"Digitalisierung beginnt nicht am Computer"

6 Monate, 12 Teams, herausgefiltert aus rund 150 Bewerbungen – und auf einmal reduziert sich alles auf einen Tag und wenige Minuten: Am 20. November wurden im Rahmen der ZEIT Konferenz „Der Auftrag“ die Gewinner der diesjährigen Runde von digital.engagiert gekürt. Ausgezeichnet wurden: Racketmind Badminton (1. Platz), die NOW-App (2. Platz) und LEE (3. Platz). Hier ein Rückblick.

„Das Besondere bei digital.engagiert ist, dass es um zukunftsfokussiertes Engagement geht. Ganz neue Lernformate sind heute wichtiger denn je, weil Digitalisierung nicht nur verändert, wie wir leben und arbeiten, sondern auch wie wir lernen,“ so würdigte Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung und Schirmherrin der Förderinitiative, vor der Preisverleihung das Engagement der 12 teilnehmenden Teams. Und wie groß die Bandbreite dieses Engagements ist, das durch digital.engagiert gefördert wird, zeigen schon die drei Gewinner-Projekte.

Mit einer Online-Plattform arbeitet das Projekt Racketmind Badminton darauf hin, bei einem größeren Publikum noch mehr Begeisterung für die schnellste Rückschlagsportart der Welt zu entwickeln. Die Plattform ermöglicht es Trainerinnen und Trainern, zeit- und ortsunabhängig auf Expertenwissen und Schulungsmaterialien zuzugreifen. So wird es für sie einfacher, sich weiterzubilden und auf die Trainingsarbeit vorzubereiten – und ihr Wissen weiterzugeben. Das Team von NOW hat eine App-basierte Plattform entwickelt, mit der Freiwillige ihre Aktivitäten und die entwickelten Kompetenzen tracken und sichtbar machen können. Ein positiver Nebeneffekt: Weil transparent wird, wie sich die Helfer weiterentwickelt haben, wird das Ehrenamt wieder attraktiver. Die Macher von LEE entwickeln ein App-basiertes Mentoringprogramm, das LSBTIQ -Jugendliche und junge Erwachsene mit erfahrenen Mentoren aus der Community zusammenbringt. Sie finden so Unterstützer, die sie auf ihrem persönlichen Weg begleiten.

Doch auch die anderen Projekte wurden gewürdigt. In ihrer Laudatio betonte Gudrun Schwind-Gick vom Deutschen Olympischen Sportbund, dass digital.engagiert eine Teamleistung ist: „ Denn häufig ist es doch so, dass die Abstände der Leistungen unter den ersten 10-15 im Teilnehmerfeld nur marginal sind. Oder dass es in einem Team zwar herausragende Spielerinnen und Spieler gibt, zuletzt aber die Mannschaftsleistung zählt!“ Die Teilnahme an der Initiative hat sich für alle Projekte gelohnt: Neben finanzieller Unterstützung haben alle Teams Coaches an die Seite bekommen, mit denen sie ihre Ideen vorantreiben konnten. Und: Ein engagiertes Netzwerk von Experten gab es dazu.

Beim Abschlussevent von digital.engagiert ging es auch um die ganz großen Themen: Vor der Preisverleihung diskutierten Moderator Manuel Hartung, Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, und Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands, wie durch digitales Engagement neue Bildungschancen entstehen. „Digitalisierung beginnt nicht am Computer, sie beginnt im Kopf. Deshalb ist es uns wichtig, digitale Bildungsarbeit zu fördern“, so Ralf Kleber während des Panels. Denn am Anfang jeder großen, neuen Idee steht die Bereitschaft, sich in unbekannte Gefilde vorzuwagen – das gilt für Unternehmen ebenso wie für gemeinnützige Organisationen. Umso besser, dass die Förderinitiative digital.engagiert im nächsten Jahr fortgesetzt wird! Das verrieten Ralf Kleber und Andreas Schlüter nämlich bereits auf dem Podium. „Wir freuen uns auf eine weitere Förderrunde. digital.engagiert leistet einen wichtigen Beitrag, bürgerschaftliches Engagement zugunsten gemeinnütziger Zwecke zu unterstützen – für ein zivilgesellschaftliches Miteinander“, erklärte Schlüter. Die dritte Runde der Förderinitiative startet Anfang 2020. Im Fokus: junges Engagement, das sich mit und für digitale Zukunftskompetenzen einsetzt

Übrigens: Für die drei Gewinner-Teams gab es noch eine kleine Überraschung: Im Frühjahr 2020 organisieren Amazon und Stifterverband gemeinsam mit N3XTCODER bei Amazon in Berlin einen Hackathon, um den drei Gewinnerprojekten noch einen Schub zu geben, bevor die Förderrunde von digital.engagiert dann auch für sie abgeschlossen ist.

