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Kühlung Data Center
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Technik

Sicherheit bei der Kühlung im Data Center: Risiken und Standards

Max Werner
Zuletzt aktualisiert 2025/11/12 at 3:23 p.m.
Max Werner
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Kühlung entscheidet über Stabilität, Effizienz und Verfügbarkeit. In vielen Anlagen entfallen 10–15 Prozent des Stroms auf die Kälte, in ineffizienten Umgebungen aber deutlich mehr. Präzise Luftführung, klare Setpoints und belastbare Redundanzen mindern Überhitzungsrisiken und reduzieren Verluste. Mit Einhausungen, sauberem ΔT-Management und EC-Ventilatoren sinken Ventilatorleistungen und Regelhysterese.

Inhaltsverzeichnis
Effizienz und Kosten im Data CenterFreie Kühlung: direkt, indirekt und adiabatischRedundanz und Resilienz im Data CenterHygiene, Staub und bauliche DichtheitTemperaturstrategien nach ASHRAE im Data CenterLuft- versus Wasserkühlung, CAPEX und OPEXMonitoring, Kennzahlen und TCO im Data Center

Gleichzeitig braucht es einen Blick auf Gesetze und Hygiene. DIN EN 50600 und EnEfG schaffen messbare Ziele, VDI 2047 und 42. BImSchV regeln adiabatische Pfade. Professionelle Reinigung nach ISO 14644-1 schützt Elektronik und verlängert die Lebensdauer im Data Center.

Effizienz und Kosten im Data Center

Moderne Präzisionsklimatisierung erlaubt PUE-Werte um 1,4 oder besser, wenn Luftwege stimmen und die Regelung stufenlos arbeitet. Freie Kühlung verlängert die Zeiten ohne Verdichter und senkt OPEX, besonders bei erhöhten Zulufttemperaturen gemäß ASHRAE. Mit höherer Rücklufttemperatur wächst das Klimafenster, wodurch Free-Cooling-Phasen zunehmen und Pumpenlasten sinken.

Wird das Lastprofil verstanden, lassen sich Reserven heben: aktive Lastverteilung über mehrere Kälteerzeuger, Vermeidung von Bypassluft und konsequente Einhausungen. So bleibt die thermische Stabilität erhalten, während Betriebskosten im Data Center planbar fallen und Abwärmeoptionen wirtschaftlich werden.

Freie Kühlung: direkt, indirekt und adiabatisch

Direct Free Cooling nutzt gefilterte Außenluft und benötigt großzügige Öffnungen, leistungsstarke Filter sowie Befeuchtung. Indirect Free Cooling koppelt Innen- und Außenluft über Wärmetauscher und hält Partikel sowie Feuchte aus dem IT-Raum. Adiabatik kann die Übertragerluft um bis zu 10 °C senken, erfordert jedoch Hygienekonzepte und lückenlose Dokumentation.

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Entscheidend sind Standort, Bauhöhe, Schallgrenzen und der verfügbare Platz für Rückkühler. Gleitender Mischbetrieb hält den Free-Cooling-Anteil hoch und reduziert Verdichterstarts. Mit klar definiertem Klimafenster, sauberen Luftwegen und passenden Filtern wird die Jahresarbeitszahl messbar besser.

Redundanz und Resilienz im Data Center

Hochverfügbarkeit entsteht durch N+1- oder 2N-Architekturen, getrennte Verteilnetze und duale Strompfade. Aktive Lastteilung nutzt redundante Kapazität effizient, hält Reserven bereit und vermeidet ineffiziente Teillastinseln. Monitoring von ΔT, Feuchte und Differenzdruck erkennt Abweichungen früh und flankiert Notfallpläne mit getesteten Umschaltlogiken.

Fällt ein Aggregat aus, übernehmen verbleibende Systeme ohne Grenzsprung. Periodische Last- und Black-Building-Tests dokumentieren, dass Alarme, By-Pass-Szenarien und Wiederanlauf funktionieren. So entsteht eine Resilienz, die Wartungsfenster ermöglicht und verfügbare Kapazitäten transparent macht.

