Für den Sprung nach vorne – Hackathon für Gewinnerteams

Am 20. November 2019 ist es soweit: Auf der Abschlussveranstaltung der zweiten Runde von digital.engagiert werden die diesjährigen Gewinnerprojekte im Rahmen der ZEIT Konferenz „Der Auftrag“ gekürt. Wie geht es dann für die Projekte weiter? Für die drei Gewinner-Teams wartet als Abschied aus der Förderinitiative noch ein Hackathon als Sprungbrett in ihre digital engagierte Zukunft.

 

Im Frühjahr 2020 organisieren N3XTCODER – Brückenbauer zwischen verschiedenen Wissensträgern und Partner von digital.engagiert – und die Träger der Förderinitiative Amazon und der Stifterverband für die Gewinner-Teams einen Hackathon, um die vielversprechenden Ideen noch einmal voranzubringen. Der „digital.engagiert Hackathon“ findet einen gesamten Tag lang bei Amazon in Berlin statt.

Die Veranstaltung soll den drei Teams dabei helfen, noch einmal konzentriert an konkreten Lösungen für ihre Herausforderungen zu arbeiten. Dafür warten Experten mit unterschiedlichen Hintergründen vor Ort, andere werden sich online dazu schalten.

Der Hackathon endet mit einer finalen Vorstellung der drei Gewinner-Teams, bei der sich Interessierte ein Bild davon machen können, worum es den Projekten geht, wie weit sie gekommen sind und wo sie hinwollen – denn nicht nur für digital.engagiert sind die teilnehmenden Projekte eine Bereicherung, sondern auch für die Gesellschaft.

 

Hinter den Kulissen: Geflüchtete unterstützen mit der NOW-App

Als im Sommer 2015 tausende Menschen auf der Flucht aus Syrien am Budapester Bahnhof Keleti gestrandet waren, gingen die Bilder um die Welt. Hunderten Freiwilligen ist es zu verdanken, dass den Geflüchteten damals geholfen wurde. Und auch heute ist das Engagement von Freiwilligen enorm wichtig, um Geflüchtete mit dem Notwendigsten zu versorgen, sie auf dem Weg in ein neues Leben zu begleiten und ihnen Mut zu geben. Doch wer hilft eigentlich den Helfenden? Ein Angebot für Ehrenamtliche ist NOW. Der Verein aus der Schweiz entwickelt mit Hilfe von digital.engagiert, einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband, eine appbasierte Lernplattform für Helfer*innen, Organisationen und Vereinen. Sie zeigt, welche Kompetenzen Freiwillige durch ihr Engagement entwickeln und wo Förderungsbedarf besteht. In Budapest sind Freiwillige aus 15 Ländern zusammengekommen, um gemeinsam in Study Sessions an der Plattform zu arbeiten.

 

Budapest ist jung, hip, pulsierend und im Herzen Europas - so auch das European Youth Center Budapest. Die Einrichtung des Europäischen Rates setzt sich für die Wahrung der Menschenrechte und Solidarität in ganz Europa ein, besonders in Bezug auf Jugendliche und jungen Erwachsene. Dort hat das NOW-Netzwerk Anfang Oktober zur „Study Session“ geladen: 23 Freiwillige zwischen 18 und 38 Jahren, die sich für Menschen mit Fluchtgeschichte engagieren, haben sich dort getroffen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und Best Practices zu teilen. Ein weiterer Punkt auf der Agenda: Die gemeinsame Arbeit an Kompetenzen für die NOW-App.

Die Idee dahinter ist leicht erklärt: Diejenigen, die anderen helfen, brauchen meist selbst Unterstützung. Die App zeigt den Freiwilligen, welche Kompetenzen und Kenntnisse sie ausgebaut haben und in welchen Bereichen sie Unterstützung erfragen können. Und damit die Plattform für die Helfenden einen echten Unterschied macht, arbeiten die Projektverantwortlichen von NOW eng mit ihnen zusammen.

„Bis jetzt haben wir die Kompetenzen meistens für unsere eigene Programme oder im Auftrag anderer Vereine entwickelt“ erklärt Rahel Aschwanden, Mitgründerin von NOW. „Bei der Study Session ist es anders. Die Entwickler*innen haben zusammen mit den Freiwilligen Kompetenzen definiert, die sie für ihr Engagement brauchen. Dadurch konnten sie von den konkreten Erfahrungen und Bedürfnissen der Helfer profitieren. Die Kompetenzen wurden mit Wissen, Übungen und Reflexionsfragen gefüllt. So ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung entstanden, die auch anderen Freiwilligen helfen kann, sich für diese Arbeit zu qualifizieren. Die Teilnehmenden haben die Kompetenzen im Nachgang der Study Session zwei Wochen lang zu Hause getestet. „Damit man sieht, ob das was sie sich ausgedacht haben, auch praktisch funktioniert“, erklärt Rahel.

