Wir sind „digital.engagiert“: Digitalisierungstage für die Zivilgesellschaft

Wir sind „digital.engagiert“: Digitalisierungstage für die Zivilgesellschaft

Sie gehen mit großen Schritten voran: Zwölf Wochen nach dem Start von „digital.engagiert“ – einer Förderinitiative von Amazon und Stifterverband zur Digitalisierung der Zivilgesellschaft – trafen sich die Vertreter der 15 teilnehmenden Projekte in Berlin zu einem intensiven Training. Die beiden Tage hatten es in sich: Im Kreuzberger Ambiente des Social Impact Labs lieferte Ralf Kleber, Country Manager von Amazon.de, gleich zu Beginn Einblicke in Amazons Maschinenraum – und erzählte, mit welchen Kniffs Amazon versucht, ständig innovativ zu bleiben . Seine Begeisterung für die Projekte war spürbar: „Die Zivilgesellschaft braucht Mutmacher wie Euch!“

Auch Norbert Kunz, CEO der Social Impact gGmbH, betonte – in großer Übereinstimmung mit seinem Vorredner – die wichtigste Komponente eines jeden Projekts oder Geschäftsmodells: die Zielgruppe. Deswegen sollten Unternehmen und Geschäftsmodelle agil bleiben und sich stets daran orientieren, was die Bedürfnisse der Zielgruppe sind und wie sie sich verändern. Darauf aufbauend widmete sich Dr. Joana Breidenbach, Gründerin von betterplace, dem Thema Organisationsentwicklung und präsentierte die holokratische, hierarchiefreie Arbeitskultur als ein Beispiel für einen modernen Weg professioneller Teamarbeit. In der Mittagspause war spürbar, dass sie mit ihrem Vortrag einen Nerv bei den teilnehmenden Projektteams getroffen hatte.

Den Nachmittag eröffnete Carolin Keupp von Amazon Web Services mit Tipps, wie gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmer von einer passenden und clever integrierten IT-Infrastruktur profitieren können. Sie schloss ihren Vortrag mit einem motivierenden Fazit: Selbst ohne ausgeprägte technische Vorkenntnisse kann jeder innerhalb weniger Wochen ein digitales Angebot starten – das wichtigste sei eine inhaltliche Vision.

Den inhaltlichen Abschluss des ersten Trainingstages bildete ein Beitrag von Markus Sauerhammer, Erster Vorstand Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland, der sich mit dem sprichwörtlichen Brot und Butter-Geschäft auseinandersetzte: der Finanzierung von Projekten. Neben einer umfassenden Einführung in die vielfältigen Möglichkeiten des Crowdfundings gab er auch Einblicke in weitere Möglichkeiten der Finanzierung, wie öffentliche Fördermittel und klassische Kredite.

In der Kreuzberger Abendsonne wurden die Eindrücke des Tages bei einem Grillabend diskutiert und vertieft. Hier tauschten die Teilnehmer und Coaches auch Erfahrungen und Tipps zu verschiedenen Phasen in ihren Projekten aus: von der Konkretisierung der eigenen Ideen über die Rekrutierung von Mitstreitern bis hin zu Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit – die Peers vernetzten sich und gaben sich gegenseitig wertvolle Hinweise.

Der zweite Tag ging direkt mit Schwung weiter – dieses Mal in Berlin Mitte und Blick auf das Brandenburger Tor. Zunächst gab Dr. Holger Krimmer, Geschäftsführer ZiviZ im Stifterverband, den Teilnehmern einen Überblick über den deutschen philanthropischen Sektor und die relevanten zivilgesellschaftlichen Akteure in Deutschland. Direkt im Anschluss folgte Arne Kasten, Gründer AKB Fundraising und Dozent bei der Fundraising Akademie, der unterschiedliche Strategien für ein erfolgreiches Fundraising vorschlug.

Den Abschluss des intensiven Trainingstreffens bildeten die Inputs aus den eigenen Reihen: Die Organisation innatura, die Sachspenden an gemeinnützige Organisationen vermittelt, erläuterte die eigenen Methoden zur Wirkungsanalyse. Die vostel volunteering, die ehrenamtliches Engagement vermittelt, präsentierte Möglichkeiten zur Kooperation mit Unternehmen – und wann diese sinnvoll sind. Mit diesen Erkenntnissen schloss das Trainingstreffen. In den kommenden Wochen werden die Projekte mit der Umsetzung ihrer Implementierungsvorhaben fortfahren, bis im Herbst die Abschlussveranstaltung stattfindet. 

„digital.engagiert“ unterstützt die Digitalisierung gemeinnütziger Projekte – damit auch gemeinnützige Organisationen mehr von den Möglichkeiten einer digitalen Zukunft profitieren. 160 Projekte hatten sich 2017 beworben, eine Jury hatte daraus 15 Teilnehmer ausgewählt, die nun finanziell unterstützt und von Experten-Coaches begleitet werden. Dabei steht die individuelle Beratung und Betreuung durch die Coaches im Zentrum der Initiative, so auch an den beiden Trainingstagen.

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