Sich politisch beteiligen mit „etc. pb.“

„…etc. pp.“ – so enden oft die Antworten, wenn Kommunalpolitiker*innen nach ihren Aufgaben gefragt werden. Diese engagieren sich politisch meist neben Beruf plus Familie und haben entsprechend viel um die Ohren. Da ist es mühsam, nebenbei noch regelmäßig zu Seminaren zu fahren, um sich über Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung zu informieren. Angelehnt an die Antwort der Kommunalpolitiker*innen hat der Verein Politik zum Anfassen den Podcast „etc. pb.“ ins Leben gerufen, der sie beim Stand der Dinge abholt und ihnen handlungsorientiertes Wissen „to go“ mitgibt. digital.engagiert hat das Projekt in der Förderrunde 2019 unterstützt.

 

Auf dem Weg vom Rathaus zum Pressetermin, zur Freiwilligen Feuerwehr oder zum Kaninchenzüchterverein ist es schwierig, mal eben bei einem Seminar vorbeizuschauen. Einen Podcast kann man aber auf dem Weg hören – ebenso beim Sport, beim Kochen oder wo auch immer man möchte. Das ist der ganz logische Gedanke hinter „etc. pb.“ Der Podcast soll Kommunalpolitiker*innen soll unter der Devise „Aus der Praxis für die Praxis“ Wissen über Bürgerbeteiligung vermitteln. Unterhaltsam, handlungsorientiert, mit ganz viel neuen Ideen und Spaß.

 

Die Moderator*innen Cinja Schröder und Gregor Dehmel haben schon eine ganz lange Liste von Themen, die im Podcast besprochen werden sollen. Gäste werden eingeladen, die spannende Beteiligungserfahrung aus der Praxis mitbringen: Architekt*innen, Mitarbeiter*innen in Beteiligungsbüros, Jugendpfleger*innen, Kommunalpolitiker*innen. Kombiniert wird das mit nützlichen Aspekten aus der Theorie, etwa Forschung zu Partizipationsbereitschaft oder digitale und analoge Tools. Es geht darum, ganz viele Projekte und Ideen vorzustellen – damit Kommunalpolitiker*innen das Rad nicht neu erfinden müssen, wenn sie selbst etwas auf die Beine stellen.

 

Politik zum Anfassen hat 2006 am Küchentisch angefangen, Projekte für Jugendbeteiligung, politische Bildung und Medienpartizipation zu entwickeln. Der Verein hat heute unter dem Motto „Wir machen Lust auf Demokratie“ verschiedenste erfolgreiche Angebote für mehr politische Beteiligung: Planspiele, Workshops

OderDojo: Digitale Bildung auch in ländlichen Regionen

OderDojo: Digitale Bildung auch in ländlichen Regionen

 

Immer mehr Menschen kommen aus ländlichen Regionen in größere Städte. Nicht so Cornelia Gamst von OderDojo: Entgegen dem Trend zieht es sie aus Berlin in die Oder-Spree-Region. Was sie braucht, um richtig anzukommen? Ein Projekt, das in der Region einen Unterschied macht. Daher baut Cornelia kurzerhand offene Programmier-Werkstätten für Kinder und Jugendliche auf. Denn gerade im ländlichen Raum besteht großes Potenzial, ihnen über solche und vergleichbare Initiativen wichtige digitale Kompetenzen wie Programmieren zu vermitteln. OderDojo, so der Name des Projekts, hat sich durch die Unterstützung von digital.engagiert und Coachin Louise Buscham deutlich weiterentwickelt. Wie genau, das erläutern Projektleiterin Cornelia Gamst und ihre Coachin im Interview.

 

Ganz kurz: Wer bist du und was machst du bei OderDojo?