Mit der Förderung durch digital.engagiert haben die Macher*innen bereits das Dashboard der Lernplattform weiterentwickelt. Auf einen Blick können die Freiwilligen dort und in Echtzeit ihre individuelle Entwicklung einsehen. Und vielleicht wird dort schon bald ein Ergebnis aus der Study Session in Budapest zu sehen sein. Denn sowohl für die Projektverantwortlichen von NOW als auch für die ehrenamtlich Engagierten war sie eine motivierende Erfahrung. Sie konnten viele Impulse für ihre Arbeit mit Menschen mit Fluchtgeschichte mitnehmen – In den kleinen und großen Diskussionsrunden im European Youth Center, beim Besuch des lokalen Vereines KALUMBA, der sich für die Rechte der Geflüchteten einsetzt, oder in der Kaffeepause. „Eines ist allen klar geworden“, so Rahel: „wir können alle unseren Beitrag für eine inklusive Gesellschaft leisten, in der sich Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte willkommen und anerkannt fühlen“.

 

Als nächstes steht übrigens das groß Abschlussevent von digital.engagiert an – ob sich NOW einen der begehrten Preise sichern kann? Das erfahrt ihr am 20. November auf Twitter.

Digitales Experimentieren – für eine neue Generation

„Kinder haben ein Recht auf Experimente“, findet Johanna Nothacker von der MPS Bildung und Forschung GmbH. Sie meint damit naturwissenschaftliche Experimente, etwa eine Kartoffelbatterie oder einen programmierbaren Roboter. Um möglichst viele Kinder zu erreichen, arbeitet die promovierte Naturwissenschaftlerin mit Gleichgesinnten gerade an einer digitalen Lernplattform namens Labosium – und wird dabei von digital.engagiert unterstützt. Über die Lernplattform stellt das Projektteam Grundschulkindern Anleitungen für Experimente zur Verfügung. Die Nachwuchsforscher können sie nachmachen und dabei eine Begeisterung für Naturwissenschaften entwickeln – die sie noch lange begleiten soll.

Die MPS sendet Mentorin*innen an Grundschulen, um dort gemeinsam mit Schüler*innen Experimente aus Physik und Chemie durchzuführen. Das kommt bei den Kindern in aller Regel sehr gut an, denn für sie ist es ein besonderes Erlebnis: Aufgrund einer gehörigen Portion Neugier begeistern sich Kinder natürlich schnell für die Experimente. Zudem schlagen die Experimente eine Brücke zum Unterricht, denn sie sprechen die Schüler*innen auf eine den Unterricht sinnvoll ergänzende Weise an. Sie machen den Lehrstoff direkt erfahrbar und helfen vielen Kindern, besser zu lernen – und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit.

Was analog bereits erfolgreich ist, soll digital nun allen Kindern zugutekommen: Mit Hilfe von digital.engagiert baut Labosium seine E-Learning-Plattform aus und macht die vielen spannenden Experimente auch zuhause verfügbar. Unter www.labosium.de bekommen Kinder frei zugängliche, leicht verständliche und gut anwendbare Anleitungen für eigene Experimente. So haben alle Kinder die Möglichkeit, die Welt der Physik und Chemie selbst und auf eine positive Weise zu entdecken.

Das ist nicht nur deshalb wichtig, weil im Schulalltag die Freude an Experimenten manchmal etwas zu kurz kommt. Vor allem entdecken die Kinder in den Experimenten ganz neuen Seiten an sich selbst. Das motiviert sie und gibt ihnen auch für andere Schulfächer Selbstvertrauen. Weitere Motivationsschübe bekommen die jungen User*innen durch Gamification-Elemente: Sie können zum Beispiel Punkte und Auszeichnungen sammeln. Johanna hat dabei eine Hoffnung: Die Kinder sollen eine Faszination für Naturwissenschaften entwickeln, die so groß ist, dass sie sie ihr Leben lang begleitet.

Großes Ziel vor Augen: Medienkompetenz für alle

Mit der Unterstützung von digital.engagiert baut ein Team des gemeinnützigen Recherchezentrums Correctiv eine Lernplattform für interessierte Bürger*innen. Da Mediennutzung zentraler Bestandteil der politischen Meinungs- und Willensbildung ist, hat sich die Gruppe ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Die Medienkompetenz von Menschen weiterentwickeln, damit sie Medien reflektiert nutzen können. Um mit diesem Anspruch mitzuhalten, braucht es eine ganz besondere Beziehung zwischen den Verantwortlichen des Projekts und ihrem persönlichen Coach, der ihnen während der Förderphase von digital.engagiert zur Seite gestellt ist. Im Doppelgespräch sprechen David Schraven, Geschäftsführer von Correctiv, und Markus Kreßler, Gründer von Kiron Open Higher Education, über das Projekt und ihre Fortschritte.

 

David, worum geht es bei Eurem Projekt, der Bürgerakademie? Und warum habt Ihr Euch bei digital.engagiert beworben?

David: Die Bürgerakademie ist eine digitale Lernplattform, die journalistisches Wissen und Handwerk vermittelt – und zwar an jeden, der daran interessiert ist. Ihr Ziel ist es, dass Bürger*innen ihre Medienkompetenz so weiterentwickeln und ausbauen, dass sie in der Lage sind, die Arbeit der klassischen und neuen Medien zu reflektieren und zu hinterfragen. Denn für die freie Meinungsbildung in einer demokratischen Gesellschaft ist das unabdingbar. Und weil wir davon überzeugt sind, dass es wichtig und richtig ist, die Bürgerakademie als Lernprojekt für eine große Anzahl an Menschen zu etablieren, haben wir uns bei digital.engagiert beworben.

Die Bürgerakademie hat sich aus der Reporterfabrik heraus entwickelt. Wie kam es dazu, David?

David: Ebenso wie die Bürgerakademie ist es Aufgabe der Reporterfabrik, Medienkompetenz auszubauen, allerdings bei einer anderen Zielgruppe: Journalist*innen und Interessierte, die sich journalistisch betätigen wollen. Im Grunde ist es eine Journalist*innenschule für jeden. Durch unsere ausgefeilten E-Learning-Systeme haben wir jedoch irgendwann gemerkt, dass wir unsere Zielgruppen weiter fassen können und noch mehr Menschen erreichen können. Denn Medienkompetenz sollte nicht nur journalistisch Arbeitenden vorbehalten sein. Daher haben wir das Programm weiterentwickelt: Mit der Bürgerakademie, die sich explizit an alle richtet, können wir wesentlich mehr Menschen erreichen. Dazu arbeiten wir mit Partne*innen zusammen, beispielsweise Volkshochschulen. Wir freuen uns sehr, dass am 7. Oktober 2019 die erste Kooperation der Bürgerakademie startet – gemeinsam mit der Volkshochschule in Reutlingen.

Markus, wie läuft die Zusammenarbeit zwischen Euch?

Markus: Die Zusammenarbeit ist wirklich sehr entspannt und lösungsorientiert – uns kommt zugute, dass bei Correctiv alle schon über unheimlich viel Erfahrung verfügen und höchst professionell arbeiten. Wir halten uns also nicht strikt an irgendein klassisches Coaching-Curriculum, sondern gehen Themen nach Bedarf und ganz hands-on an. Was sich durch unsere Zusammenarbeit zieht: Vor jedem Treffen nehmen wir uns Themen vor, an denen wir im nächsten Schritt gemeinsam arbeiten wollen. Generell habe ich mit David und seinen Kollegen vor allem an ein paar großen strategischen Weichenstellungen gearbeitet.

David: Das stimmt! Markus hat uns gezeigt, wie wir unser Potential noch weiter ausschöpfen können und in welchen Größenordnungen wir denken können. Es kommt uns sehr zugute, dass Markus bereits Erfahrungen mit Bildungsplattformen hat.

Markus, als Coach gibst du deine Erfahrungen an das Projektteam weiter. Was nimmst du aus der Zusammenarbeit mit?

Markus: Ich konnte sehr viel von David als Unternehmer lernen – denn sie sind auf ihrem Gebiet wirklich Expert*innen. Ich würde es als eine Art Peer-to-Peer-Coaching bezeichnen. Unsere Gespräche haben mich inspiriert und ich habe viele, sehr konkrete Ideen mitgenommen. Eine Überlegung meinerseits wäre zum Beispiel, dass auch andere Bildungseinrichtungen wie Kiron die Kurse von Correctiv in ihr eigenes Curriculum aufnehmen.

David, wo hilft euch die Unterstützung durch digital.engagiert am meisten?

David: digital.engagiert hat uns tatsächlich am meisten in Sachen Vernetzung geholfen. Und zwar vor allem mit Blick auf die Unterstützung durch echte Expert*innen – wie Markus, der uns und unser Projekt versteht. Die Förderinitiative hat gutes Geschick bewiesen, ihn uns als Coach an die Seite zu stellen. Sein Wissen und seine Expertise machen für uns einen wirklichen Unterschied.

Ein Blick in die Zukunft: Wo seht Ihr die Bürgerakademie in 20 Jahren?

David: Ich hoffe, da gibt es die Welt noch (lacht). Ich wünsche mir, dass die Bürgerakademie ein etablierter Player im Bereich Medienkompetenz wird.

Markus: Da kann ich nur anknüpfen. Ich glaube, dass die Bürgerakademie eine strukturändernde Wirkung haben kann – besonders wenn es Veränderungen im öffentlichen Bildungssystem gibt. Mit der Bürgerakademie werden die Menschen selbstständig aktiv und können perspektiv auch Lerngruppen vor Ort mobilisieren. Das ist übrigens auch das, woran wir gerade arbeiten. Wie toll wäre es, wenn die Online-Plattform zum Selbstläufer werden würde?

Mit Racketmind zum olympischen Gold

Smash, Satz und Sieg für olympisches Gold? Durch das Projekt Racketmind soll dies für deutsche Teilnehmer*innen irgendwann Realität werden. Mit der Online-Plattform Racketmind vom Deutschen Badmintonverband (DBV) und dem Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen sollen Trainer*innen schnell und einfach die Möglichkeit haben, an Expert*innenwissen zu gelangen, um die Badminton-Talente des Landes bestmöglich zu fördern.

