digital.engagiert startet in die 4. Runde - mit diesen zwölf Teams

Jetzt geht’s los: digital.engagiert startet in die vierte Runde. Aus allen 230 eingereichten Projekten hat die Jury zwölf Projekte ausgewählt. Was erwartet die Teams nun? Eine ganze Menge Unterstützung: von finanzieller Förderung über umfangreiches Coaching bis hin zu einem breiten Netzwerk an Expert*innen aus Technologie, Zivilgesellschaft und Sozialunternehmen. Seit dieser Runde neu dabei in der Jury: Autorin und Unternehmerin Tijen Onaran. Sie freut sich auf die Projekte: „Digitales Engagement ist wichtiger denn je! Daher freue ich mich sehr, dass nun zwölf Teams in den kommenden sechs Monaten aktiv an Innovation und Zukunft arbeiten. Die Teams haben das, was wir in diesen Tagen mehr denn je brauchen: den Mut zum Machen!“ Am 25. und 26. Februar lernen die Teams ihre Coach*innen in einem virtuellen Kick-Off kennen. Vorab stellen wir hier schon einmal die zwölf neuen Teams vor:

 

Die Affirmative:

Im Improvisations-Theater können sich Jugendliche persönlich und kreativ weiterentwickeln. Mit dem Projekt Spotlight Spontan möchte Die Affirmative allen jungen Menschen Improvisations-Theater zugänglich machen – und das digital. Über das Online-Portal können Jugendliche digitale Improtheater-Workshops buchen und sich miteinander vernetzen.

 

Hacker School gGmbH:

Die Hacker School bietet spannende Programmier-Projekte an, um junge Menschen für IT und Programmieren zu begeistern. Nun möchte sie ihr Angebot “Hacker School@home” kurzfristig in die Schulen bringen. Das Ziel: Schüler*innen ans Programmieren heranführen, IT-Azubis zu Lehrkräften fortbilden und Lehrer*innen zeigen, wie sie dabei unterstützen können.

 

Haydee! e. V:

Viele Kinder haben es in der Schule schwerer als ihre Mitschüler*innen. Haydee! unterstützt  sie mit digitaler Nachhilfe und sorgt so für mehr Chancengerechtigkeit. Die Initiative bringt ehrenamtliche Mentor*innen und Mentees zusammen. Zudem können sich Mentor*innen vernetzen und ihr Know-how miteinander teilen.

 

LOVIS:

Das Projekt LOVIS entwickelt eine App, über die sich Teenager anonym und altersgerecht über Themen der sexuellen Entwicklung informieren können – und zwar per Chatbot. LOVIS beantwortet die Fragen der Jugendlichen auf Basis von Fachwissen, um sie in ihrer freien und individuellen Entwicklung zu unterstützen.

 

MEIN MUTIGER WEG GbR:

Um Ausbildungs- und Studienabbrüche zu verhindern, kommt es auf eine moderne und nachhaltige Berufsorientierung an Schulen an. Die digitale Plattform TRAUMJOB CAMPUS vermittelt Schüler*innen altersgerecht und interaktiv, worauf es in bei der Berufswahl ankommt. Ausgewählte Coaches unterstützen dabei individuell.

 

naklar.io GmbH & Co. KG:

Viele Schüler*innen benötigen mindestens einmal während ihrer Schullaufbahn Nachhilfe in einem Fach – doch die außerschulische Lernhilfe ist für viele Familien schlicht zu teuer. Die App naklar.io vernetzt Schüler*innen mit geprüften ehrenamtlichen Tutor*innen: ob per Audiochat, Videochat oder einer virtuellen Tafel.

 

Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.:

Antisemitismus ist noch immer ein großes gesellschaftliches Problem. Das Netzwerk für Demokratie und Courage digitalisiert nun sein interaktives Bildungsangebot für Jugendliche: Durch Austausch, Online-Fortbildungen und Online-Veranstaltungen lernen die Jugendlichen Kompetenzen, um sich couragiert gegen Antisemitismus im Alltag einzusetzen.

 

Novaheal:

In Pflege-Ausbildungen liegen Theorie und Praxis oft weit auseinander. Die Folge: viel zu viele Ausbildungsabbrüche. Novaheal entwickelt eine digitale Lernplattform für Pflege-Azubis, um diesem Trend entgegenzuwirken. Auf interaktive und spielerische Art vermittelt die Plattform Lerninhalte, um die Pflege-Ausbildung nachhaltig zu verbessern.

 

Rapper* ohne Grenzen:

Rapper* ohne Grenzen möchte Kindern weltweit helfen, die englische Sprache zu lernen – und zwar mit Rap. In Form von Online-Workshops planen sie, den Kindern das Schreiben von Texten und das Erstellen von Instrumentalmusik beizubringen – mit gegenseitiger Unterstützung und angeleitet von Rapkünstler*innen auf der ganzen Welt.

 

Schule ein Gesicht geben e.V.:

Schulen sollten für Kinder demokratische Orte sein, an denen sie mitgestalten und mitbestimmen können. Um das große Potenzial von Schülervertretungen zu nutzen, hat sich der Verein “Schule ein Gesicht geben” etwas ausgedacht: Das Team stellt Klassensprecher*innen und Schüler*innenvertretungen Know-how durch eine App zur Verfügung: barrierefrei, interaktiv und intuitiv bedienbar.

