochen nach dem Start der zweiten Runde und passend zur Halbzeit nicht nur einen zusätzlichen Boost, sondern vor allem jede Menge neue Inspiration und Experten an die Hand.

Empowerment durch digitale Lösungen…

Leonhard Nima und Simon Stegmann von N3XTCODER sowie Lydia Markowski von ZiviZ im Stifterverband begrüßten die Gäste: „Es geht um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben möchten, wie wir Technologien nutzen und gestalten. Deshalb steht der Abend heute ganz im Zeichen der Menschen mit innovativen Ideen für die Zukunft der Bildung.“ Fünf der zwölf Projekte, die von digital.engagiert gefördert werden, nutzten die Veranstaltung, um íhre Projekte vorzustellen.

Mit dabei: Uwe Nicksch und Helena Sternkopf von Junge Tüftler und be able. Gemeinsam stellten sie ihr Projekt Hacky Days für eine Digitalisierung von Schulen vor. Dabei geht es um mehr Empathie und Miteinander, kurz: um mehr Inklusion in Schulen. Johanna Nothacker von „Labosium“ präsentierte die Idee einer Lernplattform, die in Freistunden für mehr Experimentierfreude an Wissenschaft und Technik sorgen soll. Auch die ganz großen Fragen unserer Zeit waren Thema: David Schraven von der Bürgerakademie für Medienkompetenz, der für das Projekt von „Correctiv“ teilnahm, ging der Frage nach, wie man Fake News auf gesellschaftlicher Ebene begegnen kann. Das Fazit: Entscheidend sind eine möglichst breite Aufklärung und fundierte Medienkompetenz. „Wir wollen die breite Öffentlichkeit über Medienkompetenz informieren, um die Gesellschaft gegen Populismus und Desinformationskampagnen zu immunisieren“, erklärte David.

… und durch Singen!

Das Team um „LEE“ präsentierte mit einem ausgefallenen Sketch ihre Vision: Sie möchten mit ihrer App nicht nur ein sicheres Unterstützungsnetzwerk für queere Jugendliche schaffen. Sie wollen auch Austausch fördern und Menschen zusammenbringen, indem sich in der App Mentees und Mentor*innen begegnen können. Der lauteste Pitch kam von Clara Schürle von Kinderchorland. Das Kinderchorland schafft eine digitale Community, um die Gründung von Chören in ländlichen Regionen zu fördern – denn Singen würde viele Soft Skills verbessern, wie zum Beispiel das Selbstvertrauen. Clara animierte das Publikum spontan selbst zum Singen und überzeugte es damit eindrucksvoll – quasi mit dem lebenden Objekt – von der positiven Wirkung von Musik und ihrer Idee.

Mit viel Inspiration ging es ins Get-together: In gemütlicher Runde und mit neuen Ideen im Gepäck ließen die Teilnehmer*innen den Abend gemeinsam ausklingen – weiterführende Diskussionen über die „future of education“ inklusive.

„Wir wollen bald den Prototypen herausbringen“

LEE ist ein App-basiertes Mentoring Programm, das sich auf die Bedürfnisse von queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Berlin konzentriert. Das Team von LEE nimmt dieses Jahr an der Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und Stifterverband teil. Die LEE-App soll queere Jugendliche und junge Erwachsene mit erfahrenen Mentor*innen aus der Community zusammenbringen, die sie auf ihrem Weg unterstützen.

Scott Goldner ist Coach bei digital.engagiert und begleitet LEE. Er hat Erfahrung in verschiedenen Organisationen und gemeinnützigen Programmen in allen Entwicklungsstadien gesammelt und von Organisationsaufbau, -ausbau bis hin zur -leitung schon viele Rollen übernommen. Bei seiner Tätigkeit als Interim-CEO und Chief Educational Program Officer bei Kiron Open Higher Education hat er erkannt, dass er am liebsten anderen dabei hilft, gezielter und wirkungsvoller zu arbeiten.

Im Rahmen von digital.engagiert haben wir die Macher*innen von Lee gemeinsam mit ihrem Coach Scott getroffen und mit ihnen über ihre Arbeit, bisherigen Erfahrungen und Pläne gesprochen.

Worum geht es bei Eurem Projekt und warum habt Ihr Euch bei digital.engagiert beworben?

Inken (LEE): Unser Projekt ist ein App-basiertes Mentoring-Programm für queere Jugendliche und junge Erwachsene, damit jede*r die eigene sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in einer inklusiven und diskriminierungsfreien Gesellschaft leben kann. Wir wollen erstmal in Berlin starten, aber für die Zukunft haben wir auch noch größere Pläne: neben dem Mentoring soll es weitere Angebote geben und langfristig wollen wir mit der Idee über Berlin hinausgehen. Wir stehen aber noch ganz am Anfang. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, im Rahmen von digital.engagiert möglichst einen ersten Prototypen der App zu bauen, den wir dann nach und nach skalieren können.

Scott, warum engagierst Du Dich bei digital.engagiert als Coach?

Scott: Dafür gibt es zwei Gründe: ich übernehme gerne das Coaching von Teams, die eine innovative Idee verfolgen und zweitens finde ich die Idee hinter digital.engagiert extrem spannend. Die Frage, wie wir unsere Bildung durch digitale Werkzeuge verbessern können, ist mir wichtig. Und ich finde, dabei muss man vor allem die richtige Mischung treffen. Also: Wie viel soll digital passieren und wie viel offline? Hier verbinden sich mein Spaß am Coaching und mein Interesse an diesem großen Themenfeld.

Könnt Ihr uns ein bisschen zu Eurer Arbeit in den letzten Wochen seit Beginn der Initiative erzählen?

Elena (LEE): Klar! Schon nach wenigen Wochen ist einiges passiert. Erst einmal haben wir unsere Social-Media-Präsenz aufgebaut – also mit einer Website, Instagram und einem Twitter-Account losgelegt. Damit wollen wir vor allem potenzielle Teilnehmer*innen erreichen und mit ihnen in den Austausch treten. Außerdem sind wir gerade mitten in der Vereinsgründung: Momentan warten wir auf die Rückmeldung des Amtsgerichts, das uns die Eintragung des Vereins bestätigt. Intern haben wir uns unsere eigene Organisation verbessert – haben Aufgaben klar aufgeteilt und sind auch dabei, weitere Förderanträge zu schreiben, um unsere Finanzierung zu sichern. Außerdem planen wir eine Bedarfsanalyse im engen Austausch mit zukünftigen Mentor*innen und Mentees durchzuführen. Das sind momentan die Punkte, die uns am meisten beschäftigen.

Scott: Wir haben uns in den letzten sechs Wochen besser kennengelernt. Der erste Kontakt war am Telefon, mittlerweile haben wir uns persönliche kennengelernt und treffen uns regelmäßig. LEE hat jetzt schon so viel geschafft, sie haben sich schon ein stückweit etabliert. Bisher haben wir vor allem abgesteckt, wie wir gemeinsam arbeiten wollen, und ich finde, es läuft sehr gut: Ich versuche in meiner Rolle vor allem zu unterstützen und dem Team zu helfen, den eigenen Weg zu finden.

Was wollt Ihr bis zum Ende von digital.engagiert erreichen?

Inken (LEE): Das große Ziel ist, dass der Prototyp steht und wir diesen herausbringen können. Dazwischen stehen natürlich noch ganz viele kleinere Meilensteine. Bis der Prototyp fertig ist, müssen wir eine klare Bedarfsanalyse haben und dessen Auswertung. Wir wollen soweit alles inhaltlich planen, sodass wir uns schnell auf die technische Umsetzung konzentrieren können. Bis dahin wollen wir natürlich auch einige Mentor*innen an Bord holen und diese schulen. Es stehen also noch einige analoge Schritte vor dem Prototyp. Deshalb haben wir auch einen sehr ambitionierten Zeitplan, der uns ein Stück weit dazu zwingt, immer weiterzumachen.

Wie war bisher Eure Erfahrung mit Eurem Coach?

Elena (LEE): Wirklich super! Scott unterstützt uns wirklich sehr, schon jetzt hat uns das Coaching sehr vorangebracht. Und er hat uns mit weiteren Menschen vernetzt, die uns ebenfalls weiterhelfen konnten. Besonders gut gefällt uns bisher, dass Scott uns immer wieder zu Fokus und klaren Verantwortlichkeiten ermahnt: „focus, focus, focus“ und „accountability“ hören wir ständig von ihm. Er setzt uns auch Deadlines und das hilft sehr dabei, das große Ganze nicht aus den Augen zu verlieren. Mit einem Ziel im Blick, kleinen Schritten und klaren Fristen geht vieles besser.

Scott: Ich lerne auch viel und finde ihre Idee wirklich super. Deshalb mache ich das gern!

Scott, wenn es nur eine Sache gäbe, die Du Deinem Team mitgeben könntest: was wäre das?

Scott: (lacht) Da haben die drei schon gut zugehört: „focus, focus, focus“! Das andere ist die richtige interne Kommunikation – aber sie kommunizieren schon ziemlich gut miteinander: Einfach um zu wissen, was die anderen tun, wer für was verantwortlich ist und was die Ziele sind. Dieser Austausch ist wirklich wichtig, auch um den Überblick zu behalten, wie es den anderen geht und wer woran arbeitet.

„Manchmal geht es erst einen Schritt zurück, bevor Ihr vorwärtskommt“

Wäre ein aufmerksamer Beobachter Anfang letzter Woche durch die sonnige Harzer Straße in Berlin-Neukölln geschlendert und hätte die richtige Person angesprochen, so hätte er spontan etwas darüber lernen können, was Hackathons und digitale Lernplattformen für Inklusion miteinander zu tun haben. Oder darüber, wie sich mit einem innovativen Mechanismus das freiwillige Engagement steigern lässt. Denn genau damit beschäftigen sich die Teams hinter Hacky Days und Facilita, die am Montag gemeinsam mit 10 anderen von der Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und Stifterverband ausgewählten Projekten zur Digitalisierung in der Bildung zu einem zweitägigen Trainingstreffen im Berliner betahaus zusammenkamen.

Montagmorgen um 10 trafen nach und nach die Teilnehmer ein, tauschten sich mit neuen Bekannten vom Kick-off-Treffen aus und fanden sich schließlich zusammen, um der herzlichen Begrüßung durch das Projektteam von digital.engagiert zu lauschen. In einem Impulsvortrag zur Förderlandschaft für digitales Engagement wandte sich dann Holger Krimmer von Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) im Stifterverband an die Teilnehmenden: „Vernetzt Euch nicht nur in eurer Bubble, sondern sucht Anschluss in mindestens zwei Richtungen: ins politische Feld und in die Zivilgesellschaft“, appellierte er. Und wer sich schon immer gefragt hatte, wie ein Team in nur 111 Tagen den Amazon Service Prime Now in die Welt gesetzt hat, konnte das im Anschluss von Ole Wulff von Amazon erfahren, der in seinem Vortrag die Innovationskultur von Amazon zusammenfasste. Nach einem gemeinsamen Mittagessen kam auch eine digital.engagiert-Alumna zu Wort: „Wenn Ihr entschlossen seid, eine Organisation zu gründen, um sozialen Wert zu schaffen, dann haltet Euch nicht zu viel mit der exakten Definition auf, sondern kümmert Euch lieber um Geschäftsidee und -modell“, dazu riet Juliane Kronen, die Gründerin und Geschäftsführerin der innatura gGmbH den anwesenden Projekten.

Weiter ging es mit einer geballten Ladung Expertenwissen zu Themen rund um Bildung und Digitalisierung. An fünf Thementischen konnten die Teilnehmenden ihre Eindrücke in einer „Sprechstunde“ vertiefen – dort saßen neben Holger Krimmer und Juliane Kronen noch Rupert Antes von der Haniel Stiftung, Peter Kreutter von der Stiftung der WHU und Anne Lützelberger von der Stiftung Bildung und Gesellschaft. Kurze Zeit später wurde die vertraute Runde für weitere Gäste geöffnet – denn als nächstes Highlight stellten Andreas Stiehler von fibonacci & friends und Peter Kreutter exklusiv ihre neue Studie „Lernen.Verstehen.Vernetzen – Perspektiven des digitalen Wandels in etablierten sozialen Organisationen“ zum digitalen Wandel vor. Nach einer intensiven Networking-Session ließen die Teilnehmer den Abend schließlich bei wohlverdienten Snacks und Drinks in der Villa Neukölln ausklingen.

Am zweiten Tag des Trainingstreffens beehrte ein besonderer Gast die Runde: „KARL der Ökobot“ mit seinen Erfindern Kerstin Hillebrand und Hendrik Hinrichs. Die beiden hatten mit ihrem Bot, der für umweltfreundlicheres Verhalten im Alltag sorgen soll, die letzte Runde von digital.engagiert für sich entschieden. „Habt Geduld. Manchmal geht es erst einen Schritt zurück, bevor Ihr vorwärtskommt. Dafür sind wir heute fokussierter als in der Vergangenheit“, gab das Erfinderteam einen Blick hinter die Kulissen ihrer eigenen Reise von der Idee bis zum Fortschritt. Auch sonst stand der Tag ganz im Zeichen der Alumni: nach Tipps der ehemaligen digital.engagiert-Teilnehmerin Mariam Schwartz von tatkräftig e.V. ging es ins Peer-to-Peer-Feedback und den Erfahrungsaustausch mit den anwesenden Ehemaligen der Förderinitiative. Gut gestärkt durchs Mittagessen hatten die teilnehmenden Projekte dann die Gelegenheit, sich auch einmal von den Coaches ihrer Mitstreiter beraten zu lassen – beim Cross-Mentoring unter anderem mit Anne Pahl von Youvo, Jonas Deister von den Sozialhelden und Scott Goldner von der DO School.

Und schon waren zwei spannende Trainingstage zu Ende – mit einem Ausblick auf die nächsten Schritte und spürbarer Vorfreude auf die nächsten Monate von digital.engagiert!

Digitale Bildung mit Ausblick

Wo finde ich Ideen, wie mein Kleinkind die Welt spielerisch entdecken kann? Wie sorgen wir durch digitale Bildung für mehr Inklusion in unserem Miteinander? Mit welchen Bildungsangeboten fördern wir Erste Hilfe im 21. Jahrhundert? Digitale Antworten auf diese und viele weitere drängende Bildungsfragen soll digital.engagiert zutage bringen, eine Förderinitiative von Amazon und Stifterverband. Ganz analog aber trafen sich am 9. und 10. Mai erstmals alle ausgewählten Projekte, Coaches und Experten aus Bildung und Sozialunternehmertum in Berlin für den Kick-off der zweiten Förderrunde.

„Wir freuen uns auf die nächsten Monate – und darauf zu sehen, wie diese spannenden Ideen zum digitalen Engagement für Bildung weiter wachsen“ so begann der erste Tag mit einer Einführung von Dr. Holger Krimmer von ZiviZ im Stifterverband und Ole Wulff von Amazon mit Blick aufs Grüne im silent green Kulturquartier. Passend zum Thema schaltete sich Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, per Videobotschaft ein: „Es geht um neue Kompetenzen“, richtete sich die Schirmherrin von digital.engagiert an die 12 teilnehmenden Projekte und fügte hinzu: „notwendig ist eine ganz andere Art von Flexibilität – und zwar vor allem geistige Flexibilität.“

In einer Runde von Bildungsexpertinnen – bestehend aus Dr. Theresa Züger, Leiterin der Geschäftsstelle Dritter Engagementbericht am Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Jana Priemer, ZiviZ im Stifterverband, und Gudrun Schwind-Gick vom Deutschen Olympischen Sportbund –wurde anschließend angeregt über die Rolle der Digitalisierung für die Bildung diskutiert. Die Botschaften an alle Engagierten: Ihr seid Leuchttürme des digitalen Engagements – habt Mut, macht Fehler und vernetzt euch.

Das nahmen sich die Projektteams, die aus allen Teilen Deutschlands und aus der Schweiz angereist waren, sichtlich zu Herzen. Mit Videos, Sketches und viel Begeisterung stellten sie nacheinander ihre Visionen und bisherigen Fortschritte vor. Dabei wurde schnell klar: nicht nur thematisch ist die Bandbreite dieses Jahr besonders groß, auch die Aufgaben, vor denen die Projekte stehen, sind vielseitig und je nach Entwicklungsstadium ganz unterschiedlich. Für vielfältige Herausforderungen gibt es bei digital.engagiert jedoch auch vielfältige Unterstützung – allen voran von den persönlichen Coaches, die je ein Teilnehmerteam nun für sechs Monate eng begleiten werden.

Nach einem sonnigen Mittagessen ging es mit zwei Vorträgen von Simon Stegemann von N3XTCODER und Marius Müller-Minde von Amazon Web Services weiter – beide hatten Tipps und Denkanstöße im Gepäck, wie die Teilnehmer die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich nutzen können. Diese konnten die Teilnehmenden dann in der ersten Coaching-Session mit ihren persönlichen Coaches direkt verarbeiten – und beim ausgelassenen Abendessen im Biergarten.

Mit Kaffee und Erinnerungsfotos auf dem Balkon mit Blick aufs Brandenburger Tor ging es am zweiten Tag im Hauptstadtbüro des Stifterverbands weiter. Lange Zeit blieb aber nicht für Fotos: Im Peer-to-Peer-Gespräch tauschten die Projektteams Erfahrungen zu unterschiedlichsten Fragen aus, wie Geschäftsmodell, Rechtsform, Finanzierung oder Öffentlichkeitsarbeit – und konnten so bereits einander helfen, potenzielle Klippen zu umschiffen.

Zwei Tage voll von Eindrücken, Austausch und digitaler Kompetenz: War‘s das? Nein! Denn jetzt geht es für die Teilnehmer von digital.engagiert erst richtig los – wenn sie das Gelernte in den nächsten sechs Monaten mithilfe ihrer Coaches umsetzen.

Kick-off für die digitale Bildung – digital.engagiert startet in Berlin in die zweite Runde

Kick-off für die digitale Bildung – digital.engagiert startet in Berlin in die zweite Runde

Digitales Engagement für die Bildung – unter diesem Stichwort startet die Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und dem Stifterverband morgen offiziell in die zweite Runde. 12 von einer hochkarätigen Jury ausgewählte Teams stehen in den Startlöchern und treffen beim morgigen Kick-off Event im Berliner silent green Kulturquartier erstmals auf ihre individuellen Coaches. Dazu gibt es spannende Vorträge von ExpertInnen aus Bildung und Sozialunternehmertum.

Rund 150 Projekte aus über 50 verschiedenen Regionen hatten sich im Vorfeld bei digital.engagiert beworben – darunter war von Sozialunternehmen, über Vereine und Ehrenamtliche alles mit dabei. Überzeugen konnten unter anderem die intuitive Videoplattform Labosium, über die Kinder naturwissenschaftliche Projekte nachbauen können, Teoleo, eine App, mit der Eltern und andere Bezugspersonen Inspirationen finden, wie sie den natürlichen Entdeckungsdrang ihrer Kinder spielerisch fördern können, und #oderdojo, ein gemeinsames Projekt von Neuland 21 e.V. und CoderDojo Deutschland e.V. für offene Programmierwerkstätten in ländlichen Gebieten.

Holger Krimmer, Geschäftsführer von Zivilgesellschaft in Zahlen (ZiviZ) im Stifterverband ist jetzt schon gespannt: „Nach der erfolgreichen ersten Runde von digital.engagiert freuen wir uns jetzt auf die nächsten Monate – und darauf zu sehen, wie diese spannenden Ideen zum digitalen Engagement für Bildung weiter wachsen und Gestalt annehmen.“

Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de, fügt hinzu: „Unser Ziel in der zweiten Runde ist es, die Digitalisierung verstärkt in die Bildung zu tragen – damit der Generation von Morgen alle Türen offenstehen. Hierzu wollen wir einen Beitrag leisten, indem wir unsere Türen öffnen und technisches Know-how und finanzielle Unterstützung zur Verfügung stellen.“

„Es gibt wenig, was mich so begeistert wie Menschen, die ihre Ideen mit Leidenschaft in die Realität umsetzen“, freut sich Markus Sommerhammer, Vorstand des Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e.V. und schon zum zweiten Mal Coach bei digital.engagiert. Auch Jeanette Gusko von Gofundme und ebenso zum zweiten Mal als Coachin mit dabei findet: „Um gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen, müssen soziale und kulturelle Barrieren durchbrochen werden. Deswegen brauchen wir mehr Experimentierfreude für neue Formen des Engagements – ich bin gespannt auf die Ideen der digital.engagiert Teams!“

Neben individuellem Coaching erhalten die Projekt-Teams außerdem finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro und Zugang zu einem Netzwerk aus ExpertInnen und Gleichgesinnten, unter anderem altbekannte Gesichter aus der ersten Runde von digital.engagiert sowie Profis von N3XTCODER und Amazon Web Services.

Bis November 2019 bleibt es spannend: dann werden bei einer Preisverleihung in Berlin drei Gewinnerteams bekannt gegeben, die durch ihre Arbeit und ihren Fortschritt die Jury von digital.engagiert am meisten von sich überzeugen. Sie erhalten zusätzlich ein Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro, um ihre Vorhaben auch nach dem Programm weiterhin erfolgreich umsetzen zu können.

Weitere Beiträge: