Treffen sich eine Staatsministerin und ein Ökobot…

Treffen sich eine Staatsministerin und ein Ökobot…

„Am Ende geht es immer zuerst um die Menschen“ – so fasst Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, bei der Abschlussveranstaltung von „digital.engagiert“, der Förderinitiative von Amazon und Stifterverband, zusammen, worauf es bei der Verbindung von digitalen und analogen Ansätzen im zivilgesellschaftlichen Engagement ankommt. Am 13. November wurden im Berliner Spreespeicher in Anwesenheit von Dorothee Bär, Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt, drei Gewinnerprojekte der Initiative gekürt, die diese Brücke besonders überzeugend geschlagen haben. Geschafft haben es KARL, der Ökobotdie GemüseAckerdemie von Ackerdemia e.V. und die Digitale Geschäftsstelle des LandesSportBund Niedersachsen e.V. „Die drei Gewinner-Projekte verdeutlichen eindrucksvoll, welche Chancen die Digitalisierung für die Strukturierung und Wirkung von zivilgesellschaftlichem Handeln bietet“, so die Schirmherrin der Förderinitiative Bär.

Fünfzehn Stunden vorher, am Vorabend der Preisverleihung saßen die noch ahnungslosen PreisträgerInnen der Nähe des Berliner Mauerparks mit den Teams der übrigen zwölf Projekte von „digital.engagiert“ bei ausgelassener Stimmung zusammen. Über ein halbes Jahr hatten alle Teams mit der Unterstützung von persönlichen Coaches, ExpertInnen und BeraterInnen fleißig an ihrer Idee gearbeitet und darüber hinaus auch finanzielle Unterstützung im Wert von insgesamt 120.000 Euro erhalten. Für Kirsten Hillebrand vom Gewinnerprojekt KARL, der Ökobot war der finanzielle Aspekt aber gar nicht so entscheidend: „Bei zivilgesellschaftlicher Arbeit geht es nicht nur um Gelder, sondern vor allem um Netzwerke“, erklärt sie dazu. „Die Initiative ‚digital.engagiert‘ setzt genau dort an – und hat uns schon jetzt viele Türen geöffnet.“ Umso mehr freut sich das Team von KARL jetzt über den ersten Platz.

Einfach ausdrücken lässt sich die Idee hinter dem Gewinnerprojekt so: KARL hilft einem, den inneren Schweinehund bei einem umweltbewussten Verhalten zu überwinden. Ist an einem kalten Wintertag die Verlockung groß, statt dem Fahrrad doch lieber das Auto zu nehmen? Der fröhliche Chatbot erinnert einen an die umweltschonendere Alternative. KARL soll Nutzern im Alltag dabei helfen, dass es nicht bei Vorsätzen bleibt, sondern ihr Verhalten tatsächlich umweltfreundlich wird. Die Handlungsempfehlungen des digitalen Assistenten sollen dabei zu den persönlichen Vorlieben und Überzeugungen der NutzerInnen passen. Wer also doch lieber das Auto nehmen möchte kann das angeben – und kriegt von KARL stattdessen zum Beispiel Tipps zu nachhaltigen Lebensmitteln. „Mit einer guten Idee im Gepäck ist das Team von KARL im März gestartet – und hat besonders eindrücklich bewiesen, wie weit man mit viel Leidenschaft und der richtigen Unterstützung in einem halben Jahr kommen kann“, so Jurymitglied Dr. Thomas Leppert, stellvertretender Leiter im Themenbereich Gesellschaft der Robert Bosch Stiftung in seiner Laudatio zur Arbeit des Teams.

Das Team von Ackerdemia e.V. verbindet hingegen die analoge Welt mit digitalen Lernangeboten, so zum Beispiel im Rahmen des zweitplatzierten Projektes GemüseAckerdemie für Kitas und Schulen. Die Kinder bepflanzen und bewirtschaften gemeinsam mit ihren Lehren analoge Gemüsebeete – individualisierte Anbauanleitungen, passend zu Wetter- oder Bodenbedingungen vor Ort, erhält jede Gruppe jedoch digital. So werden die Kinder ganz natürlich an Themen wie nachhaltige Ernährung und Konsumverhalten herangeführt – und das so überzeugend, dass der Verein Ackerdemia e.V. allein im Jahr 2018 an rund 300 Standorten in 15 Bundesländern, der Schweiz und Österreich mehr als 8.500 Kinder erreicht hat.

Auf den dritten Platz hat es ein Projekt geschafft, das Aktenordner schleppen und Unterlagen sortieren aus dem Repertoire ehrenamtlicher Vereinsmitarbeiter streichen möchte. Mit diesen unliebsamen Aufgaben haben sich viele Ehrenamtliche, die im LandesSportBund Niedersachsen e.V. organisiert sind, bisher viel Zeit aufgewendet. Mit der Unterstützung von „digital.engagiert“ haben sie an einer Digitalen Geschäftsstelle gearbeitet – damit sich die Mitglieder wieder ganz auf ihren Lieblingssport konzentrieren können und der Nachwuchs Lust auf Vereinsarbeit bekommt. „Der LandesSportBund liefert mit seiner Digitalen Geschäftsstelle ein Vorbild dafür, wie das Vereinsleben der Zukunft aussehen könnte“, meint auch Norbert Kunz, Geschäftsführer von Social Impact, in seiner Laudatio.

Amazon und Stifterverband kündigten an, das Programm mit neuen Teilnehmenden im nächsten Jahr fortsetzen zu wollen. Die zweite Förderrunde von „digital.engagiert” wird Anfang 2019 mit einem Fokus auf dem Thema Bildung starten. Holger Krimmer, Geschäftsführer von ZiviZ im Stifterverband: „Die erste Runde von ‚digital.engagiert‘ hat klar gezeigt, dass wir mit dieser Förderinitiative einen Nerv der Zeit getroffen haben. Jetzt ist langfristiges Engagement gefragt. Wir freuen uns daher, in Kürze die zweite Runde starten zu können.”

„Unser Ziel ist es, die Digitalisierung verstärkt in die Bildung zu tragen – damit der Generation von Morgen alle Türen offenstehen. Hierzu wollen wir einen Beitrag leisten, indem wir unsere Türen öffnen und technisches Know-how und finanzielle Unterstützung zur Verfügung stellen”, so Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de.

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