 

Vote Rookie:

Politische Teilhabe bildet für junge Menschen oft eine große Hemmschwelle. Vote Rookie möchte das ändern: Auf ihrer digitalen Plattform können junge Menschen Bürgerinitiativen oder Abstimmungen zu eigenen Themen starten – und so gleichzeitig politische Medienkompetenz lernen.

 

WOHN:SINN:

Inklusive Wohnformen für Menschen mit Behinderungen zu schaffen ist keine einfache Aufgabe. WOHN:SINN will eine barrierefreie Lernplattform entwickeln, auf der Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen, Fachkräfte und Beratungsstellen voneinander lernen. Die interaktive Community beantwortet alle Fragen rund um inklusive Wohnformen schnell und einfach.

Die Jury hat entschieden: Das sind die drei Gewinner-Teams

Ob beim virtuellen Lernen, bei der Organisation des Unterrichts von zu Hause oder bei der ehrenamtlichen Weiterbildung: Schüler*innen, Lehrkräfte und Eltern stoßen hier oft an ihre Grenzen – gerade während der COVID-19-Pandemie. Die 12 Teams der dritten Förderrunde von digital.engagiert entwickeln in ihren Projekten digitale Lösungen, um diese Herausforderungen zu meistern. Nun wurden die drei Gewinner-Teams ausgezeichnet. Sie erhalten Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro.

Bei der Auswahl der Gewinner-Teams wurde die Bedeutung von neuen Bildungsangeboten in Zeiten von Home-Schooling deutlich. „Wir erleben leider gerade in den Zeiten der Coronakrise, dass wir im Bereich der digitalen Bildung nicht dort stehen, wo wir stehen müssten“, sagte Dorothee Bär, Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung in ihrer Willkommensbotschaft. Bär betonte die Bedeutung von außerschulischen Impulsen: „Da leistet die Zivilgesellschaft einen ganz herausragenden Beitrag.“

Das Düsseldorfer Start-up Sharezone, gegründet von den zwei 19-jährigen Studierenden Nils Reichardt und Jonas Sander, hat die Jury während der Förderphase besonders überzeugt. Mit einem digitalen Hausaufgabenheft, Video-Konferenzen und vielen weiteren nützlichen Funktionen bietet Sharezone Schüler:*innen, Eltern und Lehrkräften eine Plattform, um den digitalen Schulalltag zu organisieren. Jurymitglied Lars Schmitz, Digital Innovation Lead bei Amazon Web Services (AWS), lobte die beiden Gründer: „Die größte Stärke der Plattform Sharezone ist, dass sie von jungen Menschen entwickelt wurde – inspiriert von ihren ganz persönlichen Erfahrungen aus dem Schulalltag. Diese Nähe zur Zielgruppe, die große Relevanz während des Lockdowns und das unternehmerische Denken der jungen Gründer hat die Jury überzeugt.“ Begleitet wurde Sharezone von Coach Jonas Deister, Geschäftsführer des Vereins Sozialhelden.

Auf den zweiten Platz schaffte es der Verein Corona School aus Bonn. Aus der besonderen Situation des Home-Schoolings während der COVID-19-Pandemie entstanden, vermittelt das Projekt den Kontakt zwischen Schüler*innen und Studierenden für eine kostenlose, digitale Lernbetreuung per Video-Chat. Außerdem bietet der Verein kostenlose digitale Kurse zu zukunftsrelevanten Themen für Schüler*innen an.

Den dritten Platz erreichte das Projekt juleica.digital mit einer App zur digitalen Ausbildung ehrenamtlicher Betreuer*innen von Kinder- und Jugendgruppen. Die App vermittelt Teilnehmenden das nötige Wissen, um die bundesweit einheitliche Qualifikation der „Jugendleiter*innen-Card“ (JuLeiCa) zu erlangen.

„Alle 12 Teams der nun abgeschlossenen Förderrunde adressieren in ihrer Arbeit höchst aktuelle Herausforderungen. Mit der COVID-19-Pandemie ist der Bedarf an digitalen Ansätzen, die klassische analoge Formate ergänzen, noch einmal dramatisch gestiegen – nicht nur in der Bildung, sondern zum Beispiel auch im Bereich der Qualifizierung von Ehrenamtlichen in Vereinen und Verbänden“, sagte Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands, bei der Preisverleihung.

Über ein halbes Jahr hatten die 12 teilnehmenden Teams – ausgewählt aus 172 Bewerbungen – ihre Ideen weiterentwickelt und umgesetzt. Dabei wurden sie von Mitarbeiter*innen von Amazon, AWS und dem Stifterverband sowie von persönlichen Coaches und weiteren Expert*innen begleitet und haben finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro erhalten. Die Gewinner bekommen zusätzlich ein Preisgeld von insgesamt 30.000 Euro.  

Die vierte Förderrunde des Programms steht bereits in den Startlöchern: 230 Bewerbungen sind bei den Initiatoren eingegangen, aus denen die Jury nun 12 neue Projekte zur Förderung auswählt. „In der Zivilgesellschaft und im Bildungsbereich schlummert ein unglaubliches Potenzial für digitale Ideen. Die 230 neuen Bewerbungen bei digital.engagiert zeigen uns erneut, wie hoch die Relevanz ist – gerade während der Pandemie. Wir wollen helfen, dieses Potenzial zu entfalten”, so Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de.