Cornelia: Ich wohne und arbeite derzeit noch in Berlin. Seit einigen Jahren zieht es mich in die Oder-Spree-Region. Hier möchte ich wohnen. Eine Frage, die mich beschäftigt: Was brauche ich, um mich dort richtig wohlzufühlen? Ich arbeite selbst im Bereich der digitalen Bildung, weshalb mir recht schnell klar war, dass ich ein Projekt initiieren möchte, das in der Region einen Unterschied macht. Ich kannte die sogenannten CoderDojos aus Berlin, aber in der Oder-Spree-Region gab es solche Angebote bisher nicht. Und daher habe ich sie einfach selbst angestoßen.

 

Louise, was ist die Idee hinter OderDojo?

Louise: Die Dojos sind offene Programmierwerkstätten für Kinder und Jugendliche, die einfach und unbürokratisch Zugang zu wichtigen Digitalkompetenzen, wie etwa Programmieren, bieten. Bei den Veranstaltungen selbst können Kinder dann auf Basis von Online-Tutorials und Ansprechpartnern vor Ort Programmieren lernen: Sie entwickeln Spiele und andere Anwendungen, bauen Websites oder experimentieren mit Hardware-LEDs. Es ist wichtig, den Einstieg so unkompliziert wie möglich zu gestalten, damit die Kinder sich trauen, mitzumachen – besonders Mädchen, die sonst oft gehemmt sind.

 

Cornelia, auf welche Meilensteine von OderDojo bist du besonders stolz?

Cornelia: Das sind eine ganze Menge: Im Sommer konnten wir die Dojos erst in Letschin und dann in Beeskow starten. Vor kurzem sind wir zum ersten Mal in einer neuen Location in Beeskow, mit der wir vor allem auch Grundschüler*innen erreichen wollen. Bisher fand das Dojo in Beeskow in einem Jugendzentrum statt, weshalb eher Jugendliche teilgenommen haben. Und mein ganz persönliches Highlight: Ich bin sehr froh darüber, dass die neue Website online gegangen ist.

 

Cornelia, bei welchen dieser Meilensteine hat die Unterstützung durch digital.engagiert besonders geholfen?

Cornelia: OderDojo war erst einmal lokal auf Frankfurt an der Oder begrenzt. Für mich war schon früh klar, dass auch Kinder anderswo in Brandenburg von den Dojos profitieren können. Aber sowas allein auf die Beine zu stellen ist natürlich eine Herausforderung. Deshalb habe ich mich mit der Idee, die Dojos auszuweiten, bei digital.engagiert beworben – und das hat prima funktioniert. Besonders hilfreich für mich war dabei die Zusammenarbeit mit Louise: Weil sie bei der Stiftung Bürgermut arbeitet, verfügt sie über viel Wissen, wie wir das Angebot skalieren und dauerhaft ehrenamtliche Mitstreiter*innen gewinnen können.

 

Louise, welche Herausforderungen habt ihr in den vergangenen Monaten gemeinsam gemeistert?

Louise: Die größte Hürde kam von außen: Es waren Sommerferien. In diesem Zeitraum konnten keine Dojos stattfinden, weshalb wir verschiedene Dinge nicht ausprobieren konnten, zum Beispiel ob Wochen- oder Wochenendtage besser geeignet sind. Weil wir bei der Durchführung der Dojos die Unterstützung von Ehrenamtlichen brauchen, war das Freiwilligenmanagement ebenfalls eine Herausforderung. Wie können wir die Freiwilligen einbinden? Was motiviert sie, an welchen Aufgaben haben sie Spaß? Welches Know-how brauchen sie, um sich in den unterschiedlichen Aufgabenbereichen einzubringen? Das sind Fragen, die uns hierbei beschäftigen.

 

Louise, was nimmst du aus der Zusammenarbeit mit OderDojo für die Stiftung Bürgermut mit?

Louise: Wir arbeiten deutschlandweit mit Initiativen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten zusammen, viele von ihnen sind ehrenamtlich getragen. Uns ist wichtig, diese auf den ersten Blick sehr verschiedenen Organisationen miteinander zu vernetzen, denn sie stehen oft vor ähnlichen Herausforderungen: Wer sich engagiert, braucht Erfahrungswissen, Förderung und auch Motivation. Der Austausch von Engagierten leistet an dieser Stelle einen wichtigen Beitrag – gerade im ländlichen Raum, wo es insgesamt weniger Förderprogramme und Vernetzungsangebote gibt.