Kernregelwerke und Zielgrößen (Auszug)

Regelwerk/Leitlinie Fokus Typische Zielwerte/Spannen Praxisnutzen
DIN EN 50600 Verfügbarkeit, Effizienz, Messpflichten Berichte & Klassen (inkl. wiederverwendete Energie) Vergleichbarkeit und Designleitplanken
ASHRAE TC9.9 Zuluft an Servereintritt Bestand bis 28 °C, Neubau bis 30 °C Größeres Klimafenster, mehr Free Cooling
EnEfG Effizienz- & Abwärmeziele PUE ≤1,5/≤1,3; neu ≤1,2 Rechtssicherheit und Planbarkeit
VDI 2047 / 42. BImSchV Hygiene Adiabatik Überwachung, Inspektion, Wasserlimits Gesundheits- und Compliance-Schutz

Hygiene, Staub und bauliche Dichtheit

Staub, Ruß und Baureste führen zu Kurzschlüssen, Korrosion und Hotspots. OEM-Vorgaben verlangen Umgebungen nach ISO 14644-1 Klasse 8 oder besser, insbesondere nach Umbauten. Dichte Hüllen, abgestufte Filtration und kontrollierte Außenluftpfade verhindern Partikeleinschleppung. Netzteile, Speicher und Switches benötigen trotz Flüssigkeitswegen stabile Luftführung.

In Hochdichtebereichen reduziert eine konsequente Trennung von Warm-/Kaltgang Mischluft und stärkt die sensible Leistung. Passend zum Kontext lohnt auch ein Blick auf Liquid Cooling im Data Center, das Hotspots direkt am Chip adressiert. Leckage- und Kondensationsschutz bleiben dabei unverrückbare Pflicht.

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Temperaturstrategien nach ASHRAE im Data Center

Höhere Zulufttemperaturen gemäß ASHRAE – bis 28 °C im Bestand und bis 30 °C im Neubau – erhöhen Free-Cooling-Stunden und senken Verdichterarbeit. Wichtig ist eine präzise Sensorik mit klaren Hysteresen, damit Setpoints nicht pendeln. Große Übertragerflächen, EC-Ventilatoren und saubere Einhausungen stabilisieren ΔT und minimieren Turbulenzen.

Wer das Rückluftziel bewusst anhebt, verschiebt das nutzbare Klimafenster und verbessert die Jahresarbeitszahl. Gleichzeitig sinken Pumpen- und Ventilatorleistungen. In Summe reduzieren diese Maßnahmen PUE und erleichtern Abwärmeintegration, etwa für Quartiers- oder Fernwärmenetze im Data Center.

Luft- versus Wasserkühlung, CAPEX und OPEX

Luftkühlung punktet mit einfacher Integration und geringen Anfangsinvestitionen, stößt bei 25–40 kW pro Rack jedoch an Effizienzgrenzen. Steigende Ventilatorleistungen und Druckverluste treiben den Energieanteil der Kühlung. Wasserkühlung erfordert Schnittstellen, Verrohrung und Schutzkonzepte, erlaubt dafür höhere Vor- und Rücklauftemperaturen sowie längere Freikühlphasen.

Direktwasserkühlung bringt das Medium dicht an den Hotspot, verbessert den Wärmeübergang und senkt Geräuschlasten. CAPEX ist höher, OPEX sinkt durch weniger Verdichterarbeit und bessere Abwärmenutzung. Standorte mit moderaten Außentemperaturen profitieren zusätzlich durch verlängerte Free-Cooling-Fenster.

Monitoring, Kennzahlen und TCO im Data Center

Messkonzepte mit PUE, WUE, AER und EER schaffen Transparenz über Nicht-IT-Verbräuche und Luftführung. PUE ist standortspezifisch, kein Nachhaltigkeitsindex, aber ein valider Effizienzindikator. WUE rückt bei adiabatischer Kühlung in den Fokus, weshalb Wasserstrategie und Hygienepläne zwingend zusammen gedacht werden. AER quantifiziert Einhausungsqualität und Bypassfreiheit.

Ein konsistentes Monitoring verknüpft Last, Zuluft, Rückluft, ΔT, Feuchte und Betriebsmodus. So werden Abweichungen früh erkannt und Stellhebel belegt. In Verbindung mit Redundanzstrategien und erhöhter Rücklauftemperatur sinken Betriebskosten, während Verfügbarkeitsziele erreicht bleiben – und die TCO im Data Center nachhaltig fällt.

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Max Werner ist technikbegeistert und hat mit seinem Informatikstudium einen direkten Themenbezug zum Thema IT, Digitalisierung, Technik und vieles mehr. Er ist zweifacher Familienvater und spielt in seiner Freizeit gerne Schach.
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