Wie in allen zivilgesellschaftlichen Bereichen – das zeigen die zwölf Teilnehmer von digital.engagiert – profitiert auch die sportliche Bildung von der Digitalisierung. Das machen sich auch der Deutsche Badmintonverband und der Badminton-Landesverband Nordrhein-Westfalen zunutze und treiben seit 2017 digitale Sportbildungsprojekte voran. Darunter auch Racketmind. Um bei der Umsetzung noch schneller voranzukommen, haben sich die Verbände bei digital.engagiert beworben – und kommen seit Mai 2019 professionelle Unterstützung.

Racketmind Badminton ermöglicht angehenden Trainer*innen in Vereinen oder auch Lehrer*innen in Schulen, die Anwesenheitszeiten bei Präsenzlehrgängen zu reduzieren und sich noch mehr auf den Sport zu konzentrieren. Zusammen mit digital.engagiert ist das Projekt auf dem bestem Weg, im Blended-Learning-Format einen thematischen Austausch durch Videofeedback und verschiedene Prüfungsformen zu schaffen. Der Anspruch: Wissen und Lehrinhalte über Badminton online immer und überall zugänglich machen. „Zivilgesellschaftliche Organisationen, wie es auch wir Sportverbände sind, spielen eine immer größer werdende Rolle in der deutschen Bildungslandschaft. Wir verstehen es daher als unseren Auftrag, die Bildungsprozesse der im DOSB und seinen  Mitgliedsorganisationen hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierten durch den Einsatz digitaler Medien zu verbessern. Projekte wie Racketmind, aber auch alle anderen von digital.engagiert geförderten Ideen, gehen mutig voran und sind für uns sind Leuchttürme dieses digitalen Engagements“, sagt Gudrun Schwind-Gick, Ressortleiterin beim Deutschen Olympischen Sportbund e. V. (DOSB).

Durch digital.engagiert wird die Vision von Racketmind immer mehr Realität. Die Förderinitiative unterstützt das Projekt Racketmind durch ein umfangreiches individuelles Trainingsprogramm und finanziell. Johannes Müller von dem gemeinnützigen Verein CorellAid steht dem Projekt mit seiner Expertise für Datenanalyseverfahren als Coach zur Seite. Und wer weiß, vielleicht kommt dann das nächste olympische Gold in der schnellsten Rückschlagsportart der Welt vielleicht bald aus Deutschland.

Halbzeit bei digital.engagiert: Das DRK zieht eine Zwischenbilanz

Von Mai bis November fördert digital.engagiert insgesamt 12 Projekte – darunter auch „Ausbildung mit VR“ vom DRK Kreisverband Herford e.V. Pünktlich zum Bergfest zieht das DRK eine erste Zwischenbilanz: Die Projektpartner Ralf Hoffmann und Thomas Pilz haben dazu mit Doppel[t]spitze, einer Content Marketing Agentur aus Frankfurt, gesprochen – aber uns exklusive Insights gegeben, wieso digital.engagiert eine große Chance für sie und andere Projekte ist.

Warum eigentlich virtuelle anstelle von analoger Ausbildung? Wie fördert das Projekt das Ehrenamt? Wie gewinnt man Unterstützer? Und: Welche Wünsche und Visionen haben die beiden Verantwortlichen des DRK Kreisverbandes für die Zukunft? Zu diesen und weiteren Fragen haben Ralf Hoffmann und Thomas Pilz hier bereits Stellung bezogen. Aus jeder ihrer Antworten lässt sich die Begeisterung für zivilgesellschaftliche Digitalisierungsprojekte im Allgemeinen und ihr Projekt #AusbildungmitVR im Besonderen herauslesen.

Uns haben sie darüber hinaus verraten, wieso sie sich bei digital.engagiert beworben haben und was sie an der Förderinitiative schätzen. „Mit der Teilnahme an digital.engagiert als der großen Förderinitiative von Amazon und dem Stifterverband wollten wir vor allem zeigen, wie sich zivilgesellschaftliche Digitalisierungsprojekte in der Bildungsarbeit von Verbänden und anderen Organisationen auf- und umsetzen lassen“, erklärt Ralf Hoffmann, „wir wollten einfach unbedingt dabei sein.“ Ihre Motivation dahinter: „Für uns ist es eine riesengroße Gelegenheit, Teil einer Community zu werden und von der Vernetzung, der Kompetenz, dem Austausch, der Unterstützung und der fachkompetenten Begleitung zu profitieren. Zudem wollen wir diese Chance nutzen, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen und mit einem fachlichen Dialog unser Projekt weiterzuentwickeln“, so Thomas Pilz. Für beide ist die Förderung durch digital.engagiert ein Qualitätslabel für neue, digitale Projekte in der Sozialwirtschaft und hat bereits vielfach dabei geholfen, Türen zu öffnen und Unterstützung zu bekommen.

Rettung per Brille: Wie VR hilft, Leben zu retten

Rettungseinsatz in Herford: Ein 80-jähriger Mann hat zuhause einen Herzinfarkt erlitten. Die Sanitäter des Deutschen Roten Kreuzes sind vor Ort, jeder Handgriff muss sitzen. Was hier nur ein Szenario ist, ist bei den DRK-Einsatzkräften Realität. Umso wichtiger ist ein umfangreiches Rettungskräfte-Training. Beim DRK Herford gibt es solche Übungen regelmäßig. Das Besondere dabei: Jeder Helfer soll den Ernstfall zukünftig auch mit einer VR-Brille auf dem Kopf trainieren können.

„Ausbildung mit Virtueller Realität (VR)“ heißt das Projekt des DRK Herford. Mit Hilfe der VR-Brillen können die ehrenamtlichen Rettungssanitäter virtuell in verschiedene Übungsszenarien eintauchen. Sie sind mitten im Geschehen, das sie über die Brille hautnah erleben. Das Bild, das sie mit der VR-Brille sehen, passt sich jeder Bewegung an, als wären die Helfer real in der Situation. So können die Rettungssanitäter den Ablauf eines Erste-Hilfe-Falls üben, ohne dass die Übung aufwendig simuliert werden muss. Sie gewinnen an Routine, damit sie – egal zu welcher Situation sie gerufen werden – einsatzbereit sind.

Das Deutsche Rote Kreuz Herford möchte mit dem Pilotprojekt die Weiterbildung für Rettungskräfte insgesamt weiterentwickeln und erleichtern. Neben dem zeit- und ortsunabhängigen Training von ehrenamtlichen Sanitätern steht ein weiteres Ziel im Vordergrund. Mittels modernster Technik sollen jüngere Menschen für das Ehrenamt begeistert werden.

Mit dieser Idee überzeugte das DRK Herford auch bei der Förderinitiative digital.engagiert von Amazon und dem Stifterverband. Als eines von zwölf Projekten setze es sich gegen 150 andere durch und sicherte sich eine Anfangsunterstützung von 10.000 Euro. Insgesamt haben die Projekte sechs Monate Zeit, ihre Idee voranzutreiben. Nach Abschluss dieser Zeit würdigt digital.engagiert die Arbeit und die Fortschritte aller Teilnehmenden bei einer Abschlussveranstaltung. Die drei Projekte, die sich im Verlauf besonders hervorgetan haben, werden als Gewinner ausgezeichnet und erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

Amazon & Stifterverband als Partner der ZEIT Konferenz

Was schätzen wir an unserem Leben? Wissen wir eigentlich, was wir wollen? Und wissen wir, was wir nachfolgenden Generationen gern mit auf den Weg geben würden? Was ist uns dabei wichtig? Diesen und weiteren Fragen geht die ZEIT Vermächtnisstudie auf den Grund. Mit über 3.000 Befragten untersucht die repräsentative Studie gesellschaftlichen Entwicklungen in allen Lebensbereichen – wie Arbeit, Wohnen, Liebe, Gesundheit, Kommunikation, Besitz – und leitet daraus Handlungsaufträge für die Gesellschaft ab. 2015 zum ersten Mal durchgeführt, gab es 2018 eine Neuauflage.

Die Erkenntnisse der Studie sind so zahlreich, dass jedes Jahr die ZEIT Konferenz „Der Auftrag“ stattfindet. Ziel: den Impuls dafür zu setzen, dass die Handlungsaufträge übernommen und vorangetrieben werden. Angesprochen werden vor allem Organisationen, die über die Ressourcen und Mittel verfügen, aktiv zu werden, unter anderem Unternehmen. Sie können Aufträge aus unterschiedlichen Themenfeldern wählen, sie umsetzen und auf der Konferenz darüber diskutieren. Auch digital.engagiert – die Förderinitiative von Amazon und dem Stifterverband – nimmt an dieser Veranstaltung teil. Ihr Auftrag: das gesellschaftliche Engagement für digitale Bildung fördern.

Besonders in diesem Jahr ist, dass die gesamte Konferenz in Partnerschaft mit digital.engagiert stattfindet. „Es ist eine Auszeichnung für unsere Initiative, Partner der ZEIT Konferenz zu sein. Mit ‚Der Auftrag‘ treiben wir genau die Themen voran, die uns und für die Gesellschaft wichtig sind“, erzählt Andreas Schlüter, Generalsekretär vom Stifterverband. „digital.engagiert steht dabei nicht nur für die Förderung von Wissenschaft und Forschung. Wir setzen uns auch für die Berufs- und Weiterbildung ein. Vor allem wollen wir aber bürgerschaftliches Engagement zugunsten gemeinnütziger Zwecke unterstützen und mit der Förderinitiative einen Beitrag zum zivilgesellschaftlichen Miteinander leisten.“ Auch Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, erklärt: „Amazon hat eine digitale DNA. Deshalb ist es uns wichtig, digitale Bildungsarbeit in möglichst vielen Gesellschaftsbereichen zu fördern – damit der Generation von Morgen alle Türen offenstehen. Durch die Partnerschaft mit DIE ZEIT können wir dem Thema die Aufmerksamkeit verleihen, die es verdient.“

Auf der ZEIT Konferenz, am 20. November 2019, ist digital.engagiert mit einer Paneldiskussion zu ihrem Thema – also zu zivilgesellschaftlichen Digitalisierungsprojekten für die Bildungsarbeit – vertreten, die von einem ZEIT-Redakteur moderiert wird. Gemeinsam mit Andreas Schlüter und Ralf Kleber werden dabei aktuellste Fragestellungen diskutiert. Ein weiteres Highlight der Konferenz: die Preisverleihung, bei der drei der zwölf Projekte von digital.engagiert für ihre Fortschritte im sechsmonatigen Förderzeitraum ausgezeichnet werden. Die Förderinitiative stellt zwölf verschiedenen Projekten aus ganz Deutschland für ein halbes Jahr Coaches zur Seite, die sie bei den ersten Planungen bis hin zur Umsetzung ihrer Projektidee fördern und unterstützen. Alle Teilnehmenden erhalten individuelle Beratung und Betreuung, umfangreiche Trainings und zusätzlich finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro. Drei Projektteams haben die Chance auf mehr: Die Teams, die besonders große Fortschritte gemacht haben, können sich noch einmal Preisgelder in einer Höhe von insgesamt 30.000 Euro sichern.

Welche Projekte sich durchsetzen, erfahren Interessierte am 20. November auf Twitter, Facebook.

Hackathons für eine bessere Gesellschaft

Die beiden Berliner Initiativen Junge Tüftler und be.able entwickeln im Rahmen der Förderinitiative digital.engagiert ein Workshop-Format für Kinder und Jugendliche. Als Programmierer*innen, Entwickler*innen, Kreative arbeiten die Kids und Teens während sogenannter Hacky Days (altersgerechte Hackathons) an Prototypen, die Menschen mit körperlicher Behinderung helfen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das Motto der Berliner Initiativen: „Für ein besseres Wir im Kiez!“

Jonas Deister ist schon zum zweiten Mal bei digital.engagiert als Coach dabei. Er ist Geschäftsführer bei den Sozialhelden e.V., die seit über zehn Jahren mit Leidenschaft und Spaß lösungsorientierte Projekte entwickeln, um damit auf soziale Probleme aufmerksam zu machen und sie im besten Fall zu beseitigen. Und deshalb passt Jonas als Coach so gut zu den Hacky Days.

Für digital.engagiert haben wir Giulia und Julia von Junge Tüftler gemeinsam mit ihrem Coach Jonas über ihre Arbeit, Ziele und die Motivation von Kindern, Menschen zu helfen, gesprochen.

Hacky Days – Worum geht es bei eurem Projekt genau? Und warum macht ihr bei digital.engagiert mit?

Julia (Junge Tüftler): In unserem Projekt geht es darum, Workshop-Formate für Kinder und Jugendliche zu erstellen, in denen sie Lösungen für Menschen mit Behinderungen entwickeln und eigene Prototypen erarbeiten. Auf Basis der Kreativtechnik Design-Thinking möchten wir altersgerechte Hackathons konzipieren und damit für inklusive Themen sensibilisieren. Dafür haben wir von Junge Tüftler, und be.able uns als Initiativen extra zusammengeschlossen - um unsere Kompetenzen und Expertisen aus verschiedenen Bereichen nutzen zu können. Wenn wir sagen, wir wollen eine Gesellschaft schaffen, an der alle Menschen gleichermaßen teilhaben können und sollen, dann ist es auch wichtig, alle wirklich einzubeziehen und eine Umwelt zu gestalten, die niemanden ausgrenzt. Hacky Days gibt uns die Möglichkeit, prototypisch erste Wege zu gehen.

digital.engagiert passt zu uns, da auch wir mithilfe digitaler Werkzeuge die Gesellschaft verändern möchten. Online und Offline geht heute Hand in Hand. Digitales Engagement allein löst oft keine Probleme: Aber es hilft, Menschen zu erreichen oder Engagement leichter zu machen. Die Offline-Komponente ist aber weiter wichtig. Dank der Unterstützung von digital.engagiert können wir das Thema jetzt dezidiert angehen und haben die Möglichkeit, mit dem Projekt erste Schritte zu gehen.

Wie läuft denn so ein Hackathon ab?

Julia (Junge Tüftler): Die Workshops finden jeweils zwei Tage im „Real Life“ statt. Am ersten Tag geht es darum, Vertrauen und Empathie aufzubauen und den Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wo mögliche Probleme liegen. Dazu greifen wir auf die „Empathie-Tools“ von be.able zurück. Die Teilnehmenden laufen zum Beispiel mit Blindenbinde und -stock durch die Stadt und merken, wie die Gesellschaft blinde Menschen behindert. Oder sie fahren im Rollstuhl durch ihren „Kiez“ und finden Stellen, an denen sie nicht weiterkommen. Gewappnet mit einer Karte ihres Kiez – meist Schule oder Stadtteil – markieren sie solche Orte und sammeln Ideen, wie die Situation verbessert werden kann. Bevor diese Ideen dann umgesetzt werden, gibt es von uns Inspirationen für digitale Werkzeuge, die die Kinder und Jugendlichen nutzen können. Egal ob Mikrocontroller, Programmier-Codes oder Roboter. Am zweiten Tag konkretisieren die Teilnehmenden dann ihre Ideenskizzen und entwickeln Prototypen, die sie am Ende präsentieren. Die Hacky Days werden anschließend dokumentiert und als OER Material (Open Educational Resources, offene Bildungsinhalte) verbreitet und auf bereits etablierten OER-Plattformen (wie die TüftelAkademie) veröffentlicht. Somit wird der innovative Ansatz des Projektes Lehrer sowie Multiplikatoren digital deutschlandweit zur Verfügung gestellt.

Jonas, du nimmst schon zum zweiten Mal als Coach bei digital.engagiert teil. Was ist deine Motivation, dich hier einzubringen?

Jonas: Es macht Spaß, mit Teams zu arbeiten, die intrinsisch motiviert sind und gesellschaftlich etwas bewegen wollen. Sozialhelden e.V. stellt solchen Teams gerne Expertise und Netzwerke zur Verfügung. Auch wir haben damals von solcher Unterstützung profitiert. Sparringspartner sind wichtig, um seinem Ziel näher zu kommen. Und auch für mich ist es schön, mal aus meiner bekannten Umgebung herauszukommen und neue Impulse mitzunehmen.

Die von einer Jury aus fast 150 Bewerbungen ausgewählten Projekte wurden von digital.engagiert mit Coaches und Coachinnen gematcht. Was war deine Reaktion als du auf dem Kick-Off Treffen erfahren hast, dass Du Hacky Days coachen wirst?

Jonas: Ich habe mich sehr gefreut. Wir von den Sozialhelden hatten mit Junge Tüftler bereits vor digital.engagiert Kontakt. Das Coaching macht absolut Sinn, weil wir uns thematisch überschneiden und uns gegenseitig inspirieren können: Mit unserem Projekt „Wheelmap macht Schule“ unterstützen wir beispielsweise ebenfalls Lehrerinnen und Lehrer, die mehr mit dem Thema Inklusion/Diversity arbeiten wollen. Und das ist eben auch das Schöne an den Hacky Days: Mit Workshops Kinder zu sensibilisieren und zu befähigen, etwas zu entwickeln kann wirklich helfen. Das Thema Behinderung schwingt zwar mit, aber es geht eigentlich darum, Innovationskraft, Empathie und auch Digitalkompetenzen von Kindern zu fördern und so Teilhabemöglichkeiten für alle zu entwickeln.

Welche Meilensteine habt ihr mit Eurem Projekt bisher bei digital.engagiert erreicht?

Giulia (Junge Tüftler): Wir haben die ersten zwei Meilensteine erreicht: Unser Workshop-Konzept sowie die gemeinsame Arbeitsweise und die dazugehörigen Methoden stehen fest. Im Juli haben wir einen ersten Test-Hackathon erfolgreich durchgeführt. Jetzt arbeiten wir an der Iteration der Arbeitsmaterialien mit weiteren Test-Workshops in zwei Berliner Schulen, um unser Konzept zu finalisieren. Außerdem haben wir in den vergangenen Monaten ein gutes Netzwerk aufgebaut und viel positives und konstruktives Feedback bei der Vorstellung unserer Hacky Days beim N3xtcoder Meetup am 6. August sammeln können. Natürlich sind wir aber immer auf der Suche nach Schulen und Interessierten, mit denen wir in Zukunft zusammenarbeiten können.

Welches Projektziel habt ihr vor Augen?

Julia (Junge Tüftler): Unser Ziel ist, dass unsere Hackathons skalierbar werden. Das heißt, dass die Workshops auch ohne unsere Anwesenheit stattfinden können. Das geht nur, wenn Lehrerinnen und Lehrer gutes Material haben, das sie befähigt, die Workshops eigenständig umzusetzen. Wir möchten eine Plattform entwickeln, auf der unsere Methoden und Materialien als E-Learning-Formate allen zur Verfügung stehen. Mit einer Art „digitalem Werkzeugkoffer“ ausgestattet, können Schulen dann in ganz Deutschland die Hacky Days veranstalten.

In eurem Projekt sollen Kinder Ideen für eine bessere Inklusion entwickeln. Was können wir eurer Meinung nach von Kindern lernen?

Julia (Junge Tüftler): Die Unbefangenheit, mit der Kinder an Themen herangehen! Deshalb macht uns unsere Arbeit auch so viel Spaß. Kinder können und wollen lernen, das haben wir als Erwachsene oft verlernt. Und sie stellen sich gerne Herausforderungen – in ihnen steckt einfach so viel Motivation und Energie.  

Jonas: Diese Motivation, die Julia beschreibt, kommt vor allem dadurch, dass Kinder ein hohes Gerechtigkeitsempfinden haben. Wenn sie sehen: „Hey, eine Stufe am Eingang schließt Menschen, vielleicht sogar Schulkameradinnen und -kameraden, aus und es gäbe doch Lösungen, da etwas dran zu ändern!“ Dann setzen sie sich auch dafür ein. Und Kinder und Jugendliche können sehr überzeugend sein.  

Jonas, was wünschst Du Hacky Days?

Ich wünsche Ihnen, dass sie ein Produkt schaffen, das Lehrerinnen und Lehrern bei ihrer Arbeit unterstützt und sie selbst leicht ohne große Vorkenntnisse anwenden können. Und dass die Hackathons möglichst bundesweit stattfinden und irgendwann Bestandteil von Lehrplänen werden. Wenn das Potenzial erkannt wird, dann kann die Methode der altersgerechten Hackathons auch für die Produktinnovation in anderen Bereichen genutzt werden.

„Future of Education“ auf dem Spielfeld

Welche Rolle spielt Digitalisierung für die Bildungsarbeit in Zukunft? Welche Kompetenzen benötigen Menschen in den nächsten zehn Jahren? Wie stellen wir uns die Zukunft des digitalen und nicht-digitalen Lernens vor? Kann die Digitalisierung der Bildung Chancengleichheit für alle schaffen? Über diese und weitere Fragen diskutierten die Teilnehmer*innen auf dem N3XTCODER Meet-up Anfang August im Spielfeld Digital Hub in Berlin.

Die „Social Enabler“ von N3XTCODER, die Brücken zwischen verschiedenen Wissensträgern bauen, luden gemeinsam mit digital.engagiert – einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband – zum Dialog und Netzwerken ein. Gemeinsam mit Tekkies, Designer*innen, Marketer*innen, Produktmanager*innen und Entrepreneurs arbeiteten verschiedene Bildungs-Start-ups bei diesem Event daran, die deutsche Bildungslandschaft fit für die Zukunft zu machen. Mit dabei waren natürlich auch „Social Innovators“, die an digital.engagiert teilnehmen. Das Event gab den Teilnehmenden 13 Wochen nach dem Start der zweiten Runde und passend zur Halbzeit nicht nur einen zusätzlichen Boost, sondern vor allem jede Menge neue Inspiration und Experten an die Hand.

Empowerment durch digitale Lösungen…

Leonhard Nima und Simon Stegmann von N3XTCODER sowie Lydia Markowski von ZiviZ im Stifterverband begrüßten die Gäste: „Es geht um die Frage, in was für einer Gesellschaft wir leben möchten, wie wir Technologien nutzen und gestalten. Deshalb steht der Abend heute ganz im Zeichen der Menschen mit innovativen Ideen für die Zukunft der Bildung.“ Fünf der zwölf Projekte, die von digital.engagiert gefördert werden, nutzten die Veranstaltung, um íhre Projekte vorzustellen.

Mit dabei: Uwe Nicksch und Helena Sternkopf von Junge Tüftler und be able. Gemeinsam stellten sie ihr Projekt Hacky Days für eine Digitalisierung von Schulen vor. Dabei geht es um mehr Empathie und Miteinander, kurz: um mehr Inklusion in Schulen. Johanna Nothacker von „Labosium“ präsentierte die Idee einer Lernplattform, die in Freistunden für mehr Experimentierfreude an Wissenschaft und Technik sorgen soll. Auch die ganz großen Fragen unserer Zeit waren Thema: David Schraven von der Bürgerakademie für Medienkompetenz, der für das Projekt von „Correctiv“ teilnahm, ging der Frage nach, wie man Fake News auf gesellschaftlicher Ebene begegnen kann. Das Fazit: Entscheidend sind eine möglichst breite Aufklärung und fundierte Medienkompetenz. „Wir wollen die breite Öffentlichkeit über Medienkompetenz informieren, um die Gesellschaft gegen Populismus und Desinformationskampagnen zu immunisieren“, erklärte David.

… und durch Singen!

Das Team um „LEE“ präsentierte mit einem ausgefallenen Sketch ihre Vision: Sie möchten mit ihrer App nicht nur ein sicheres Unterstützungsnetzwerk für queere Jugendliche schaffen. Sie wollen auch Austausch fördern und Menschen zusammenbringen, indem sich in der App Mentees und Mentor*innen begegnen können. Der lauteste Pitch kam von Clara Schürle von Kinderchorland. Das Kinderchorland schafft eine digitale Community, um die Gründung von Chören in ländlichen Regionen zu fördern – denn Singen würde viele Soft Skills verbessern, wie zum Beispiel das Selbstvertrauen. Clara animierte das Publikum spontan selbst zum Singen und überzeugte es damit eindrucksvoll – quasi mit dem lebenden Objekt – von der positiven Wirkung von Musik und ihrer Idee.

Mit viel Inspiration ging es ins Get-together: In gemütlicher Runde und mit neuen Ideen im Gepäck ließen die Teilnehmer*innen den Abend gemeinsam ausklingen – weiterführende Diskussionen über die „future of education“ inklusive.

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