 

Cornelia, wieso ist digitales Engagement gerade in ländlichen Gegenden wichtig?

Cornelia: An der Digitalisierung kommt niemand mehr vorbei. Und wir alle müssen lernen, mit den neuen Technologien umzugehen. Mit den Dojos möchte ich genau die Kompetenzen fördern, die dafür wichtig sind. Wenngleich es in ländlichen Regionen, wie Louise zurecht sagt, bisher wenig Förderprogramme in diesem Bereich gibt und auch bei den Schulen noch Luft nach oben besteht, sehe ich großes Potenzial. Denn immer mehr Menschen mit hoher Digitalkompetenz können ortsunabhängig arbeiten und ziehen in den ländlichen Raum. Mit den Dojos möchte ich die Strukturen schaffen, damit sie ihre Expertise auch vor Ort einbringen können.

 

Cornelia, was sind eure Pläne, um die Dojos auch auf andere Städte auszuweiten?

Cornelia: Ich möchte die Marke „OderDojo“ so beflügeln, dass sich Freiwillige inspiriert fühlen, mitzumachen. Ich stelle mir ein Netzwerk vor, dass sich mit der Zeit verselbstständigt. Dann könnten wir die Organisation und die Einarbeitung von Mentor*innen zentral bündeln. Und wir scheinen auf einem guten Weg zu sein: Konkretes Interessente gibt es schon aus Müncheberg, Buckow, Bad Belzig und Fürstenberg.

 

Louise, was wünschst du dem Team von OderDojo für die Zukunft?

Louise: Ich wünsche mir, dass sich die Dojos noch weiter im ländlichen Raum verbreiten – und zwar nicht nur in Brandenburg. OderDojo ist das beste Beispiel dafür, dass solche Angebote auch abseits von Städten funktionieren. Vor allem aber wünsche ich Cornelia, dass sie es schafft, feste Unterstützung zu finden, die mit ihr gemeinsam OderDojo als Marke ausbaut.

 

Übrigens: digital.engagiert veröffentlicht noch 2019 die Ergebnisse einer von ZiviZ im Stifterverband und dem infas Befragungsinstitut durchgeführte Studie. Dort wird auch untersucht, wie ländliche Räume im Bereich digitaler Kompetenzen vor großen Herausforderungen stehen. digital.engagiert findet: Umso wichtiger, dass sich Projekte wie OderDojo vor Ort einsetzen!

Für den Sprung nach vorne – Hackathon für Gewinnerteams

Am 20. November 2019 ist es soweit: Auf der Abschlussveranstaltung der zweiten Runde von digital.engagiert werden die diesjährigen Gewinnerprojekte im Rahmen der ZEIT Konferenz „Der Auftrag“ gekürt. Wie geht es dann für die Projekte weiter? Für die drei Gewinner-Teams wartet als Abschied aus der Förderinitiative noch ein Hackathon als Sprungbrett in ihre digital engagierte Zukunft.

 

Im Frühjahr 2020 organisieren N3XTCODER – Brückenbauer zwischen verschiedenen Wissensträgern und Partner von digital.engagiert – und die Träger der Förderinitiative Amazon und der Stifterverband für die Gewinner-Teams einen Hackathon, um die vielversprechenden Ideen noch einmal voranzubringen. Der „digital.engagiert Hackathon“ findet einen gesamten Tag lang bei Amazon in Berlin statt.

Die Veranstaltung soll den drei Teams dabei helfen, noch einmal konzentriert an konkreten Lösungen für ihre Herausforderungen zu arbeiten. Dafür warten Experten mit unterschiedlichen Hintergründen vor Ort, andere werden sich online dazu schalten.

Der Hackathon endet mit einer finalen Vorstellung der drei Gewinner-Teams, bei der sich Interessierte ein Bild davon machen können, worum es den Projekten geht, wie weit sie gekommen sind und wo sie hinwollen – denn nicht nur für digital.engagiert sind die teilnehmenden Projekte eine Bereicherung, sondern auch für die Gesellschaft.

 

Hinter den Kulissen: Geflüchtete unterstützen mit der NOW-App

Als im Sommer 2015 tausende Menschen auf der Flucht aus Syrien am Budapester Bahnhof Keleti gestrandet waren, gingen die Bilder um die Welt. Hunderten Freiwilligen ist es zu verdanken, dass den Geflüchteten damals geholfen wurde. Und auch heute ist das Engagement von Freiwilligen enorm wichtig, um Geflüchtete mit dem Notwendigsten zu versorgen, sie auf dem Weg in ein neues Leben zu begleiten und ihnen Mut zu geben. Doch wer hilft eigentlich den Helfenden? Ein Angebot für Ehrenamtliche ist NOW. Der Verein aus der Schweiz entwickelt mit Hilfe von digital.engagiert, einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband, eine appbasierte Lernplattform für Helfer*innen, Organisationen und Vereinen. Sie zeigt, welche Kompetenzen Freiwillige durch ihr Engagement entwickeln und wo Förderungsbedarf besteht. In Budapest sind Freiwillige aus 15 Ländern zusammengekommen, um gemeinsam in Study Sessions an der Plattform zu arbeiten.

 

Budapest ist jung, hip, pulsierend und im Herzen Europas - so auch das European Youth Center Budapest. Die Einrichtung des Europäischen Rates setzt sich für die Wahrung der Menschenrechte und Solidarität in ganz Europa ein, besonders in Bezug auf Jugendliche und jungen Erwachsene. Dort hat das NOW-Netzwerk Anfang Oktober zur „Study Session“ geladen: 23 Freiwillige zwischen 18 und 38 Jahren, die sich für Menschen mit Fluchtgeschichte engagieren, haben sich dort getroffen, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen und Best Practices zu teilen. Ein weiterer Punkt auf der Agenda: Die gemeinsame Arbeit an Kompetenzen für die NOW-App.

Die Idee dahinter ist leicht erklärt: Diejenigen, die anderen helfen, brauchen meist selbst Unterstützung. Die App zeigt den Freiwilligen, welche Kompetenzen und Kenntnisse sie ausgebaut haben und in welchen Bereichen sie Unterstützung erfragen können. Und damit die Plattform für die Helfenden einen echten Unterschied macht, arbeiten die Projektverantwortlichen von NOW eng mit ihnen zusammen.

„Bis jetzt haben wir die Kompetenzen meistens für unsere eigene Programme oder im Auftrag anderer Vereine entwickelt“ erklärt Rahel Aschwanden, Mitgründerin von NOW. „Bei der Study Session ist es anders. Die Entwickler*innen haben zusammen mit den Freiwilligen Kompetenzen definiert, die sie für ihr Engagement brauchen. Dadurch konnten sie von den konkreten Erfahrungen und Bedürfnissen der Helfer profitieren. Die Kompetenzen wurden mit Wissen, Übungen und Reflexionsfragen gefüllt. So ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung entstanden, die auch anderen Freiwilligen helfen kann, sich für diese Arbeit zu qualifizieren. Die Teilnehmenden haben die Kompetenzen im Nachgang der Study Session zwei Wochen lang zu Hause getestet. „Damit man sieht, ob das was sie sich ausgedacht haben, auch praktisch funktioniert“, erklärt Rahel.

Mit der Förderung durch digital.engagiert haben die Macher*innen bereits das Dashboard der Lernplattform weiterentwickelt. Auf einen Blick können die Freiwilligen dort und in Echtzeit ihre individuelle Entwicklung einsehen. Und vielleicht wird dort schon bald ein Ergebnis aus der Study Session in Budapest zu sehen sein. Denn sowohl für die Projektverantwortlichen von NOW als auch für die ehrenamtlich Engagierten war sie eine motivierende Erfahrung. Sie konnten viele Impulse für ihre Arbeit mit Menschen mit Fluchtgeschichte mitnehmen – In den kleinen und großen Diskussionsrunden im European Youth Center, beim Besuch des lokalen Vereines KALUMBA, der sich für die Rechte der Geflüchteten einsetzt, oder in der Kaffeepause. „Eines ist allen klar geworden“, so Rahel: „wir können alle unseren Beitrag für eine inklusive Gesellschaft leisten, in der sich Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte willkommen und anerkannt fühlen“.

 

Als nächstes steht übrigens das groß Abschlussevent von digital.engagiert an – ob sich NOW einen der begehrten Preise sichern kann? Das erfahrt ihr am 20. November auf Twitter.

Weitere Beiträge: